Hörsinn

Im Unterschied zum Sehsinn ist der Hörsinn bereits bei der Geburt sehr gut ausgebildet, wobei das Neugeborene noch ein paar Tage braucht, bis seine Gehörgänge gänzlich frei von Fruchtwasser sind, aber es hört schon ab dem 5. Schwangerschaftsmonat recht gut und nimmt in den ersten Lebensmonaten Geräusche ganz besonders differenziert wahr. Auch die zeitliche Auflösung des Gehörs scheint bereits gut zu funktionieren, denn junge Säuglinge können Phoneme aller Sprachen unterscheiden. Wahrnehmungsvorlieben gibt es insbesondere für melodiös gesprochene Sprache im Frequenzbereich von Frauenstimmen. Dass das akustische Gedächtnis bereits bei der Geburt recht gut funktioniert, wurde experimentell nachgewiesen: Neugeborene erinnern sich an das Lautmuster einer Geschichte, die ihnen während der Schwangerschaft vorgelesen wurde und scheinen zudem eine Vorliebe für die eigene Muttersprache zu haben, was man ebenfalls auf pränatale Einflüsse zurückführt. Die Fähigkeit, Geräusche im Raum zu orten, lässt sich nur schwer überprüfen, weil das Kind abgesehen von der subkortikal über die Colliculi gesteuerten groben Orientierung hin zur Schallquelle durch seine eingeschränkten Sehfähigkeiten und die begrenzte motorische Kopfkontrolle zunächst nicht gut zeigen kann, wo es die Quelle eines Geräusches vermutet.

Literatur
Pauen, Sabina & Vonderlin, Eva (2007). Entwicklungsdiagnostik in den ersten drei Lebensjahren. Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung.




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