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Hinweis: Im alltäglichen Sprachgebrauch werden die Begriffe Alzheimer und Demenz oft gleichbedeutend verwendet, wobei die Alzheimer-Krankheit mit rund zwei Drittel aller Fälle zwar die häufigste Demenzform darstellt, doch werden unter dem Begriff Demenz über fünfzig Krankheiten zusammengefasst, bei denen die Gehirnleistung abgebaut wird. So kommen neben Alzheimer die vaskuläre Demenz, die Lewy-Körperchen-Demenz und die frontotemporale Demenz am häufigsten vor, die sich in Ursache, Symptomen und Verlauf von der Alzheimer-Krankheit unterscheiden. Des Weiteren kursieren über Alzheimer viele Missverständnisse, etwa dass die Krankheit als normale Alterserscheinung betrachtet wird, doch organisch gesunde Gehirne könnten bis ins hohe Alter äußerst leistungsfähig bleiben, auch wenn sie dann in der Regel etwas langsamer arbeiten. Bei Morbus Alzheimer sterben Hirnzellen ab, das Gedächtnis geht verloren, die Persönlichkeit der Betroffenen verändert sich. Nach der Weltgesundheitsorganisation leben weltweit 47 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung.


Welt-Alzheimertag  ist am 21. September


Die ersten Symptome sind meist Vergesslichkeit und zeitliche Orientierungsschwierigkeiten. Der Verlauf einer Demenzerkrankung ist durch drei Stadien gekennzeichnet: Während des ersten Stadiums verlieren die Betroffenen die Fähigkeit, neue Informationen zu erfassen und komplizierte Alltagsaufgaben zu bewältigen, finden sich jedoch mit diesen Einschränkungen in ihrer vertrauten Umgebung noch alleine zurecht. Im zweiten Stadium kommt es zu massiven Problemen bei täglichen Verrichtungen, wie zum Beispiel beim Waschen und Anziehen, bekannte Personen werden nicht mehr erkannt, Wahnvorstellungen treten auf. Im letzten Stadium einer Demenz verlieren die Betroffenen ihre Sprachfähigkeit und werden inkontinent sowie bettlägerig. Im fortgeschrittenen Stadium weiß ein Betroffener nicht mehr, wo er sich befindet und wer er ist, und viele erkennen auch ihre Angehörigen nicht mehr, manche der Betroffenen werden aggressiv, sodass eine Beaufsichtigung rund um die Uhr nötig wird.

Frauen erkranken übrigens häufiger an Alzheimer als Männer, wobei dafür auch die höhere Lebenserwartung ausschlaggebens sein kann, da das Risiko einer Alzheimer-Erkrankung mit zunehmendem Alter steigt. Eine andere Ursache vermutet man im Östrogenschwund nach der Menopause, wobei zwar auch Männer in geringen Mengen Östrogen produzieren, doch bleibt die Menge im Alter gleich, während bei Frauen die Menge im Alter oft stark abnimmt. Bekanntlich bringen Östrogene Nervenzellen zum Wachsen und festigen die Verbindungen zwischen Neuronen. Fehlen Östrogene, gehen Verbindungen zwischen Nervenzellen im Gehirn verloren. Möglicherweise steht auch die Häufigkeit an Depressionen damit in Verbindung, denn Frauen leiden doppelt so häufig an Depressionen wie Männer, wobei auch Depressionen das Risiko für Alzheimer erhöhen.

Morbus Alzheimer ist zumindest bei einem geringen Prozentsatz der Fälle erblich, d. h., es wird autosomal-dominant vererbt, was bedeutet, wenn ein Elternteil betroffen ist, besteht eine fünfzigprozentige Wahrscheinlichkeit, dass auch die Kinder erkranken. Man kennt mittlerweile drei Gene, die  im Falle von Mutationen die Krankheit ausbrechen lassen. Gibt es Alzheimer-Fälle in der Familie, ist es daher ratsam, ab dreißig einen Neurologen aufzusuchen, um eine mögliche Erkrankung abzuklären bzw. diese frühzeitig zu erkennen. Eine frühe Diagnosestellung ist deshalb wichtig, da bei frühzeitigem Behandlungsbeginn die Leistungsfähigkeit länger erhalten werden kann. Zwar gibt es keine wirksame Therapie, um das Fortschreiten der Erkrankung vollkommen zu stoppen, dennoch können Medikamente und begleitende psychotherapeutische Maßnahmen den Verlauf der Erkrankung verlangsamen und die Symptome mildern. Studien belegen, dass man Morbus Alzheimer durch regelmäßige Bewegung, geistige Fitness, gesunde Ernährung (Obst, Gemüse, Fisch, Olivenöl und Vollkornbrot) und ein geselliges Leben vorbeugen kann.

