Shifting-Baseline-Syndrom

Das Shifting-Baseline-Syndrom bezeichnet in der Psychologie – in enger Anlehnung an den ursprünglich aus der Umwelt- und Fischereiforschung stammenden Begriff – die kognitive Tendenz von Menschen, ihren Wahrnehmungs- und Bewertungsmaßstab für einen bestimmten Zustand kontinuierlich an veränderte Realitäten anzupassen, ohne diese Veränderungen bewusst zu registrieren. Dadurch verschieben sich Referenzpunkte (Baselines) von Generation zu Generation oder … Weiterlesen

parasozial

Der Begriff parasozial bezeichnet in der Psychologie eine besondere Form einseitiger sozialer Beziehung, bei der Individuen eine gefühlt persönliche Interaktion oder Bindung zu Medienfiguren – etwa Schauspielerinnen, Influencern, Streamern oder fiktiven Figuren – aufbauen, ohne dass diese Beziehung real gegenseitig ist. Parasoziale Beziehungen entstehen typischerweise, wenn Rezipierende durch wiederholten Medienkontakt das Gefühl entwickeln, die beobachtete … Weiterlesen

Bifurkation

In der Psychologie bezeichnet Bifurkation einen Punkt tiefgreifender Veränderung innerhalb dynamischer Systeme, an dem ein bisher stabiler Zustand in mindestens zwei mögliche, voneinander abweichende Entwicklungsrichtungen aufbricht. Der Begriff stammt ursprünglich aus der Mathematik und der Theorie nichtlinearer dynamischer Systeme, wurde jedoch in den letzten Jahrzehnten zunehmend in psychologische Modelle übernommen. Besonders in der Entwicklungs-, Persönlichkeits- … Weiterlesen

Schlafträgheit

Schlafträgheit – sleep inertia – bezeichnet in der Psychologie den Zustand vorübergehender Beeinträchtigung kognitiver und motorischer Funktionen unmittelbar nach dem Erwachen aus dem Schlaf. Dieser Zustand ist durch eine reduzierte Aufmerksamkeit, verlangsamte Reaktionszeiten, eingeschränkte Entscheidungsfähigkeit und ein allgemeines Gefühl geistiger Benommenheit gekennzeichnet. Schlafträgheit stellt eine Übergangsphase zwischen Schlaf und vollem Wachbewusstsein dar und kann je … Weiterlesen

Spoilern

Spoilern bezeichnet in der Psychologie, insbesondere der Medienpsychologie, das vorzeitige Offenlegen zentraler Handlungsinformationen, Wendungen oder Enden einer Geschichte, bevor eine Person diese selbst rezipiert hat. Der Begriff leitet sich vom englischen to spoil („verderben“) ab und beschreibt ursprünglich das Phänomen, dass durch vorab preisgegebene Inhalte die Spannung oder das Überraschungsmoment einer Erzählung beeinträchtigt werden kann. … Weiterlesen

Weltraumpsychologie

Die Weltraumpsychologie ist ein junges Teilgebiet der Psychologie, das sich mit den mentalen Prozessen, Emotionen und Verhaltensweisen von Menschen in der Raumfahrt beschäftigt. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie Menschen unter extremen Bedingungen – etwa Isolation, räumlicher Enge, Ressourcenknappheit, fehlender Privatsphäre und naturferner Umgebung – psychisch stabil und leistungsfähig bleiben können. Astronautinnen und Astronauten … Weiterlesen

Impact Bias

Der Impact Bias bezeichnet in der Psychologie die systematische Überschätzung der Intensität und Dauer emotionaler Reaktionen auf zukünftige Ereignisse. Der Begriff geht auf Daniel Gilbert und Timothy Wilson zurück, die im Rahmen ihrer Studien zur sogenannten affective forecasting – der Vorhersage eigener Gefühlszustände – herausfanden, dass Menschen typischerweise annehmen, einzelne Erlebnisse würden sie stärker und … Weiterlesen