Agency

Unter dem Begriff Agency – Handlungsfähigkeit, Handlungsstärke oder Eigenverantwortung – versteht man in der Psychologie die fundamentale menschliche Fähigkeit, das eigene Leben, Denken und Handeln bewusst zu steuern und aktiv auf die physische wie soziale Umwelt einzuwirken. Im Gegensatz zu einer rein passiven Anpassung an gegebene Umstände drückt Agency aus, dass der Mensch als aktiver … Weiterlesen

Kompositionale Kontrolle

In der Psychologie und den kognitiven Neurowissenschaften bezeichnet die kompositionale Kontrolle ein theoretisches Konzept zur Erklärung flexibler, kontinuierlicher Handlungsmuster in dynamischen Umgebungen. Während klassische Entscheidungsmodelle häufig von starren Entweder-oder-Entscheidungen zwischen diskreten Optionen ausgehen, verdeutlicht dieser Ansatz, dass das menschliche Gehirn bei fortlaufenden Bewegungen und zielgerichtetem Verhalten konkurrierende Ziele zeitgleich in einen einzigen, fließenden Ablauf integrieren … Weiterlesen

Misbinding

Unter dem Begriff Misbinding – Fehlverknüpfung oder Falschverbindung – versteht man in der kognitiven Psychologie und den Neurowissenschaften ein Phänomen, bei dem einzelne Merkmale eines Wahrnehmungsobjekts oder einer Erinnerung fehlerhaft miteinander kombiniert werden. Das menschliche Gehirn verarbeitet verschiedene Eigenschaften eines Stimulus – wie Farbe, Form, Ort, Klang oder zeitlichen Kontext – prinzipiell in spezialisierten, voneinander … Weiterlesen

Schattenkind

Der Begriff Schattenkind stammt aus der populärwissenschaftlichen Psychologie und der Psychotherapie und bezeichnet die Gesamtheit negativer, verdrängter oder verletzter Anteile unserer Persönlichkeit, die durch Prägungen in der Kindheit entstanden sind. Popularisiert wurde die Bezeichnung vor allem durch die Psychologin und Bestsellerautorin Stefanie Stahl im Rahmen ihres Modells des „Inneren Kindes“. Das Schattenkind fasst jene Erfahrungen, … Weiterlesen

Fresh Start Effect

Unter dem Fresh Start Effect – Neuanfang-Effekt – versteht man in der Psychologie und Verhaltensökonomie das Phänomen, dass Menschen an bestimmten zeitlichen Orientierungspunkten (Temporal Landmarks) eine erhöhte Motivation verspüren, ein Ziel anzugehen oder das eigene Verhalten positiv zu verändern. Solche Wendepunkte trennen die Vergangenheit mental von der Gegenwart und erzeugen das Gefühl eines unbeschriebenen Blattes. … Weiterlesen

Sekundäres Trauma

Unter dem sekundären Trauma – auch Sekundäre Traumatisierung, Sekundärer Traumatischer Stress (STS) oder Stellvertretende Traumatisierung  – versteht man die indirekte psychische Belastungsreaktion, die durch den intensiven, wiederholten Kontakt mit den traumatischen Erlebnissen anderer Personen entsteht. Im Gegensatz zur primären Traumatisierung, bei der eine Person ein potenziell lebensbedrohliches oder erschütterndes Ereignis selbst erlebt oder direkt bezeugt, … Weiterlesen

Staunen

Staunen (engl. awe) bezeichnet in der modernen Emotionspsychologie ein vielschichtiges, meist als positiv erlebtes Gefühl der Ergriffenheit und Ehrfurcht, das auftritt, wenn Menschen mit Reizen konfrontiert werden, die ihre bisherigen Vorstellungen übersteigen und den eigenen Horizont weiten. Theoretische Grundlagen und Kognition Als Pionierarbeit der empirischen Erforschung gilt das Framework von Dacher Keltner und Jonathan Haidt. … Weiterlesen