Entdeckt wurde diese Form der Demenz von Alois Alzheimer, der die Ursachen dafür unter dem Mikroskop fand, als er am Gehirn einer Erkrankten nach ihrem Tod flächenweise zugrunde gegangene Nervenzellen feststellte und in der gesamten Hirnrinde Eiweißablagerungen (Plaques) fand. Vergesslichkeit bei älteren Menschen galt zu dieser Zeit als Alterserscheinung. Die Erkenntnisse stellte Alzheimer bei einer Tagung in Tübingen vor und berichtete erstmals über das Krankheitsbild als einer eigenartigen schweren Erkrankung der Hirnrinde. Alzheimer bezeichnete die Erkrankung als „Krankheit des Vergessens“, doch als in den folgenden Jahren weitere ähnliche Fälle in der medizinischen Literatur beschrieben wurden, benannte der Psychiater Emil Kraepelin diese Form der Demenzerkrankung in der achten Ausgabe seines Lehrbuchs der Psychiatrie nach Alzheimer.

Erlebte subjektive kognitive Beeinträchtigungen als Indikator

Wenn bei Menschen das Gedächtnis nach eigenem Empfinden nachlässt, aber die geistige Leistungsfähigkeit nach objektiven Kriterien noch im Normbereich liegt, spricht man von von „subjektiven kognitiven Beeinträchtigungen“ oder „subjective cognitive decline“, wobei Menschen mit diesem Empfinden ein erhöhtes Risiko haben, langfristig eine Demenz zu entwickeln. Unklar sind dabei die Mechanismen, die diesen subjektiven Gedächtnisstörungen zugrunde liegen, denn die Effekte sind sehr schwach und bisherige Studien haben nur relativ kleine Personengruppen umfasst, was statistisch belastbare Aussagen schwierig macht. Wolfsgruber et al. (2020) haben nun belegt, dass die persönliche Wahrnehmung ein wichtiges Indiz sein kann, um eine Alzheimer-Erkrankung frühzeitig zu entdecken. In einer Studie mit 449 älteren Erwachsenen konnte man nun nachweisen, dass jene Menschen, die sich aufgrund von subjektiven kognitiven Beeinträchtigungen an eine Gedächtnisambulanz wenden oder eine solche verwiesen werden, messbare, wenngleich nur mäßig ausgeprägte kognitive Defizite zeigen. Diese Befunde beruhen dabei auf einer umfangreichen Testung, einer verfeinerten Datenauswertung und einer im Vergleich zu früheren Studien verhältnismäßig großen Anzahl untersuchter Menschen, wodurch die Messempfindlichkeit entscheidend verbessert wurde. So fand man heraus, dass Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer, die als gesund galten, im Allgemeinen bessere Ergebnisse bei der geistigen Leistungsfähigkeit erzielten als Probanden und Probandinnen der Gedächtnisambulanzen. Die Frauen und Männer, die an der Studie teilnahmen, unterzogen sich diversen Tests der geistigen Fähigkeiten, wobei es neben der Gedächtnisleistung auch um Aufmerksamkeits- und Konzentrationsleistungen in verschiedenen Situationen ging, etwa unter Zeitdruck zu entscheiden. Geprüft wurden unter anderem auch das Sprachvermögen und die Fähigkeit, Objekte zu erkennen und korrekt zu benennen. Außerdem wurde bei einem Teil der Probanden und Probandinnen die Konzentration bestimmter Eiweißstoffe (Amyloid-Beta-Peptide und Tau-Proteine) im Nervenwasser analysiert, also jener Flüssigkeit, die im Gehirn und Rückenmark vorkommt. Diese Biomarker-Messwerte ermöglichen Rückschlüsse auf etwaige Nervenschädigungen und Vorgänge, die mit einer Alzheimer-Erkrankung einhergehen. Man hat dabei festgestellt, dass bei Probanden und Probandinnen mit subjektiven kognitiven Beeinträchtigungen im Mittel leichte kognitive Defizite vorliegen, und dass diese mit jenen Eiweißstoffen zusammenhängen, die auf eine frühe Alzheimer-Erkrankung hindeuten, sodass man vermutet, dass sowohl die subjektiven Beschwerden, als auch die minimalen objektiven kognitiven Defizite auf Alzheimer-Prozesse zurückzuführen sind. Diese Befunde lassen sich jedoch nicht verallgemeinern, denn viele ältere Menschen haben zeitweilig subjektive Gedächtnisstörungen, ohne dass eine frühe Alzheimer-Erkrankung vorliegt.

