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Bei der Oligophrenie bzw. geistigen Behinderung – auch Minderbegabung, Intelligenzminderung – handelt sich um ein angeborenes oder früh erworbenes Defizit in der Intelligenz eines Menschen. Etwa. 2–5 % der Bevölkerung erfüllen die Kriterien einer Oligophrenie, wobei Männer etwas häufiger betroffen sind als Frauen. Die Ursachen dieser Form einer Intelligenzminderung sind vielfältig und reichen von Chromosomenanomalien über angeborene Stoffwechselstörungen bis hin zu peri- oder postnatalen Komplikationen. In 30–40 % der Fälle kann keine Ursache festgestellt werden. Bei Stoffwechselstörungen wie etwa Phenylketonurie ist eine kausale Therapie möglich, ansonsten werden symptomatische Maßnahmen mit individueller Förderung, Prävention und gegebenfalls Behandlung sonstiger organischer und psychischer Störungen eingesetzt.

Oligophrenie unterscheidet somit die angeborene oder frühzeitig erworbene Intelligenzminderung von der Demenz, der später erworbenen Intelligenzstörung. Eine Einteilung nach Schweregraden ist zwar grundsätzlich auf Grund von Tests möglich, wird aber heute kaum noch verwendet. Früher wurde zwischen einer leichten (IQ 50–69), mittelgradigen (IQ 35–49), schweren (IQ 20–34) und schwersten (IQ <20) Ausprägung unterschieden.

Medizinisch orientierte Definitionen sprechen von einer Minderung oder Herabsetzung der maximal erreichbaren Intelligenz. So bezeichnet auch die International Classification of Diseases (ICD-10) dieses Phänomen als Intelligenzminderung, sodass es sich auf die Intelligenz bezogen um eine geistige Behinderung quasi als Steigerung und Erweiterung der Lernbehinderung verstehen lässt. In anderen Definitionen der Oligophrenie wird an Stelle der Intelligenz eher die Interaktion des Betroffenen mit seiner Umwelt in den Mittelpunt gestellt.

Meist wird der Begriff Oligophrenie durch den Begriff Minderbegabung ersetzt. Wie auch bei vielen anderen psychiatrischen Begriffen wurde auch das Wort Oligophrenie und andere Begriffe wie Idiotie umgangssprachlich als Schimpfwort missbraucht.



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