multisensorische Lerntheorie

Die multisensorische Lerntheorie besagt, dass das menschliche Gehirn leichter lernt, wenn beim Lernen mehrere Sinne parallel angesprochen werden. Besonders wichtig ist nach neuesten Forschungen dabei das Bewegungszentrum im Gehirn, denn wenn man Wörter einer fremden Sprache nicht nur hört, sondern diese auch mit einer Geste ausdrückt, prägen sie sich besser ein. Ebenso hilfreich ist auch das Lernen mit Bildern, die zum lernenden Wort passen. Das Gehirn lernt also leichter neue Wörter einer Fremdsprache, wenn Informationen aus mehreren Sinnesorganen miteinander verbunden werden, also auch Schmecken, Riechen und Gefühle beim Lernen beteiligt sind. Die Art und Weise, wie ein Begriff einer neuen Sprache gelernt wird, spiegelte sich auch in der Gehirnaktivität wider.

Auch die Suggestopädie Lozanows begründet ihr Lernen explizit auf die Einbeziehung multisensorischer Stimuli und Elemente des Körperlernens (psychomotorisches Lernen). Multisensorisches Lernen ist daher jene Lernform, die Menschen von Geburt an begleitet und vor allem beim Erwerb der Erstsprache die zentrale Rolle spielt

In neueren Untersuchungen konnte auch gezeigt werden, dass das menschliche Gedächtnis als Teil von Begriffen auch Körperempfindungen speichert, d. h., ein Wort wie ,Quirl‘ speichert das Gehirn wie in einem Lexikon und assoziiert es mit Konzepten wie unbelebt und Küchengerät, zusätzlich verbindet es das Wort mit der Bewegungserfahrung, wie sich ein Schneebesen anfühlt und dass zum Beispiel eine Schleuderbewegung damit verbunden ist – siehe dazu Embodiment.

Literatur
Mayer, K. M., Yildiz, I. B. , Macedonia, M. & von Kriegstein, K. (2015). Visual and motor cortices differentially support the translation of foreign language words. Current Biology, 25, 530-535
Stangl, W. (2007). Lernstile – was ist dran? [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: http://www.stangl-taller.at/ARBEITSBLAETTER/PUBLIKATIONEN/Lernstile.shtml (07-11-12)



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