Es ist übrigens ein Mythos,

dass Gedächtnistraining gegen Alzheimer helfen kann. Gedächtnistraining ist nur für geistig gesunde Menschen zu empfehlen, denn Menschen mit Alzheimer profitieren nicht davon, sondern sie können lediglich noch vorhandenes Wissen und vorhandene Fähigkeiten bewahren und das auch nur eine Zeit lang, sodass Experten davor warnen, sie zu überfordern und mit ihren Defiziten zu konfrontieren. Besser ist es, die Erinnerung sanft zu stimulieren, etwa mit alten Fotos oder Liedern von früher, denn oft erinnern sich Menschen mit Demenz sehr gut an Kindheitserlebnisse, während das Kurzzeitgedächtnis und die Merkfähigkeit stark nachlassen. Allerdings ist Alzheimer auch kein Schicksal, denn zahlreiche Studien haben gezeigt, dass ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen, vitaminreichen Ernährung, geistiger Aktivität und regelmäßigem Sport dazu beitragen kann, das Alzheimer-Risiko erheblich zu minimieren. Mit Alzheimer-Medikamenten kann der Krankheitsverlauf verlangsamt werden und auch Begleiterscheinungen wie Depressionen oder Aggressionen lassen sich medikamentös behandeln, wobei nicht-medikamentöse Therapien wie die geistige, körperliche und emotionale Mobilisierung die Selbstständigkeit der Btroffenen länger erhalten und das Wohlbefinden fördern können.


Bei Mäusen kann man eine beginnende Alzheimer-Erkrankung dadurch abschwächen, dass man sie einige Zeit mit Lichtimpulsen oder einer Ton-Stimulation behandelt. Es zeigten sich bei einer entsprechenden Behandlung deutliche Verbesserungen sowohl im Gedächtnis als auch im Gehirn der Mäuse. Nach einer Woche mit Tonstimulation hatte sich die Menge der Plaques und des Beta-Amyloids im Hörzentrum und in dem für das Gedächtnis wichtigen Hippocampus um bis zu fünfzig Prozent verringert. Das demonstriert, dass eine akustische Stimulation die Amyloidlast auch außerhalb des primären sensorischen Cortex reduzieren kann. Die Mikroglia nahmen durch die Tonstimulation um 60 Prozent zu, von denen man weiß, dass sie Amyloid-Plaques abbauen können. Außerdem beobachten die Forscher um 50 bis 100 Prozent erweiterte Adern und damit eine bessere Durchblutung im Hippocampus und Hörzentrum der behandelten Mäuse (Martorell et al., 2019). Nun soll an erkrankten Menschen diese Methode getestet werden.

Tierversuche mit Mäusen haben auch gezeigt, dass ein zu hoher Salzkonsum Ablagerungen im Gehirn verursachen könnte, wobei dies dieselben Ablagerungen betraf, die auch bei Menschen mit Alzheimer gefunden werden, sodass es wahrscheinlich ist, dass diese kognitive Erkrankung durch zu viel Salz begünstigt wird. Allerdings waren die in den Tierversuchen verwendeten Salzdosen so groß, dass eine Übertragung auf den Menschen nur bedingt möglich sein dürfte. Im Vergleich zur Kontrollgruppe, die weiterhin das normale Futter erhielt, nahmen die Mäuse in den Versuchen das zwischen acht- und 16-Fache an Salz auf. Anschließende Gedächtnistests, bei denen sich die Tiere einen Weg durch ein Labyrinth merken sollten oder Objekte erkennen mussten, wurden von den Tieren mit der salzhaltigen Ernährung schlechter abgeschlossen. Doch ist unklar, ob auch beim Menschen ein zu hoher Salzkonsum, der bei einem Großteil der Bevölkerung vorliegt, zu diesen Ablagerungen im Gehirn führt.

