Eifersucht

Eifersucht beschreibt eine schmerzhafte Emotion, die man bei einer nicht oder nur in ungenügendem Maße erhaltenen Anerkennung, Aufmerksamkeit, Liebe, Respekt oder Zuneigung seitens einer geschätzten Bezugsperson gegenüber einer damit tatsächlich oder vermeintlich stärker begünstigten verspürt. Eifersucht entsteht, wenn der Anspruch auf Zuneigung oder Liebe vermeintlich oder real durch den Partner dadurch in Frage gestellt wird, dass er ebendiese Zuneigung oder Liebe jemand anderem als einem selbst entgegenbringt und dadurch eine starke Verlustangst auslöst. Eifersucht hat nicht nur ihren Ursprung bezüglich eines Verdachts der sexuellen Untreue, denn sie entsteht auch durch das Empfinden einer Vertrautheit zwischen dem Partner und einer dritten Person, die die eifersüchtige Person ausschließt. So kann ein Kind ab einem Alter von sechs Monaten eifersüchtig werden, wenn seine Eltern den Geschwistern mehr Zuwendung geben. Bei erwachsenen Menschen kann Eifersucht etwa auftreten, wenn der Partner mit einem anderen Menschen flirtet oder Vertraulichkeiten austauscht und der Beobachter dies als Gefährdung der eigenen Beziehung wahrnimmt. Während die Eifersucht des Kindes in der Regel verschwindet, wenn es von seinen Eltern ebenfalls die gleiche Zuwendung erfährt, verlangt ein eifersüchtiger Partner meist darüber hinaus nach einer uneingeschränkten, ausschließlich ihm geltenden Aufmerksamkeit.

Vor allem sind Menschen mit geringen Selbstwertgefühl sind anfällig für Eifersucht, denn bei ihnen besteht eher die Tendenz, denn Mittelpunkt ihres Lebens derart auf die Beziehung zu konzentrieren, dass dem anderen kein Platz mehr zum Atmen bleibt. Schlechte Erfahrungen aus vorangegangenen Beziehungen, in denen sie enttäuscht wurden, vertiefen das Gefühl, den Partner kontrollieren zu müssen, um das neuerliche Scheitern einer Beziehung zu verhindern. Menschen, die krankhaft eifersüchtig sind, haben meist nicht gelernt, Nähe zum anderen herzustellen, denn häufig sind es Menschen, die in der Kindheit das Erlebnis von unzuverlässigen Beziehungen erfahren haben, deren Eltern sich getrennt haben oder die nicht viel Zuwendung erhalten haben. Bei diesen beobachtet man häufig die Unfähigkeit das Gefühl der Zusammengehörigkeit zum Partner herzustellen, wobei das Gefühl, durch nichts getrennt werden zu können, extrem Eifersüchtigen fehlt. Manche Eifersüchtige drehen sich mitunter so tief in eine Misstrauensspirale, dass diese schließlich in Gewalt mündet, wobei sich Unsicherheit, Angst, Trauer, Wut bis hin zu Mordgedanken übersteigern können. Das Hauptmordmotiv auf der Welt ist die Kränkung, denn nichts kränkt Menschen so sehr, als wenn ihnen die Liebe entzogen wird. Dahinter steht häufig das Empfinden, dass wenn man das Objekt der Eifersucht nicht besitzen kann, soll es auch kein anderer haben, wobei Männer Eifersucht oft weniger gut ertragen als Frauen. Die Gründe für die Ängste des Mannes sind evolutionär bedingt die vor Kuckuckskindern, denn bleibt ihm die Partnerin sexuell treu, gibt ihm das die Sicherheit, dass er die selbst gezeugten Nachkommen großzieht. Frauen haben das Interesse, den Mann möglichst lange emotional an ihrer Seite zu wissen, weil sie evolutionär gesteuert darauf achten, einen Partner zur Seite zu haben, der ökonomisch dazu beiträgt, die Kinder mit großzuziehen. Manche Experten sind von der evolutionären Hypothese nicht so überzeugt und meinen, dass weniger das Geschlecht für die Art und Weise verantwortlich ist, in der Eifersucht empfunden wird, sondern die Art der angestrebten Beziehung. Menschen, die eher in einer Partnerschaft Nähe suchen, reagieren sensibler auf emotionale Untreue, während Menschen, denen ihre eigene Selbstständigkeit sehr am Herzen liegt, eher die sexuelle Treue wichtig ist.

Siehe dazu auch das Othello-Syndrom und den Eifersuchtswahn.

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Eifersucht (14-11-21)
http://www.rp-online.de/leben/gesundheit/psychologie/eifersucht-analyse-eines-uebermaechtigen-gefuehls-aid-1.5148404 (15-06-28)




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