Schlafstörungen

Die bekanntesten Schlafstörungen sind Insomnie und Hypersomnie.

  • Unter Insomnie, also Ein- und Durchschlafstörungen, zu wenig oder nicht erholsamer Schlaf, Einschlafschwierigkeiten, häufiges Erwachen in der Nacht, Wiedereinschlafschwierigkeiten, zu frühes Erwachen am Morgen, Gefühl nicht richtig tief zu schlafen, leiden 10–15 % der Bevölkerung.
  • Zu den Hypersomnien, also Störungen bei vermehrter Tagesschläfrigkeit, ungewolltes Einschlafen, Einnicken am Tage, Gefühl der ständigen Schläfrigkeit, Atempausen, häufig verbunden mit Schnarchen, die sich letztlich in einem übermäßigen Schlafbedürfnis äußern, zählt die Schlafapnoe, die allmählich zur Volkskrankheit avanciert, von der jeder vierte Mann und jede zehnte Frau betroffen sind. Sie gehört zu den häufigsten und folgenschwersten Schlafstörungen.
  • Para-Somnien sind während des Schlafs auftretende Störungen, wie Albträume, Schlafwandeln, Sprechen im Schlaf, REM-Schlaf abhängiger Herzstillstand, Zähneknirschen u.a.
  • Schlaf-Wach-Störungen schließlich sind Störungen der innneren Uhr und der Biorhythmen des Menschen.

Der Schlaf von Menschen, die unter Schlafapnoe leiden, ist durch Atemstillstände derart gestört, dass sie am Tag spontan und unkontrolliert einschlafen. Hinzu kommen schlafbezogene Bewegungsstörungen wie das Syndrom der Ruhelosen Beine (Restless Leg Syndrom, RLS), unter dem schätzungsweise 5–10 % der Bevölkerung in Deutschland leiden. Insgesamt verzeichnet die Internationale Klassifikation der Schlafstörungen 88 verschiedene Diagnosen. Wenn man das Schlaf-EEG in die einzelnen Frequenzspektren zerlegt, zeigt sich, dass bei Menschen mit Insomnie vermehrt Gehirnwellen mit schnellen Frequenzen auftreten, die einen höheren Bewusstseinsstatus anzeigen. Schlafgestörte nehmen ihren Schlaf wohl auch anders wahr, denn ihre Gedanken arbeiten im Schlaf weiter, wobei hinzukommt, dass auch die Herzfrequenz höher ist und das Stresshormon Cortisol aktiviert ist, alles Zeichen einer vegetativen und zentralnervösen Aktivität. Man vermutet generell, dass bei Insomnie ein Ungleichgewicht zwischen neuronalem Wach- und Schlafsystem herrscht, wobei das Wachsystem bei den Betroffenen nicht völlig abgeschaltet.

Nacht- und Schichtarbeit stört übrigens ebenfalls die innere Uhr, wobei gesunde Menschen  diese Irritationen einige Zeit verkraften können, insbesondere, wenn die Schichtpläne angepasst sind und die Schlafumstände gut sind. Auf Dauer besteht aber bei dieser Form der Arbeit die Gefahr von Schlafproblemen bis hin zu chronischen Schlafstörungen.

Die Schlafmedizin hat in den vergangenen Jahren eine Reihe von Zusammenhängen zwischen Schlafverkürzung, Schlafstörung und Schlaf zum falschen Zeitpunkt einerseits sowie Störungen des circadianen Systems und deren Konsequenzen für die allgemeine Gesundheit andererseits nachgewiesen, woraus sich neue Perspektiven für eine Vielzahl von Erkrankungsbildern ergeben, bei denen Schlaf bislang nicht im Fokus stand. Insbesondere zeigen sich Beziehungen von Schlafstörungen zu emotionalen und Verhaltensauffälligkeiten. Darüber hinaus ist bei auftretenden Schlafschwierigkeiten das Risiko für weitere psychische, soziale und medizinische Risiken zu erwarten. In Studien zeigte sich unter anderem ein erhöhtes Risiko für Verhaltensprobleme bei Kindern mit Schlafschwierigkeiten, wobei Kinder mit einer Störung des Sozialverhaltens oder ADHS insgesamt weniger zu schlafen scheinen und mehr Schwierigkeiten mit dem Schlafen haben.

Kurioses zum Thema Schlafstörungen: Gegen Schlafstörungen sollen auch „Weighted Blankets“ wirken, künstlich beschwerte Decken, die sich wie eine Umarmung um den Körper schmiegen. Gefüllt sind sie mit Granulat, das mit der Bewegung des Körpers mitgeht und ihn umhüllt. Entwickelt wurden diese Decken schon Ende der 1990er Jahre für hyperaktive Kinder, die unter der acht bis zehn Kilogramm schweren Last abends angeblich leichter zur Ruhe kommen, doch in letzter Zeit werden sie aber auch von Erwachsenen mit Schlafproblemen gekauft, die sich darunter geborgener fühlen.

Übrigens: Einen Vorteil haben Schlafstörungen, den sie sind die beste Voraussetzung dafür, sich an seine Träume zu erinnern. Siehe dazu Erinnerung an Träume




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