Eine Untersuchung von Ballarini, T. et al. (2021) hat gezeigt, dass die Befolgung einer mediterranen Ernährung Menschen mit hohem Risiko für die Entwicklung einer Alzheimer-Krankheit zumindest vor einer Verschlechterung des Gedächtnisses und vor mediotemporaler Atrophie schützen kann. Diese Erkenntnisse deuten also darauf hin, dass die mediterrane Ernährung ein protektiver, modifizierbarer Lebensstilfaktor gegen Alzheimer-bedingte Neurodegeneration und eine Verschlechterung des Gedächtnisses sein dürfte, wobei diese Vorteile durch eine Reduktion von Amyloidose und Tau-Pathologie vermittelt werden dürften. Demnach könnten diätetische Interventionen helfen, die Alzheimer-Krankheit bei Risikopersonen zu verzögern. Man fand auch heraus, dass Probanden, die sich ungesund ernährten, höhere pathologische Werte an diesen Biomarkern im Nervenwasser aufwiesen als diejenigen, die regelmäßig Mittelmeerkost verzehrten. Bei den Gedächtnistests schnitten die Teilnehmer, die sich nicht an die mediterrane Ernährungsweise hielten, auch schlechter ab als die Teilnehmer, bei denen regelmäßig Fisch und Gemüse auf dem Teller lagen. Einen signifikant positiven Zusammenhang gab es außerdem zwischen einer hohen Punktzahl auf der Lebensmittel-Skala für das mediterrane Ernährungsmuster und einem hohen Volumen des Hippocampus, wobei der Hippocampus jenes Hirnareal ist, das als Schaltzentrale des Gedächtnisses gilt und bei Alzheimer frühzeitig und stark schrumpft.

Die Daten wurden unter Verwendung linearer Regressionsmodelle in einer Querschnittsstudie an Menschen mit normaler Kognition (n = 169) und Probanden mit höherem Risiko für die Alzheimer-Krankheit aufgrund des Vorhandenseins einer subjektiven (n = 209) oder leichten (n = 81) kognitiven Beeinträchtigung oder eines Verwandten mit der Erkrankung (n = 53) erhoben. Da es sich um ein Querschnittdesign handelt, sind zwar keine kausalen Schlüsse möglich, doch dürfte die vorteilhafte Wirkung der Befolgung einer mediterranen Ernährung auf die Gedächtnisfunktion durch Erhaltung des Hirnvolumens in mediotemporalen Regionen vermittelt worden sein.


Forschungsarbeiten haben laut einer APA-Presseaussendung vom 8. März 2019 gezeigt, dass die Amazonaspflanze Katzenkralle als Hemmer und Reduktionsmittel gegen amyloide Plaques und neurofibrilläre Bündel eingesetzt werden könnte. Man hat entdeckt, wie deren speziellen Polyphenole zu einer verbesserten Gesundheit des Gehirns beitragen könnten. Die Bestandteile des Polyphenols gelangen über das Blut innerhalb von Minuten in das Gehirn, wo kleine molekulare Polyphenolkomponenten sich an das beta-amyloide Protein in den Plaques und an das Tau-Protein in den neurofibrillären Bündeln binden. Diese Komponenten bilden eine Art Keil, sodass die Plaques in beinahe amorphes, non-fibrilläres Material zerfallen. Die Mikroglia des Gehirns beseitigen dann das nicht giftige Material und transportieren es aus dem Gehirn. Die Senkung der Plaque-Belastung im Gehirn um 50-60 % über einen Zeitraum von 3 Monaten führte bei plaque-bildenden transgenen Mäusen zu einer deutlichen (50-60 %) Verbesserung des Kurzzeitgedächtnisses und auch zu einer deutlichen Senkung von Entzündungen im Gehirn.

Literatur

Ballarini, T. et al. (2021). Mediterranean Diet, Alzheimer Disease Biomarkers and Brain Atrophy in Old Age. Neurology, doi:10.1212/WNL.0000000000012067.
Martorell, Anthony J., Paulson, Abigail L., Suk, Ho-Jun, Abdurrob, Fatema, Drummond, Gabrielle T., Guan, Webster, Young, Jennie Z., Kim, David Nam-Woo, Kritskiy, Oleg, Barker, Scarlett J., Mangena, Vamsi, Prince, Stephanie M., Brown, Emery N., Chung, Kwanghun, Boyden, Edward S., Singer, Annabelle C. & Tsai, Li-Huei (2019). Multi-sensory Gamma Stimulation Ameliorates Alzheimer’s-Associated Pathology and Improves Cognition. Cell, doi:10.1016/j.cell.2019.02.014.
Wolfsgruber, Steffen, Kleineidam, Luca, Guski, Jannis, Polcher, Alexandra, Frommann, Ingo, Roeske, Sandra, Spruth, Eike Jakob, Franke, Christiana, Priller, Josef, Kilimann, Ingo, Teipel, Stefan, Buerger, Katharina, Janowitz, Daniel, Laske, Christoph, Buchmann, Martina, Peters, Oliver, Menne, Felix, Casan, Manuel Fuentes, Wiltfang, Jens, Bartels, Claudia, Düzel, Emrah, Metzger, Coraline, Glanz, Wenzel, Thelen, Manuela, Spottke, Annika, Ramirez, Alfredo, Kofler, Barbara, Fließbach, Klaus, Schneider, Anja, Heneka, Michael, Brosseron, Frederic, Meiberth, Dix, Jessen, Frank & Wagner, Michael (2020). Minor neuropsychological deficits in patients with subjective cognitive decline. Neurology, doi:10.1212/WNL.0000000000010142.
https://lexikon.stangl.eu/1082/demenz/ (12-11-21)



