Autonomieeffekt

Der Autonomieeffekt beschreibt in der Psychologie ein Phänomen der Verhaltenssteuerung, bei dem die Kooperationsbereitschaft und intrinsische Motivation eines Individuums dadurch gesteigert werden, dass es eine Handlung nicht als Folge von äußerem Zwang oder Gehorsam, sondern als Ausdruck der eigenen, freien Entscheidung und Kontrolle erlebt. Diese Dynamik der menschlichen Verhaltenssteuerung beruht maßgeblich auf diesem tief sitzenden … Weiterlesen

Kognitiver Effizienz-Effekt

Der Begriff kognitiver Effizienz-Effekt – auch adaptive Amnesie oder zielgerichtetes Vergessen – beschreibt in der Psychologie und den Neurowissenschaften die Fähigkeit des menschlichen Gehirns, irrelevante, veraltete oder nebensächliche Informationen aktiv zu dekonstruieren und zu filtern, um die Effektivität übergeordneter Denk-, Verarbeitungs- und Entscheidungsprozesse zu maximieren. Entgegen der klassischen Annahme, dass Vergessen primär ein Systemfehler, ein … Weiterlesen

Selbstdisziplin

Unter dem Begriff Selbstdisziplin versteht man in der Psychologie die Fähigkeit eines Individuums, das eigene Verhalten, die Emotionen und die Aufmerksamkeit intentional so zu steuern, dass langfristige Ziele oder moralische Standards erreicht werden, selbst wenn dem kurzfristige Impulse, Versuchungen oder Unlustgefühle entgegenstehen. In der wissenschaftlichen Fachsprache wird das Konstrukt selten isoliert betrachtet; es überschneidet sich … Weiterlesen

Hyperphantasie

Under Hyperphantasie – hyperphantasia – versteht man in der Psychologie und den Kognitionswissenschaften die Ausprägung eines extrem lebhaften, detailreichen und quasi-realistischen visuellen Vorstellungsvermögens. Während die meisten Menschen in der Lage sind, Bilder vor dem inneren Auge zu evozieren, erreichen diese mentalen Repräsentationen bei Menschen mit Hyperphantasie eine Klarheit und Intensität, die der tatsächlichen visuellen Wahrnehmung … Weiterlesen

Protegé-Effekt

Der Protegé-Effekt – Schützlings-Effekt – bezeichnet in der Psychologie und den Bildungswissenschaften das Phänomen, dass Menschen Informationen gründlicher lernen, tiefer verstehen und besser im Gedächtnis behalten, wenn sie diese mit der Absicht studieren und sie anschließend einer anderen Person (dem „Protegé“ oder Schützling) beizubringen versuchen. Das psychologische Fundament dieses Effekts beruht auf der Beobachtung, dass … Weiterlesen

Generatives Lernen

Unter generativem Lernen versteht man in der Pädagogischen Psychologie und den Kognitionswissenschaften einen theoretischen Ansatz, der davon ausgeht, dass nachhaltiges Verstehen und langfristiges Behalten von Informationen das Resultat einer aktiven, mentalen Konstruktionsleistung des Lernenden sind. Das Kernprinzip dieses Modells, das maßgeblich von Wittrock in den 1970er Jahren begründet und später unter anderem von Mayer im … Weiterlesen

Retrieval Practice

Unter Retrieval Practice – Abrufübung, aktives Abrufen oder testbasiertes Lernen – versteht man in der kognitiven Psychologie und der empirischen Bildungsforschung eine hochwirksame Lernstrategie, bei der Informationen aktiv aus dem Langzeitgedächtnis abgerufen werden. Im Gegensatz zu passiven Lernmethoden wie dem wiederholten Durchlesen von Texten (Restudy) oder dem Markieren von Textstellen zwingt das aktive Abrufen das … Weiterlesen