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Die Lernpsychologie beschäftigt sich mit den psychologischen Vorgängen des Lernens und verwandten kognitiven Prozessen, letztlich wie Menschen oder Tiere Informationen erwerben, verarbeiten und speichern. Produkte dieser Wissenschaft sind Lerntheorien. Lehren soll bekanntlich Lernen ermöglichen und unterstützen, sodass allein aus diesem Grund die Lernpsychologie eine wesentliche Grundlage der schulischen Didaktik wie auch der Hochschuldidaktik darstellt. Die Lernpsychologie ermöglicht es, geeignete Entscheidungen beim Lehren zu treffen und das eigene Handeln zu begründen, denn sie beschäftigt sich mit den wesentlichen Grundlagen der Lehr-Lern-Forschung und leitet daraus Handlungsprinzipien für theoriegeleitetes und evidenzbasierten Unterricht aber auch evidenzbasierter Hochschullehre her.

Die Lernpsychologie setzt sich also mit den Grundprinzipien des Lernens, besonders seinen klassischen Varianten aber auch innovativen Lernarten auseinander und geht Fragen nach: Wie lernen Lebewesen? Welche Arten des Lernens gibt es? Wie setzt man Gelerntes um?

Die klassischen Lerntheorien lassen sich in drei grobe Bereiche unterteilen. Auf der einen Seite bestehen die behavioristischen Ansätze, die die Beobachtung des Verhaltens in den Vordergrund stellen und sich nicht so sehr mit den Leistungen des Gehirns beschäftigen. Auf der anderen Seite existieren die kognitiven Konzepte, die gerade letzteren Aspekt stark betonen, erforschen und hinterfragen. Die Kognitivisten wollen die Denkprozesse des Lernens erkennen und erklären. Der dem Kognitivismus verwandte Konstruktivismus wurde bereits im 18. Jahrhundert durch den neapolitanischen Philosophen Giambattista Vico geprägt. Die Lernenden sollen mit authentischen Situationen konfrontiert werden, in der die individuelle Wahrnehmung und Interpretation eine wichtige Rolle spielen. Nicht das Wissen, das von außen an den Menschen herangetragen und von Menschen bearbeitet wird steht im Mittelpunkt, sondern der Mensch selbst, der sich aus seiner Wahrnehmung eine eigene Sichtweise seiner Umwelt konstruiert. Dieser Lernprozess wird als individueller Vorgang der aktiven Wissenskonstruktion interpretiert. Nach diesem Ansatz wird Wissen nicht einfach angeeignet oder durch Instruktionen übernommen, sondern selbstaktiv und individuell unterschiedlich konstruiert. Nach dieser Theorie konstruiert jeder Mensch seine eigene Wirklichkeit, wobei sich diese an Erfahrungen, Lebensumständen und sozialen Bezügen orientiert.

Siehe dazu die ausführliche Darstellung der Grundlagen der Lernpsychologie in den Arbeitsblättern!

Literatur
Stangl, W. (1999). Lernpsychologie. [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/Lernpsychologie.shtml (99-11-17)



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