4 Gedanken zu „Morbus Alzheimer“

  1. Alzheimer Forschung Initiative e.V.

    Der Umgang mit Alzheimer-Patientinnen und -Patienten ist für Angehörige oft schwierig. Durch das nachlassende Gedächtnis, die zunehmende Orientierungslosigkeit und die damit oft einhergehende Angst und Unsicherheit, zeigen Erkrankte häufig Verhaltensweisen, die sehr herausfordernd für Angehörige sein können. Besonders schwierig ist für viele der Umgang mit Aggressionen, die manche Erkrankte zeigen. Die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) bietet Tipps und Anregungen für den Umgang mit aggressivem Verhalten bei Alzheimer.

    Mögliche Auslöser
    Es kann unterschiedliche Ursachen haben, warum Alzheimer-Erkrankte aggressiv reagieren. Patientinnen und Patienten leben mehr und mehr in ihrer eigenen Realität. Sie verstehen gewohnte Abläufe nicht mehr und können das Handeln ihrer Mitmenschen immer weniger nachvollziehen. Das kann zu Angst und Unsicherheit und in der Folge auch zu Wutanfällen und Aggressionen führen. Auch das Gefühl von Abhängigkeit und Hilflosigkeit kann aggressives Verhalten auslösen. Alzheimer-Patientinnen und Patienten können sich von Angehörigen oder pflegenden Personen bedrängt fühlen, weil sie eine Situation als ungewohnt oder bedrohlich wahrnehmen. Auslöser für plötzliche Angst oder Wut können auch fremde Menschen, laute Geräusche oder zu viel Licht sein.
    Tipps und Anregungen für pflegende Angehörige
    Verhalten nicht persönlich nehmen

    Versuchen Sie, sich zu vergegenwärtigen, dass das Verhalten des Erkrankten nicht gegen Sie persönlich gerichtet ist, sondern durch die Erkrankung bedingt ist. Im oft stressigen Pflegealltag ist das sicherlich nicht immer einfach. Wenn Sie merken, dass eine Situation zu herausfordernd ist, nehmen Sie sich die Zeit, das Zimmer kurz zu verlassen, um tief durchzuatmen und sich wieder zu sammeln.
    Alltag strukturieren und Orientierung bieten
    Um Überforderungsmomente zu vermeiden, sollten Sie den Alltag des Patienten oder der Patientin so einfach wie möglich gestalten. Bieten Sie Orientierung und Sicherheit, indem Sie Alltagsroutinen beibehalten, die Wohnungseinrichtung nicht verändern und Gegenstände am gewohnten Platz belassen. Kündigen Sie Termine wie Besuche einer ärztlichen Praxis mit genügend Vorbereitungszeit an. Äußere Auslöser wie grelles Licht, bestimmte Personen oder zu viel Lärm sollten nach Möglichkeit reduziert werden.
    Auf Gedankenwelt des Erkrankten einlassen
    Durch eine wertschätzende und einfühlsame Haltung können Aggressionen vermindert werden. Wichtig ist, sich auf die Gedankenwelt und Realität des oder der Erkrankten einzulassen. Versuchen Sie herausfinden, welcher Auslöser die Aggression hervorruft und stellen Sie diesen nach Möglichkeit ab. Vermeiden Sie Zurechtweisungen oder Richtigstellungen, denn sie führen zu nichts und können den Patienten oder die Patientin zusätzlich verunsichern oder verärgern.
    Auf eine einfache Kommunikation achten
    Damit sich der Patient oder die Patientin wahrgenommen und verstanden fühlt, ist es wichtig angemessen mit ihm oder ihr zu kommunizieren. Das erfordert vor allem Ruhe und Geduld. Achten Sie darauf, langsam, deutlich und in kurzen Sätzen zu sprechen. Gesten und eine deutliche Körpersprache können beim Verständnis helfen. Nutzen Sie Fragen, die mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden können. Wechseln Sie das Thema, wenn die erkrankte Person bei einem Gespräch nicht folgen kann oder das Thema Irritationen hervorruft. Wenn im späten Krankheitsstadium Kognition und Sprachfähigkeit immer mehr nachlassen, werden Blick- und Körperkontakt immer wichtiger.
    Bestellung eines kostenlosen Ratgebers: https://www.alzheimer-forschung.de/alzheimer/broschueren-downloads/was-ist-alz/

