Staunen

Staunen (engl. awe) bezeichnet in der modernen Emotionspsychologie ein vielschichtiges, meist als positiv erlebtes Gefühl der Ergriffenheit und Ehrfurcht, das auftritt, wenn Menschen mit Reizen konfrontiert werden, die ihre bisherigen Vorstellungen übersteigen und den eigenen Horizont weiten. Theoretische Grundlagen und Kognition Als Pionierarbeit der empirischen Erforschung gilt das Framework von Dacher Keltner und Jonathan Haidt. … Weiterlesen

Wakeful Rest

Wakeful Rest – Wachruhe – beschreibt in der Kognitionspsychologie und den Neurowissenschaften einen Zustand wacher, reizarmer Entspannung ohne zielgerichtete geistige Aktivität. Im Gegensatz zum Schlaf bleibt die Person bei Bewusstsein. Anders als bei der Meditation oder beim bewussten Nachdenken wird dabei keine spezielle Technik angewendet oder ein bestimmtes Thema reflektiert. Die Person sitzt oder liegt … Weiterlesen

Biologismus

Biologismus, auch biologischer Reduktionismus oder Biologisierung, bezeichnet in der Psychologie und ihren Nachbardisziplinen eine wissenschaftstheoretische Fehlhaltung sowie eine kognitive Verzerrung. Dabei werden komplexes menschliches Erleben, Verhalten, soziale Gefüge und psychische Phänomene ausschließlich oder überwiegend auf biologische Ursachen – wie Genetik, Neurobiologie, Hormonhaushalte oder evolutionsbiologische Anpassungen – zurückgeführt und damit unzulässig verkürzt. Der Begriff grenzt sich … Weiterlesen

Anomalieerkennung

In der Psychologie sowie in den angrenzenden Daten- und Kognitionswissenschaften beschreibt die Deep Anomaly Detection – im Deutschen als tiefe Anomalieerkennung bezeichnet – den Einsatz mehrschichtiger künstlicher neuronaler Netze, um auffällige Abweichungen in Datenreihen, Verhaltensmustern oder physiologischen Signalen automatisiert zu identifizieren. Ausgangspunkt dieser Methodik ist die Erkenntnis, dass komplexe kognitive, emotionale und neuronale Prozesse oft … Weiterlesen

Foto-Gedächtnis-Effekt

Der Foto-Gedächtnis-Effekt – Photo-Taking Impairment Effect – beschreibt ein kognitionswissenschaftliches Phänomen, bei dem das visuelle Festhalten von Objekten, Szenen oder Texten mittels digitaler Kameras oder Screenshot-Funktionen zu einer nachweisbaren Reduktion der anschließenden neuronalen Gedächtnisleistung führt. Entgegen dem alltagspsychologischen Glauben, dass ein Aufnahmegerät als objektive Gedächtnisstütze die spätere Erinnerung an das Erlebte schärft, führt der methodische … Weiterlesen

Bildungsressourcen

Unter Bildungsressourcen versteht man in der pädagogischen Psychologie sowie in der Bildungspsychologie sämtliche materiellen, digitalen, personellen, strukturellen und individuellen Mittel, Instrumente und Rahmenbedingungen, die zur Anregung, Unterstützung, Gestaltung und Optimierung von Lehr- und Lernprozessen eingesetzt werden. Aus psychologischer Perspektive werden Bildungsressourcen nicht bloß als passive Hilfsmittel verstanden, sondern als dynamische Lernangebote im Sinne von Angebots-Nutzungs-Modellen. … Weiterlesen

Bloom’sche Taxonomie

Die Bloom’sche Taxonomie beschreibt ein Klassifikationssystem für kognitive Fähigkeiten und Lernziele. Sie wurde 1956 von einer Arbeitsgruppe um den US-amerikanischen Pädagogischen Psychologen Benjamin Bloom veröffentlicht (Taxonomy of Educational Objectives: The Classification of Educational Goals). In der Lern- und Kognitionspsychologie dient das Modell als Bezugsrahmen, um geistige Prozesse nach ihrer Komplexität zu ordnen, Leistungsmessungen zu operationalisieren … Weiterlesen