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Blinzeln

Das Blinzeln oder der Lidschlag ist ein Reflex (Lidschlussreflex) des Organismus auf verschiedenste Reize, z.B. auf einen Luftzug oder ein plötzliches, lautes Geräusch, wobei Menschen auch automatisch etwa einmal alle fünf Sekunden die Augen schließen, bei dem das Gehirn dennoch für ein stabiles Bild der Umwelt sorgen muss. Das Blinzeln aber dient in erster Linie der Aufrechterhaltung des Tränenfilms für die dauerhafterBenetzung der Hornhaut mit Tränenflüssigkeit, um das Auge vor dem Austrocknen zu schützen. Auch werden mit dem regelmäßigen Lidschlag auf das Auge gelangte feine Partikel weggewischt und über den Tränenkanal abtransportiert.

Schwiedrzik et al. (2018) untersuchten Epilepsie-Patienten und identifiziert jene Gehirnregion, die dafür eine entscheidende Rolle spielten dürfte, d. h., der mittlere präfrontale Cortex gleicht aktuelle Sehinformationen mit zuvor gewonnenen Informationen ab und trägt somit dazu bei, dass man die Welt stabil wahrnimmt, auch wenn die Augen beim Blinzeln kurz geschlossen werden. Auf diese Weise gleicht das menschliche Gehirn Unterbrechungen der tatsächlichen Wahrnehmung nicht nur beim Blinzeln, sondern auch auf Grund eines Perspektivenwechsel bei Bewegung aus und sorgt für ein stabiles Bild. Dieser Effekt kann sich vermutlich auch auf höhere kognitive Leistungen auswirken, denn wenn man den Gesichtsausdruck eines Menschen sieht, beeinflusst diese Information die Wahrnehmung des nächsten Gesichtes.

Häufiges Blinzeln kann zudem die Folge einer Tic-Störung sein. Menschen unterscheiden sich übrigens in der Häufigkeit des Blinzelns, wobei Frauen nicht nur schneller sondern auch häufiger als Männer blinzeln – im Durchschnitt 19 gegenüber 11 Mal pro Minute.

Literatur

Caspar M. Schwiedrzik, Sandrin S. Sudmann, Thomas Thesen, Xiuyuan Wang, David M. Groppe, Pierre Mégevand, Werner Doyle, Ashesh D. Mehta, Orrin Devinsky & Lucia Melloni (2018). Medial prefrontal cortex supports perceptual memory. Current Biology, 28, doi:10.1016/j.cub.2018.07.066.



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