  2. Alzheimer Forschung Initiative e.V.

    Rund um die Alzheimer-Krankheit halten sich hartnäckig einige Gerüchte. Eins davon: Alzheimer ist keine Krankheit, sondern ganz normal bei sehr alten Menschen. Das ist falsch, sagt die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI). Ein organisch gesundes Gehirn wird im hohen Alter zwar langsamer, kann aber noch sehr leistungsfähig sein. Alzheimer ist dagegen eine Erkrankung, entsprechende Ablagerungen werden in bildgebenden Verfahren sichtbar. So gebe es keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass die Krankheit beim Menschen ansteckend sei. Auch habe sie nichts zu tun mit einer erhöhten Aluminium-Aufnahme. Zwar wurde im Gehirn verstorbener Alzheimer-Patienten eine höhere Konzentration festgestellt. Fachleute gehen derzeit aber davon aus, dass das eine Begleiterscheinung und nicht die Ursache ist.
    Es sind nur rund ein Prozent aller Alzheimer-Erkrankungen eindeutig erblich bedingt. Diese Menschen erkranken dann schon recht früh im Leben. Bei allen anderen beginnen die Symptome meist erst ab 65 Jahren. Alzheimer ist noch nicht heilbar – das stimmt. Aber das Gerücht, deshalb nichts tun zu können, ist ein Irrtum. Mit Medikamenten kann der Verlauf verlangsamt werden, auch Begleiterscheinungen wie Depressionen oder Aggressionen sind behandelbar. Nicht-medikamentöse Therapien mobilisieren zudem geistig, körperlich und emotional.
    Quelle: www. geo. de / wissen/gesundheit/das-ist-doch-nur-das-alter-aufraeumen-mit-alzheimer-geruechten-31533804.html (22-01-14)

  3. Populärmagazine

    Nach einer in vielen populären Zeitschriften verbreiteten Studie sollen Tiefkühlpizza, Mikrowellen-Lasagne oder Pommes nicht nur zu Fettleibigkeit und Diabetes führen, sondern sich auch negativ auf das Gehirn auswirken können und das schon nach vier Wochen. Die Tatsache, dass solche Effekte so schnell festzustellen waren, ist nach Ansicht der Autorin Ruth Barrientos alarmierend. Diese Ergebnisse zeigen ihrer Meinung nach, dass der Konsum von Fertigprodukten direkte negative Auswirkungen auf das Gedächtnis hat, was für die alternde Bevölkerung bedeutet, dass Gedächtnisverlust mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zu Alzheimer führt. Allerdings: In der Studie ahmten die ForscherInnen mit Ratten die menschliche Ernährung nach und fanden heraus, dass Fleisch- und Wurstwaren neben Gehirnschädigungen auch Entzündungen auslösen, die zu schweren Herz-Kreislauf-Problemen führen können.

  4. Was manche HomöopathInnen und HeilpraktikerInnen so vor sich hin glauben ;-)

    Wir wissen doch: Mit zunehmender Belastung durch Mobilfunk-Mikrowellen, werden wir in der Praxis immer mehr mit Frühdemenz – schon bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen – konfrontiert. Erste Zeichen sind Sprachverarmung, Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen, Schwindelanfälle, Aggressionsausbrüche ohne erkennbaren Grund, Erstarrung der Gestik, der Mimik und des Bewegungsapparates. Kleine Kinder können nicht mehr hüpfen. Das sollte uns alle alarmieren! Äußerlich zeigt sich immer mehr das Bild einer geistigen Verarmung. Außer gelegentlichen tobsuchtsähnlichen Anfällen starren Patienten einfach vor sich hin und sind kaum noch ansprechbar. Medizinisch gesehen liegen sowohl Fremdproteine im Gehirn als auch die Schrumpfung der Gehirnmasse vor. Besonders betroffen sind die Broca- und Wernicke-Zone (Sprachzentren), daher die Sprachverarmung.

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