Psychopathie
Als Psychopathen bezeichnet man Menschen, die schwer gestört sind, fortwährend gesellschaftliche Regeln verletzen, häufig Straftaten begehen und über gering ausgeprägte soziale Emotionen wie Mitgefühl oder Reue verfügen. Psychopathen sind auf den ersten Blick mitunter charmant unauffällig und verstehen es, oberflächliche Beziehungen herzustellen. Dabei sind sie mitunter sehr manipulativ, um ihre Ziele zu erreichen. Oft mangelt es Psychopathen an langfristigen Zielen, sie sind impulsiv und verantwortungslos. Psychopathie geht häufig mit antisozialen Verhaltensweisen einher, so dass begleitend oft die Diagnose der dissozialen/antisozialen Persönlichkeitsstörung gestellt wird.
Die Psychopathie-Checkliste von Robert D. Hare wird als eines von mehreren Instrumenten für die Begutachtung von Straftätern eingesetzt, wobei in einigen amerikanischen Bundesstaaten das Ergebnis dieses Tests sogar über die Anwendung der Todesstrafe entscheidet. Die Psychopathie-Checkliste von Hare unterscheidet zwei Dimensionen der Psychopathie:
Dimension 1: ausnützerisch
trickreich sprachgewandter Blender mit oberflächlichem Charme
erheblich übersteigertes Selbstwertgefühl
athologisches Lügen (Pseudologie)
betrügerisch-manipulatives Verhalten
Mangel an Gewissensbissen oder Schuldbewusstsein
oberflächliche Gefühle
Gefühlskälte, Mangel an Empathie
mangelnde Bereitschaft und Fähigkeit, Verantwortung für eigenes Handeln zu übernehmen
Dimension 2: impulsiv
Stimulationsbedürfnis (Erlebnishunger), ständiges Gefühl der Langeweile
parasitärer Lebensstil
unzureichende Verhaltenskontrolle
frühere Verhaltensauffälligkeiten
Fehlen von realistischen, langfristigen Zielen
Impulsivität
Verantwortungslosigkeit
Jugendkriminalität
Verstoß gegen Bewährungsauflagen bei bedingter Haftentlassung
Hinzu kommen häufig Promiskuität, viele kurzzeitige ehe(ähn)liche Beziehungen und polytrope (vielgestaltige) Kriminalität.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Psychopathie (11-01-02)

