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Lernmotivation

    Lernmotivation ist ein Sammelbegriff für emotionale und kognitive Prozesse, die dafür verantwortlich sind, dass ein Lernender absichtlich etwas Neues lernt, um die von ihm antizipierten und mit dem Lernen mehr oder weniger direkt verknüpften Folgen erreichen oder verhindern zu können (vgl. Wegge 1998). Die eigenen Erwartungen des Lernenden sind daher ein wesentlicher Bestandteil der Lernmotivation. Lernmotive sind für die wissenschaftliche Psychologie daher Erklärungsversuche für Verhaltensweisen, durch die Menschen zu ihrem bisherigen Wissen neues Wissen und neue Fähigkeiten hinzufügen. In der Pädagogischen Psychologie hat sich vor allem Heckhausen (1980) mit den zentralen Faktoren der Lernmotivation beschäftigt und eine berühmte Formel dafür aufgestellt, die für manche wohl eher demotivierend wirkt, sich mit ihr zu beschäftigen:

    Motl = (LM*E*Ae)+As+N+[bld+bZust+bAbh+bGelt+bStrafv]

    Motl = Lernmotivierung
    LM = Leistungsmotivation: Zielstrebiges Verhalten in Auseinandersetzung mit einem Gütemaßstab
    E = Erreichbarkeitsgrad des in der Lernsituation gestellten Leistungszieles für den individuellen Schüler (erlebte Erfolgswahrscheinlichkeit in %)
    Ae = Anreiz von Aufgaben
    As = sachbereichsbezogener Anreiz
    N = Neuigkeitsgehalt eines dargebotenen Lehrstoffes
    bId = Bedürfnis nach Identifikation mit dem Erwachsenenvorbild
    bZust = Bedürfnis nach Zustimmung, positivem Feedback
    bAbh = Bedürfnis nach Abhängigkeit von Erwachsenen
    bGelt = Bedürfnis nach Geltung und Anerkennung in den Augen des Lehrers und/oder der Mitschüler
    bStrafv = Bedürfnis nach Strafvermeidung

    Unter pädagogisch-didaktischer Perspektive war es das Verdienst Heckhausens darauf hinzuweisen, dass von Seiten der Lehrenden der Erreichbarkeitsgrad eines Zieles, der Anreiz der Aufgabe und der Neuigkeitsgehalt von Informationen höchstes Augenmerk zu schenken ist. Die Leistungsmotivationsforschung hat gezeigt, wie wichtig Schwierigkeitsdosierungen für die Motivierung im Unterricht sind, die den Fähigkeiten der einzelnen Schüler Rechnung tragen.

    Literatur
    Heckhausen, Heinz (1980). Motivation und Lernen. Berlin: Springer.
    Wegge, Jürgen (1998). Lernmotivation, Informationsverarbeitung, Leistung. In Detlef H. Rost
    (Hrsg.), Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie. Berlin: Waxmann.


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