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Bei der Parasomnie handelt es sich um ungewöhnliche Verhaltensweisen, die an der Schwelle vom Schlaf- zum Wachzustand oder auch während des Schlafes geschehen. Bei Parasomnien handelt es sich nicht nur um gelegentliche Einschlafstörungen oder unruhigen Schlaf aufgrund von Stresssituationen. Von Parasomnie Betroffene zeigen Symptome wie Sprechen im Schlaf, Schlafwandeln oder Zuckungen, aber auch Zähneknirschen und Albträume zählen zu den Symptomen. Sie können bereits beim Einschlafen, aber auch während der verschiedenen Schlafphasen sowie kurz vor dem Erwachen eintreten und münden in der Regel in Erschöpfungszustände während des Tages. Während Parasomnien bei Kindern und Jugendlichen nicht selten sind und normalerweise im Laufe der Zeit wieder verschwinden, kann sich die unzureichende Schlafqualität bei Erwachsenen zu einer ernsthaften Krankheit entwickeln. Bei Kindern kann eine Reifestörung im Gehirn zu Parasomnien führen, die sich im Normalfall meist als harmlos erweist.

Je nach Schlafphase unterscheidet man Parasomnien während REM-Phasen und Parasomnien während Non-REM-Phasen. Während einer NonREM-Schlafphase findet man bei den Betroffen besonders häufig von den folgenden Symptomen, bei denen erst nach längerer Dauer therapeutisch eingeschritten werden muss:

  • Schlafwandeln: Auch als Somnambulismus bekannt, zeigt das Schlafwandeln verschiedene Effekte: Zwar verlassen sämtliche Betroffene ihre Schlafstätte und nehmen ihre folgenden Handlungen ohne wirkliche Orientierung vor. Doch während einige zielgerichtet ihren Kleiderschrank sortieren, begeben sich andere unkontrollierbar ins Freie und laufen Gefahr, sich oder andere zu verletzen. Wer mit Schlafwandlern zusammenlebt, kann durch Alarmtöne beim Verlassen des Hauses oder das Versperren der Haustür Vorsorge leisten.
  • Nachtschreck oder pavor nocturnus: Wer daran leidet, zittert während der Nacht vor Furcht, oft richten sich die Betroffenen mit einem lauten Schrei im Bett auf, der Atem fliegt, der Puls rast, die Augen sind weit aufgerissen. In diesem Stadium lassen sie sich weder aus ihrer Starre erwecken noch ansprechen.
  • Schlaftrunkenheit: Typisch sind fahrige Bewegungen, heftigemsSchluchzen und eine allgemeine Verwirrung, wobei kein äußerer Einfluss zur Beruhigung beitragen kann. Betroffen davon sind in erster Linie Kleinkinder.

Bei keiner dieser Parasomnien besteht zunächst Anlass zur Beunruhigung, denn im Normalfall reduzieren sich Häufigkeit und Ausmaß der Anfälle von alleine, und es bedarf keiner medizinischen Therapie. In chronischen Fällen wird allerdings ärztliche Hilfe angeraten.

In der REM-Schlafphase bzw. im  Traumschlaf findet man folgende Symptome:

  • Albträume: Eine hohe Aktivität der Amygdala während eines Albtraums kann zu wiederholt bedrohlich wirkenden und Angst einflößenden Träumen führen, denn als Teil des limbischen Systems ist die Amygdala gemeinsam mit dem Hippocampus für Emotionen verantwortlich. Die Resultate verschiedenster Gefühlsregungen während des Schlafs wurden und werden auch von der Traumdeutung erforscht. Typisch für Betroffene ist, dass sie sich noch lange nach dem Aufwachen an das im Traum Erlebte erinnern können, sodass sie ihre Angst teils über eine lange Zeit nicht verlieren, Stimmungsschwankungen unterliegen und mit kognitiven Verhaltensproblemen und Tagesmüdigkeit zu kämpfen haben. Während bis zu fünfzig Prozent aller Kinder Phasen mit Alpträumen durchleben, diese sich aber mit dem Älterwerden im Normalfall von alleine wieder einstellen, wird erwachsenen Betroffenen eine frühzeitige Behandlung empfohlen. Auch ein Erwecken aus einem Albtraum durch Nahestehende kann positive Effekte zeigen.
  • Schlaflähmung: Von einer Schlaflähmung Betroffene sind direkt nach dem Erwachen trotz klaren Verstandes für einige Minuten nicht in der Lage zu sprechen oder bewusste Bewegungen auszuführen, die Atmung ist kaum zu spüren. Die auch als Schlafparalyse bezeichnete Schlafstörung ist körperlich ungefährlich, kann bei Betroffenen allerdings Angstzustände mit langwierigen psychischen Folgen auslösen. Durch Lärm oder kräftige Berührungen lässt sich der Zustand in Einzelfällen vorzeitig beenden.
  • Bei einer REM-Schlaf-Verhaltensstörung bleiben die Muskeln unbewusst aktiv, Betroffene treten oder schlagen um sich, aber auch ein Zittern oder Zucken der Gliedmaßen sowie die Ausführung bestimmter Gesten werden häufig beobachtet. Bei chronischen Verläufen wird eine medikamentöse Behandlung empfohlen.

Parasomnien nach der International Classification of Sleep Disorders (ICSD; ASDA 1990)

Aufwachstörungen (Arousal-Störungen)

Störungen des Schlaf-Wach-Übergangs

  • Schlafstörungen durch rhythmische Bewegung
  • Einschlafzuckungen
  • Sprechen im Schlaf
  • Nächtliche Wadenkrämpfe

REM-Schlaf-assoziierte Parasomnien

  • Alpträume
  • Schlaflähmung
  • Beeinträchtigung der Erektionen im Schlaf
  • Schmerzhafte Erektionen im Schlaf
  • REM-Schlaf-abhängige Asystolie (Sinus-Arrest)
  • Verhaltensstörung im REM-Schlaf

Andere Parasomnien

  • Bruxismus
  • Enuresis nocturna
  • Schlafbezogenes abnormes Schlucksyndrom
  • Nächtliche paroxysmale Dystonie
  • Syndrom des ungeklärten plötzlichen nächtlichen Todes
  • Primäres Schnarchen
  • Kindliche Schlafapnoe
  • Angeborenes zentrales Hypoventilationssyndrom
  • Plötzlicher Kindstod
  • Gutartiger Schlafmyoklonus beim Neugeborenen

Literatur

https://www.scinexx.de/businessnews/parasomnien-wenn-der-schlaf-nicht-so-verlaeuft-wie-er-es-soll/ (21-10-28)



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