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Selbstliebe

    Die intensivste Beziehung, die wir je haben können, ist die mit uns selbst.
    Shirley MacLaine

    Es ist nicht dein Job, mich zu mögen – es ist meiner.
    Byron Katie

    Selbstliebe, auch Eigenliebe oder Selbstwert, bezeichnet eine allumfassende Annahme seiner selbst in Form einer uneingeschränkten Liebe zu sich selbst, wobei der Begriff mit Begriffen wie Selbstannahme, Selbstachtung, Selbstzuwendung, Selbstvertrauen und Selbstachtsamkeit sinnverwandt ist. Von manchen wird die Selbstliebe als Grundlage dafür betrachtet, andere Menschen lieben zu können bzw. eine Voraussetzung für eine gute Verbindung zur Welt und zu anderen Menschen zu bilden. Die Selbstliebe steht dabei in deutlicher Abgrenzung zu Narzissmus und Egoismus, denn diese basieren auf einer Überschätzung bzw. Überhöhung des Selbst. Selbstliebe ist ein wesentlicher Teilaspekt des umfassenderen Selbstwertgefühls, das in einem hohen Maße nicht nur das Selbstbild eines Menschen bestimmt, sondern auch Basis eines wertschätzenden Umgangs mit anderen Menschen ist. Die Interaktion mit der Umwelt wird zu einem wesentlichen Teil durch die Selbstliebe und das Selbstvertrauen geprägt, also das Vertrauen in die Fähigkeit, das eigene Leben gestalten und selbst gesteckte Ziele erreichen zu können (Selbstwirksamkeit).

    Im Bereich der Psychologie ist Selbstliebe oder Selbstwert aber ein eher unklarer, da vielfach wertend verwendeter Begriff, der die Schätzung des eigenen Selbst im Gegensatz zur Rücksicht und Zuneigung zu anderen betrifft. Selbstliebe bzw. Selbstwert meint nach Morris Rosenberg (1965) dabei das subjektive Empfinden seines eigenen Wertes, die Wertschätzung der eigenen Persönlichkeit, die Zufriedenheit mit sich selbst. Er fand bei Schülern, bei denen der Selbstwert stark ausgeprägt war, dass nur vier Prozent zu Depressionen neigten, während es bei jenen, die ein sehr schwaches Selbstbewusstsein aufwiesen, hingegen achtzig Prozent waren. Eine gespaltene Beziehung zur Selbstliebe findet sich auch in vielen christlich geprägten Gemeinschaften, in denen es wertende Vorbehalten gegen Selbstliebe gibt, da in solchen diese allein aus der Liebe zu einem göttlichen Wesen heraus definiert werden kann, daher in manchen Fällen sogar als sündhaft betrachtet wird.

    Ein Mangel an Selbstliebe geht oft mit Unsicherheit einher, denn wer sich selbst nicht gut genug kennt (Selbstreflexion), der_dem fällt es oft schwer, für sich zu definieren, was für die eigene Person wichtig ist, also ihre_seine eigenen Werte zu erkennen. Solche Menschen haben oft Probleme damit, Entscheidungen zu treffen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen und dafür einzustehen. Ein solcher Mangel ist oft spürbar als eine Art innere Leere, ein Gefühl der Unzufriedenheit und Unzulänglichkeit, wobei diese Lücke kaum durch Liebe von außen oder durch Anerkennung anderer gefüllt werden kann. Denn wer sich selbst nicht liebt, also nicht als liebenswert begreift, kann nur schwer annehmen, dass andere ihn oder sie wirklich und wahrhaftig lieben. In einer Illustrierten fanden sich vier deutliche Anzeichen für mangelnde Selbstliebe bzw. Selbstabwertung:

    • Sie vergleichen sich ständig.
    • Sie machen sich Gedanken, was andere über Sie denken.
    • Sie nörgeln ständig an sich herum.
    • Sie nehmen alles sehr persönlich.

    Literatur

    Rosenberg, M. (1965). Society and the adolescent selfimage. Princeton, NJ: Princeton University Press.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Selbstliebe (19-09-05)


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