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Parakosmos

    Ein Parakosmos ist eine detaillierte imaginäre Welt, wobei viele Parakosmen aus der Kindheit stammen. Psychologisch betrachtet handelt es sich in der Regel um Vorstellungen, die aus der Fantasie heraus geboren werden und in engem Zusammenhang mit Tagträumen und dem Phänomen des Mind wandering stehen.

    Ein Schöpfer bzw. eine Schöpferin eines Parakosmos entwickelt mit der Zeit eine komplexe und tief empfundene Beziehung zu diesem subjektiven Universum, das reale oder imaginäre Charaktere und Konventionen beinhalten kann. Ein Parakosmos besitzt in der Regel seine eigene Geographie, Geschichte und Sprache und ist eine Erfahrung, die oft in der Kindheit entwickelt wird und sich über einen langen Zeitraum, Monate oder sogar Jahre als anspruchsvolle Realität fortsetzt, die bis ins Erwachsenenalter andauern kann.

    Zwei Drittel der Kinder haben imaginäre Freunde, eines von zehn erfindet eine oder mehrere komplexe Fantasiewelten, doch auch Erwachsene fliehen gern in die Imagination, d. h., sie begeben sich in ihren Tagträumen in einen Parakosmos. Ganz gleich, ob man sich den nächsten Urlaub ausmalt oder sich den idealen romantischen Partner vorstellt, es macht vielen Menschen Spaß, sich in eine Welt zu begeben, in der Wünsche lebendig werden und dort realisierbar scheinen. Nach Stu­dien sind solche mentalen Auszeiten keine Zeitverschwendung, wobei sie besonders für das junge, sich entwickelnde Gehirn von Bedeutung sind.

    Das Konzept des Parakosmos wurde ursprünglich in der Science-Fiction und Fantasy-Literatur entwickelt und bezeichnet dort einen Ort oder eine Dimension, die sich von unserem eigenen Universum unterscheidet und möglicherweise andere Gesetze der Physik oder andere Eigenschaften hat. Der Begriff wurde von dem Schriftsteller H. P. Lovecraft verwendet und wurde später von anderen Autoren in der Fantasyliteratur aufgegriffen. Es ist ein Konzept, das dazu dient, die Vorstellungskraft anzuregen und die Möglichkeiten der Science-Fiction und Fantasy zu erweitern.

    Literatur

    Killingsworth, M. A. & Gilbert, D. T. (2010). A wandering mind is an unhappy mind. Science, 330, doi:10.1126/science.1192439


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