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prosoziales Verhalten


Ich war schon immer der Ansicht, dass das größte Privileg,
die größte Hilfe und der größte Trost in einer Freundschaft darin bestehen,
dass man nichts erklären muss.
Katherine Mansfield

Prosoziales Verhalten ist ein positives, konstruktives, hilfsbereites Verhalten und das Gegenteil von antisozialem Verhalten. Allerdings spielen die Erwartungen darüber, ob sich jemand sozial verhält, für die zwischenmenschlichen Beziehungen eine große Rolle, denn Menschen passen ihr eigenes Verhalten an, je nachdem, ob sie von anderen Hilfe erwarten oder nicht.

Dreijährige Kinder machen noch keinen Unterschied, ob jemand beim Teilen etwas erhält mit dem sie befreundet oder nicht befreundet sind. Sie verhalten sich in den meisten Fällen sozial und erwarteten dies auch von anderen, wobei dieses Vertrauen in den guten Willen des Gegenübers offensichtlich eine generelle Grundlage dafür ist, dass sie Beziehungen aufbauen können. Vier- und fünfjährige Kinder hingeben teilen eher mit jemandem, den sie mögen, als mit jemandem, den sie nicht mögen. Zugleich erwarteten sie aber auch, dass der Gebende beim Teilen darauf achtet, wen er mag oder nicht mag.

Bei Fünfjährigen gibt es also einen Zusammenhang zwischen der Erwartung, wie andere teilen, und der eigenen Bereitschaft, zu teilen. Mit fünf Jahren haben Kinder vermutlich schon gelernt, wie man sich beim Teilen anderen gegenüber verhält. Dies kann entweder daran liegen, dass sie in diesem Alter bereits die Fähigkeit haben, zu erfassen, wie ein Anderer über eine Situation urteilt und daraufhin handelt, bzw. oder haben bereits eine klare Vorstellung von Freundschaft erworben und davon, wie man sich als Freund verhalten muss.

Eine Studie (Hilbrand et al., 2016) hat in der Überlebensanalyse von über fünfhundert Menschen im Alter zwischen 70 und 103 Jahren (Daten der Berliner Altersstudie aus den Jahren 1990 bis 2009) nachgewiesen, dass wer sich im Alter um andere kümmert, sich damit auch selbst etwas Gutes tut, denn Großeltern, die sich um ihre Enkelkinder kümmern, leben im Schnitt länger als Großeltern, die das nicht tun. Doch dieser positive Effekt des Kümmerns gilt aber nicht nur bei Hilfeleistungen und Betreuung innerhalb der eigenen Familie, sondern auch kinderlose, ältere Erwachsene, die etwa anderen Menschen emotionalen Beistand leisten, profitieren davon. Die Hälfte der Engagierten lebte noch sieben weitere Jahre, während diejenigen, die sich sozial nicht engagierten, im Schnitt nur noch vier weitere Jahre weiter lebten. Man vermutet, dass die Wurzeln prosozialen Verhaltens ursprünglich in der Familie liegen, und es erscheint plausibel, dass die Entwicklung von prosozialem Verhalten der Eltern und Großeltern gegenüber ihren Nachkommen durch ein neuronales und hormonales System möglich gemacht wurde, das dann auch die Grundlage für Kooperation und altruistisches Verhalten gegenüber Nichtverwandten ermöglichte. Man geht zumindest davon aus, dass vor allem bei einem moderaten Maß von Engagement positive Effekte auf die Gesundheit zu erwarten sind, den zu große Belastungen können zu Stress führen, der sich negativ auf die physische und psychische Gesundheit auswirken kann.

Siehe auch Prosozialität.

Literatur

Hilbrand, S., Coall, D. A., Gerstorf, D., & Hertwig, R. (2016). Caregiving within and beyond the family is associated with lower mortality for the caregiver: A prospective study. Evolution and Human Behavior, doi:10.1016/j.evolhumbehav.2016.11.010.
Paulus, M. & Moore, C. (2014). The development of recipient-dependent sharing behavior and sharing expectations in preschool children. Developmental Psychology, 50,914-921.


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