Essenzialisierung

Der Begriff Essenzialisierung – im wissenschaftlichen Kontext oft eng mit dem psychologischen Essenzialismus verknüpft – bezeichnet in der Psychologie jenen kognitiven Prozess, bei dem komplexen Phänomenen, Personen oder sozialen Gruppen ein unveränderlicher, naturgegebener und tief im Inneren liegender Kern – die sogenannte „Essenz“ – zugeschrieben wird. Anstatt menschliches Verhalten oder soziale Kategorien als dynamisch, wandelbar … Weiterlesen

Familekt

Unter dem Begriff Familekt versteht man in der Sprachwissenschaft, insbesondere in der Soziolinguistik, eine eigenständige, oft inoffizielle Sprachvarietät, die sich innerhalb einer Familie durch das intensive Zusammenleben und die ständige Interaktion ihrer Mitglieder herausbildet. Der Ausdruck setzt sich aus den Wörtern „Familie“ und „Dialekt“ zusammen und beschreibt eine Art privaten Soziolekt oder eine familiäre „Geheimsprache“. … Weiterlesen

DRAMMA-Modell

Das DRAMMA-Modell ist ein wissenschaftlich fundiertes Konzept aus der Arbeits-, Organisations- und positiven Psychologie, das erklärt, warum manche Menschen trotz freier Zeit erschöpft bleiben und welche psychologischen Mechanismen für eine tatsächliche Erholung und Regeneration unverzichtbar sind. Entwickelt wurde das Modell im Jahr 2014 von David Newman, Louis Tay und Ed Diener im Rahmen ihrer Forschung … Weiterlesen

STAR-Modell

In der differenziellen Psychologie und der Persönlichkeitsforschung hat sich das Verständnis der Introversion in den letzten Jahrzehnten tiefgreifend gewandelt, weg von einem simplen, eindimensionalen Kontinuum hin zu einem hochgradig ausdifferenzierten Konstrukt. Während frühe Modelle Introversion pauschal als Gegenteil von Extraversion begriffen, belegen moderne Forschungen, dass introvertiertes Erleben und Verhalten äußerst heterogen ist. Bereits in den … Weiterlesen

Agency

Unter dem Begriff Agency – Handlungsfähigkeit, Handlungsstärke oder Eigenverantwortung – versteht man in der Psychologie die fundamentale menschliche Fähigkeit, das eigene Leben, Denken und Handeln bewusst zu steuern und aktiv auf die physische wie soziale Umwelt einzuwirken. Im Gegensatz zu einer rein passiven Anpassung an gegebene Umstände drückt Agency aus, dass der Mensch als aktiver … Weiterlesen

Kompositionale Kontrolle

In der Psychologie und den kognitiven Neurowissenschaften bezeichnet die kompositionale Kontrolle ein theoretisches Konzept zur Erklärung flexibler, kontinuierlicher Handlungsmuster in dynamischen Umgebungen. Während klassische Entscheidungsmodelle häufig von starren Entweder-oder-Entscheidungen zwischen diskreten Optionen ausgehen, verdeutlicht dieser Ansatz, dass das menschliche Gehirn bei fortlaufenden Bewegungen und zielgerichtetem Verhalten konkurrierende Ziele zeitgleich in einen einzigen, fließenden Ablauf integrieren … Weiterlesen

Misbinding

Unter dem Begriff Misbinding – Fehlverknüpfung oder Falschverbindung – versteht man in der kognitiven Psychologie und den Neurowissenschaften ein Phänomen, bei dem einzelne Merkmale eines Wahrnehmungsobjekts oder einer Erinnerung fehlerhaft miteinander kombiniert werden. Das menschliche Gehirn verarbeitet verschiedene Eigenschaften eines Stimulus – wie Farbe, Form, Ort, Klang oder zeitlichen Kontext – prinzipiell in spezialisierten, voneinander … Weiterlesen