Moral Licensing

Moral Licensing bzw. moralische Lizenzierung beschreibt das psychologische Phänomen, dass es bei Menschen ein Art moralisches Konto gibt, auf das diese einzahlen, wenn sie gute Taten vollbringen, und wenn sie zu einem späteren Zeitpunkt etwas Schlechtes machen müssen, ziehen sie mental einen bestimmten Betrag von diesem moralischen Konto ab, sodass sie sich auf diese Weise von einem möglichen Schuldgefühl freikaufen können. Erst wenn der Kontostand unter null fällt, kehrt das Schuldgefühl wieder zurück. Beim Moral Licensing handelt es sich um eine unbewusste Ausgleichsmaßnahme, die letztlich auch in einer Art moralischem Freibrief münden kann.
Moral Licensing stützt sich etwa auch auf die Beobachtung, dass Menschen, die in einem Lebensbereich Gutes tun, in anderen Bereichen weniger strenge Maßstäbe an sich anlegen, indem bei jeder Handlung unbewusst abgewogen wird, ob diese Handlung eher gut oder eher schlecht ist. Wann immer ein Mensch Gutes tut, also etwa beim Biobauern einkauft statt im billigeren Supermarkt, verbucht er diesen kleinen Beitrag zur Rettung der Umwelt als Einzahlung auf sein moralisches Konto, sodass er bei späteren Handlungen leichter ein Auge zudrücken kann.





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