Schwarmgedächtnis

Der Begriff Schwarmgedächtnis – in der wissenschaftlichen Psychologie enger gefasst als transaktives Gedächtnis bezeichnet – beschreibt ein faszinierendes System der kollektiven Informationsverarbeitung, bei dem Wissen nicht in einem einzelnen Individuum, sondern verteilt über eine Gruppe gespeichert wird. Das Konzept geht maßgeblich auf den Sozialpsychologen Daniel Wegner zurück, der in den 1980er-Jahren erkannte, dass Menschen in … Weiterlesen

Decline Effect

Der Decline Effect – Rückgangseffekt – bezeichnet ein metawissenschaftliches Phänomen innerhalb der empirischen Psychologie und angrenzender Disziplinen, bei dem die statistische Effektstärke einer wissenschaftlichen Entdeckung im Zuge sukzessiver Replikationsversuche eine systematische Erosion erfährt oder gänzlich verschwindet. Historisch geht der Terminus auf den Parapsychologen Joseph Banks Rhine zurück, der in den 1930er Jahren beobachtete, dass die … Weiterlesen

Multiple-Draft-Modell

Das Multiple-Draft-Modell ist eine Theorie des Bewusstseins, die der US-amerikanische Philosoph und Kognitionsforscher Daniel Dennett in seinem 1991 erschienenen Werk Consciousness Explained entwickelte. Das Modell stellt eine grundlegende Alternative zu klassischen rationalistischen Vorstellungen des Bewusstseins dar, wie sie insbesondere seit René Descartes die europäische Geistesgeschichte geprägt haben. Während Descartes mit seinem berühmten Satz „Ich denke, … Weiterlesen

Vibe Learning

Vibe Learning bezeichnet im psychologischen und pädagogischen Kontext eine Lernhaltung sowie einen explorativen Denkrahmen, bei dem Künstliche Intelligenz (KI) als adaptiver Gesprächspartner fungiert, um Lernprozesse intuitiv, spielerisch und hochgradig personalisiert zu gestalten. Der Begriff leitet sich von der Entwicklung des „Vibe Coding“ ab, ein Konzept, das der KI-Forscher Andrej Karpathy Ende 2024 prägte und das … Weiterlesen

Fluency-Illusion

Die Fluency-Illusion – auch bekannt als Geläufigkeitsillusion oder Illusion der Kompetenz – beschreibt ein zentrales metakognitives Phänomen, bei dem Personen die Leichtigkeit, mit der Informationen im Moment der Aufnahme verarbeitet werden können (Processing Fluency), fälschlicherweise als Indikator für einen langfristigen Lernerfolg oder eine tiefe Verankerung im Gedächtnis interpretieren. Dieser kognitive Bias führt dazu, dass Lernende … Weiterlesen

Szenariokonstruktionsmodell

Das Szenariokonstruktionsmodell beschreibt das episodische Gedächtnis nicht als ein statisches Speichermedium, sondern als einen hochdynamischen, konstruktiven Prozess. Entgegen der seit der Antike vorherrschenden Metapher des Gedächtnisses als „Wachstafel“ oder moderner „Festplatte“, auf der Erfahrungen eins zu eins abgelegt und bei Bedarf unverändert abgerufen werden, postuliert dieses Modell, dass jede Erinnerung im Moment des Abrufs neu … Weiterlesen

Japan-Effekt

Der Japan-Effekt beschreibt ein zeitgenössisches Phänomen der Medienpsychologie und der digitalen Verhaltensforschung, bei dem die ästhetische und emotionale Bewertung visueller Reize signifikant durch eine geografische Kontextualisierung beeinflusst wird. Ursprünglich als Trend auf Social-Media-Plattformen wie TikTok und Instagram beobachtet, bezeichnet der Effekt die Tendenz von Rezipienten, ein Foto oder Video als qualitativ hochwertiger, interessanter oder „cooler“ … Weiterlesen