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Informationskompetenz


Unter Informationskompetenz (information literacy) versteht man die Fähigkeit, mit Informationen selbstbestimmt, souverän, verantwortlich und zielgerichtet umzugehen. Dazu gehört unter anderem die Fähigkeit, Informationen aus einer Vielzahl von Quellen auszuwählen, zu bewerten und weiterverarbeiten zu können. Informationskompetenz ist zu einem wichtigen Schlüsselfaktor des digitalen Zeitalters geworden und ausschlaggebend für das selbstbestimmte Leben der Menschen, aber auch für das Funktionieren einer demokratischen Gesellschaft. Informationskompetenz ist damit die Voraussetzung für die Kontextualisierung von Information und damit somit eine generelle Vorbedingung von Wissen. Informationskompetenz wird als Schlüsselkompetenz in der Alltags- und Lebenswelt des 21. Jahrhunderts angesehen, denn einhergehend mit der zunehmenden Digitalisierung der Arbeits- und Lebenswelten verändern sich auch die Formen der Informationsbeschaffung, -bearbeitung und -weitergabe.

Die einfache Verfügbarkeit von Informationen durch digitale Medien, allen voran dem Internet, bietet viele Möglichkeiten etwa zur Arbeit für die Schule oder im Studium, wobei es sich immer mehr als problematisch erweist, dass es Menschen dabei häufig an der Fähigkeit fehlt, die etwa im Netz gefundenen Informationen richtig zu bewerten. Früher ist man dafür in Bibliotheken gegangen, um Informationen für seine Studienarbeiten zu finden, hat Bücher und Journale gewälzt, hat Karteikartenkataloge aber auch schon in manchen Fällen Datenbanken bei der Suche verwendet. Als Werkzeuge dienten dabei in der Regel Papier und Schreibgerät. Heute sieht die Informationssuche anders aus, denn man nutzt das Internet und den Computer zur Recherche, Referate, Hausaufgaben oder Studienarbeiten werden auf dem Laptop geschrieben, Kommunikation findet über zahlreiche Kanäle statt, und Informationen zu beinahe allen Themen stehen im Internet in großem Umfang zur Verfügung. Auch wenn manchmal der Eindruck entsteht, dass Lernende über ausreichende Fähigkeiten verfügten, um mit der Informationsflut der heutigen Medienlandschaft kompetent umzugehen, ist jedoch zu bemerken, dass diese Netzgeneration zwar neue Technologien schnell begreift, diese allerdings primär zur Freizeitgestaltung nutzt. Studien zeigen, dass Lernenden heute zwar mit der Bedienung von komplexen neuen Technologien vertraut sind und diese routiniert für persönliche Zwecke nutzen, aber weit davon entfernt sind, informationskompetent zu sein. Dies ist nicht unproblematisch, da ein kompetenter Umgang mit Informationen heute immer mehr Voraussetzung dafür ist, um ein Studium erfolgreich abzuschließen und in der Arbeitswelt zu bestehen.

Informationskompetenz ist übrigens auch ein wichtiger Aspekt der neuen Reifeprüfung, insbesondere bei der Erstellung der vorwissenschaftlichen Arbeit. Jede Schülerin und jeder Schüler muss bereits am Ende der siebten Klasse in Absprache mit seinem Lehrer das Thema einer vorwissenschaftlichen Arbeit für seine Reifeprüfung wählen. In einem Fach seiner Wahl muss diese/r diese Arbeit während der achten Klasse vor dem Reifeprüfungstermin erarbeiten und somit seine Fähigkeit zum eigenständigen wissenschaftlichen Arbeiten und seine Studienfähigkeit unter Beweis stellen. Zum Verfassen der vorwissenschaftlichen Arbeit ist neben den fachlichen Kompetenzen eine Reihe von allgemeinen Kompetenzen notwendig, auf deren Erwerb der Unterricht der Oberstufe ausgerichtet sein muss. All diese Fähigkeiten können unter dem Begriff Informationskompetenz subsumiert werden: bezogen auf ein spezifisches Interesse eine Forschungsfrage formulieren zu können, den daraus resultierenden Informationsbedarf zu erkennen, Informationen zu ermitteln und zu beschaffen sowie Informationen zu bewerten und effektiv zu nutzen.

Übrigens ist der Begriff Informationskompetenz nicht identisch mit den Begriffen Medienkompetenz und digitale Kompetenz, auch wenn diese Begriffe in der Diskussion manchmal im Austausch verwendet werden. Alle drei Begriffe betonen jeweils andere Aspekte, haben aber punktuell natürlich zahlreiche Überschneidungen.

Literatur

Heinze, Nina, Sporer, Thomas, Jenert, Tobias (2008). Projekt i-literacy: Modell zur Förderung vonInformationskompetenz im Verlauf des Hochschulstudiums (S. 83-92). In Zauchner, Sabine, Baumgartner,Peter, Blaschitz, Edith &Weissenbäck, Andreas (Hrsg.). Offener Bildungsraum Hochschule. Freiheiten und Notwendigkeiten. Münster: Waxmann.
Stangl, W. (2020). Vorwissenschaftliche Arbeit – News zum Thema Lernen. Werner Stangls Texte zum Lernen.
WWW: https://news.lerntipp.at/158/vorwissenschaftliche-arbeit-refepruefung-matura-neu (20-04-14)


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