Fluency-Illusion

Die Fluency-Illusion – auch bekannt als Geläufigkeitsillusion oder Illusion der Kompetenz – beschreibt ein zentrales metakognitives Phänomen, bei dem Personen die Leichtigkeit, mit der Informationen im Moment der Aufnahme verarbeitet werden können (Processing Fluency), fälschlicherweise als Indikator für einen langfristigen Lernerfolg oder eine tiefe Verankerung im Gedächtnis interpretieren. Dieser kognitive Bias führt dazu, dass Lernende … Weiterlesen

Szenariokonstruktionsmodell

Das Szenariokonstruktionsmodell beschreibt das episodische Gedächtnis nicht als ein statisches Speichermedium, sondern als einen hochdynamischen, konstruktiven Prozess. Entgegen der seit der Antike vorherrschenden Metapher des Gedächtnisses als „Wachstafel“ oder moderner „Festplatte“, auf der Erfahrungen eins zu eins abgelegt und bei Bedarf unverändert abgerufen werden, postuliert dieses Modell, dass jede Erinnerung im Moment des Abrufs neu … Weiterlesen

Japan-Effekt

Der Japan-Effekt beschreibt ein zeitgenössisches Phänomen der Medienpsychologie und der digitalen Verhaltensforschung, bei dem die ästhetische und emotionale Bewertung visueller Reize signifikant durch eine geografische Kontextualisierung beeinflusst wird. Ursprünglich als Trend auf Social-Media-Plattformen wie TikTok und Instagram beobachtet, bezeichnet der Effekt die Tendenz von Rezipienten, ein Foto oder Video als qualitativ hochwertiger, interessanter oder „cooler“ … Weiterlesen

Elementarpädagogik

Unter dem Begriff der Elementarpädagogik versteht die Erziehungswissenschaft die Theorie und Praxis der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in der Lebensphase von der Geburt bis zum Eintritt in die Schule, was in der Regel die Altersspanne von null bis sechs Jahren umfasst. Als erste Stufe des Bildungssystems – oft auch als „Primarbereich vor der … Weiterlesen

Friends with Benefits (FWB) – Freundschaft plus

Der Begriff Freundschaft plus – abgekürzt als F+ oder im Englischen als Friends with Benefits, kurz FWB – bezeichnet in der Psychologie und Soziologie eine Beziehungsform, die Elemente einer klassischen, platonischen Freundschaft mit regelmäßigen sexuellen Interaktionen verbindet, ohne dabei den Anspruch auf eine romantische Paarbeziehung, Exklusivität oder eine gemeinsame langfristige Lebensplanung zu erheben. Diese Form … Weiterlesen

Situationship

Der Begriff Situationship – ein Kofferwort aus den englischen Begriffen situation und relationship – beschreibt im psychologischen und soziologischen Kontext eine Form der zwischenmenschlichen Paarbeziehung, die sich in einem undefinierten Raum zwischen einer unverbindlichen Affäre und einer festen, exklusiven Partnerschaft bewegt. Charakteristisch für eine Situationship ist das bewusste oder unbewusste Fehlen von klaren Etiketten, verbindlichen … Weiterlesen

Tabula plena

Tabula plena beschreibt ein neurobiologisches Prinzip der Gehirnentwicklung, das im Gegensatz zum philosophischen Konzept der „Tabula rasa“ (des unbeschriebenen Blattes) davon ausgeht, dass bestimmte Hirnregionen zu Beginn ihrer Entwicklung über eine maximale Sättigung an Verbindungen verfügen. Wissenschaftlich fundiert wurde dieser Begriff insbesondere durch Untersuchungen der CA3-Region im Hippocampus, jener Struktur, die für die Überführung von … Weiterlesen