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Unter Hypnagogie versteht man einen Bewusstseinszustand, der kurz vor bzw. beim Einschlafen bzw. auch dem Tagschlafen auftreten kann, also beim Übergang vom Wachzustand in den Schlaf. In dieser Phase können Wachträume, visuelle, auditive und bzw. oder taktile Halluzinationen sowie eine Schlafparalyse auftreten. Der Übergang vom Wachsein zum hypnagogen Zustand vollzieht sich meist fließend, und auch wenn das Wachdenken vorwiegend abstrakt ist, wird es im Hintergrund vom anschaulichen Denken begleitet, d. h., die nach außen gerichtete Aufmerksamkeit ist herabgesetzt, das abstrakte Denken aber nicht völlig abgeschaltet, sodass sich die Gedanken lockerer und ungezielter aneinander reihen, meist mehr analog als logisch verknüpft.

Hypnagogie bezeichnet also den Bewusstseinszustand, der beim Einschlafen auftreten kann, wobei ein Mensch im hypnagogischen Zustand visuelle, auditive und taktile Pseudohalluzinationen erlebt, ohne sich bewegen zu können. Der Begriff wurde im 19. Jahrhundert durch Alfred Maury geprägt. Vermutlich tritt Hypnagogie dann auf, wenn ein Mensch beim Einschlafen zu schnell in den REM-Schlaf gelangt, in der das Gehirn die Glieder (Schlafparalyse) blockiert, damit man die Bewegungen, die geträumt werden, nicht ausgeführt werden. Der Übergang vom Wachsein zum hypnagogen Zustand vollzieht sich meist fließend, die nach außen gerichtete Aufmerksamkeit ist herabgesetzt, das Denken aber nicht völlig abgeschaltet. Aus diesem Zustand kann man jederzeit auftauchen.

Hypnagogische Phänomene treten häufiger bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf, wobei die Anzahl mit zunehmendem Alterabnimmt. Dieses Phänomen tritt auch eher bei Frauen als bei Männern auf. Im Kleinkindalter sind solche Einschlafzuckungen noch häufiger und werden auch im Verlauf des Schlafes beobachtet.

Zu häufig geschilderten visuellen Phänomenen der Hypnagogie gehören Phosphene, die sich als Lichtfunken, geometrische Muster oder figurative Bilder manifestieren, wobei sie farbig oder monochromatisch sein, und als zwei- oder dreidimensionale Bilder auftreten können. Die Bilder sind flüchtig und wechseln schnell und haben im Unterschied zu Traumbildern meist keinen narrativen Inhalt. Manchmal gestalten sich die Bilder im hypnagogen Zustandals visueller Nachhall von Tageswahrnehmungen, insbesondere dann, wenn die Menschen lange Zeit eine monotone Tätigkeit ausgeübt hatten.

In vielen Fällen treten in dieser Phase auch unwillkürliche Muskelbewegungen auf (Myoklonus), wobei die Stärke dieses hypnagogischen Zuckens variieren kann. Einige Menschen sind sich der Zuckungen möglicherweise nicht bewusst und erfahren meist nur durch andere von diesen unkontrollierten Bewegungen. Bei manchen Menschen können solche unwillkürlichen Zuckungen in Krämpfe übergehen. Hinweis: Gelegentliche hypnagogische Zuckungen sind normal.

Häufig kommt es in dieser Phase zu hypnagogen Einschlafzuckungen – Einschlafmyoklonien, hypnagoge Zuckungen, benigner Schlafmyoklonus, bei denen es sich um plötzliche, kurze Zuckungen (Myoklonien) des Körpers handelt, die während des Einschlafens auftreten. Manchmal werden Einschlafzuckungen auch von subjektiv wahrgenommenen grellen Lichtblitzen (visuelle Einschlafzuckungen), lauten Geräuschen (auditive Einschlafzuckungen) oder dem Gefühl zu fallen oder zu stolpern begleitet.

Einschlafzucken sind häufiger bei angespannten Menschen zu finden, oft auch als Reaktion auf ein Geräusch. In Hirnstromkurven zeigten sich große Ausschläge während der Bewegung, woraus man schließt, dass das Zucken von überreizten Nerven innerhalb der Formatio reticularis stammen könnte. Eine Fehlzündung in diesem Kontrollbereich breitet sich dabei als Erregungswelle in andere Hirnteile aus und verursacht etwa im Bewegungszentrum das Anspannen von Muskeln. Für diese Deutung spricht ebenfalls, dass einige Menschen gleichzeitig mit dem Zucken helle Blitze oder knallende Geräusche wahrnehmen.

Solche Einschlafzuckungen treten bei etwa einem Drittel der Menschen auf und sind ein natürliches Phänomen ohne Krankheitswert. Die Stärke eines hypnagogischen Zuckens kann variieren, wobei sich viele Menschen der Zuckungen nicht bewusst sind. In seltenen Fällen können solche Zuckungen in Krämpfe übergeben, sodass sich manche dadurch erschrecken und wieder aufwachen. Manche Menschen erleben in dieser Phase auch Symptome wie das Gefühl zu fallen, einen schnelleren Herzschlag, schnelles Atmen oder Schwitzen.

Manche vermuten, dass Menschen diesen Reflex von den Primatenvorfahren geerbt haben und dass er dazu diente, die Wachsamkeit zu wecken, denn wenn diese auf einem Baum schliefen, könnte das hypnagogische Zucken dazu gedient haben, nicht von ihrem Ast zu fallen bzw. sehr schnell reagieren zu können, wenn sie sich auf dem Boden wiederfinden.

Risikofaktoren für pathologische Formen dieser Parasomnie sind Alkohol- und Drogenmissbrauch, Angst, Stressbelastungen, generelle Schlafschwierigkeiten, Narkolepsie, Depressionen oder bipolare Störungen, Parkinson-Krankheit.

Ähnliche Phänomene treten bei manchen Menschen auch beim Aufwachen auf, wobei man diese dann als hypnopomp bezeichnet.

Siehe dazu auch Luzides Träumen und Unterschwellige Wahrnehmung.

Literatur

https://flexikon.doccheck.com/de/Hypnagogie (20-09-14)
https://de.wikipedia.org/wiki/Hypnagogie (20-09-14)



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