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Determinismus

    Eines ist mir aufgefallen: Selbst diejenigen, die glauben, alles sei vorherbestimmt und sie könnten nichts daran ändern, schauen rechts und links, bevor sie die Straße überqueren.
    Stephen Hawking

    Determinismus ist die erkenntnistheoretische Auffassung, dass alle Ereignisse im Universum durch vorhergehende Ursachen oder Determinanten vorherbestimmt sind, sodass etwa die gegenwärtige Situation das Ergebnis vergangener Ereignisse und Naturgesetze ist, und dass es daher gibt zufälligen oder unbestimmten Ereignisse keine. Aus dieser Grund Annahme kann man ableiten, dass es, wenn man alle Faktoren und Bedingungen eines bestimmten Augenblicks kennen würde, möglich wäre, das darauffolgende Ereignis vorherzusagen. Diese Auffassung steht im Gegensatz zum Indeterminismus, der besagt, dass es in bestimmten Bereichen des Universums oder aufgrund von fundamentalen Prinzipien der Quantenphysik unvorhersehbare oder zufällige Ereignisse gibt.

    Determinismus hat eine lange Tradition in der Philosophie und wurde von verschiedenen Denkern auf unterschiedliche Weise interpretiert, wobei manche an einen strikten Determinismus glauben, der besagt, dass alles im Universum zwangsläufig vorherbestimmt ist, während andere eine weniger strikte Form des Determinismus unterstützen, die Raum für Freiheit und Wahlfreiheit lässt.

    Verwandt aber nicht identisch sind dabei die Auffassungen des Prädestinationalismus oder des Fatalismus (Schicksalsglaubens), bei denen angenommen wird, dass das individuelle Schicksal bereits vorherbestimmt oder von einer übernatürlichen Macht wie etwa Gott vorherbestimmt ist. Der Prädestinationalismus ist eine Interpretation der christlichen Lehre, die im fünften Jahrhundert entwickelt wurde, wobei Prädestination (Vorherbestimmung) bedeutet, dass Gott von Anfang an das Schicksal jedes Menschen bestimmt hat.


    1. Definition
    Wenn ein Geschehen oder Verhalten von vorn herein wahrscheinlich gemacht wird, wird es als Determinismus bezeichnet. Ereignisse, welche nicht vorherbestimmt sind, fallen in den Bereich des Indeterminismus. Der psychologische Determinismus besagt, dass Handlungen aus Motiven erklärt werden können und gleiche Motive immer wieder zu gleichen Handlungen führen. Da der Mensch nach Lust strebt, folgt er immer dem stärksten Drang (vgl. Keil, 2007, S.43).
    2. Definition
    „Vollständige Vorhersagbarkeit zukünftiger Ereignisse auf der Basis der Kenntnis aller bisherigen Tatsachen über die Welt und aller Naturgesetze könnte eine epistemologische Implikation des Determinismus sein, gehört aber nicht zum Kernbereich dieser Theorie“ (Lohmar, 2005, S.13).
    3. Definition
    „ Die gemeinsame Grundlage der meisten psychologischen Beweise ist die Annahme des Determinismus, das heißt die Annahme, dass alle Ereignisse, gleich ob physikalischer, geistiger oder behavioraler Natur, das Ergebnis von spezifischen Kausalfaktoren sind oder von diesen bestimmt werden. Diese Kausalfaktoren sind auf das Individuum oder dessen Umgebung begrenzt“  (Zimbardo, 2008, S.26).
    4. Definition
    Der Determinismus in der Psychologie besagt, dass man alle psychischen Gegebenheiten auf kausale Bedingungen zurückführen kann. Jeder „Wirkung“ wird eine „Ursache“ zugeschrieben, welche in der Vergangenheit gesucht wird, da die Zukunft Gegenwärtiges nicht beeinflussen kann (vgl. Plaum, 1992, S.45).
    5. Definition
    Beim reziproken Determinismus sind sowohl interne als auch externe Faktoren wichtig; sie stehen in Wechselwirkung zueinander. Persönliche Faktoren, das physikalische und soziale Umfeld und das Verhalten, beeinflussen andere und diese Interaktion nennt man reziproken Determinismus (vgl. Woolfolk & Schönpflug, 2008, S.403).

    Literatur

    Keil, G. (2007). Willensfreiheit. Berlin: Walter de Gruyter GmbH & Co. KG.
    Lohmar, A. (2005). Moralische Verantwortlichkeit ohne Willensfreiheit. Frankfurt: Vittorio Klostermann GmbH.
    Plaum, E. (1992). Psychologische Einzelfallarbeit : einführendes Lehrbuch zu den Voraussetzungen einer problemorientierten Praxistätigkeit. Stuttgart: Enke.
    Woolfolk, A. & Schönpflug, U. (2008). Pädagogische Psychologie 10. Auflage. München: Pearson Studium.
    Zimbardo, Ph. G. & Gerring, R. J. (2008). Psychologie 18. Auflage. München: Pearson Studium.


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