Defizitorientierung

Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt.
Arthur Schopenhauer

Defizitorientierung oder Defizitdenken meint die Haltung von Menschen, sich vorrangig auf Schwächen zu konzentrieren, nicht auf Stärken. Der Begriff wurde in den 70er Jahren gepräg im Bereich der Sonderpädagogik geprägt, wobei die PädagogInnen es als ihre Aufgabe ansahen, behinderte Kinder mit therapeutischer Hilfe so zu fördern, wie es deren Defiziten am besten entsprach. Auch Kinder aus benachteiligten Schichten sollten unter besonderer Berücksichtigung ihrer Defizite gefördert werden.

Dieser Ansatz stellt allerdings vor allem die Schwächen des Menschen in den Vordergrund, nicht seine Stärken und Kompetenzen, was man als Kompetenzorientierung bezeichnet, die zeitgleich als Gegenentwurf zur Defizitorientierung entstand. Die Kompetenzorientierung hat sich aber in den letzten Jahrzehnten zu Recht durchgesetzt, wobei die Defizitorientierung auch heute noch als unterschwelliges Leitbild in manchen Domänen zu finden ist, etwa im Bildungsbereich oder der Integration von MigrantInnen. Die traditionelle Defizitorientierung suchte dabei, was Kindern fehlte, während der neue pädagogische Ansatz den Fokus darauf richtet, was Kinder trotz widriger Umstände stark werden lässt.

Diese Defizitorientierung findet man aber auch nicht selten bei Führungskräften, die ihre MitarbeiterInnen hauptsächlich an ihren Defiziten arbeiten lassen.

Siehe dazu kompetenzorientierter Unterricht.

Literatur

https://karrierebibel.de/defizitorientierung/ (20-11-21)


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