Objektbeziehung

    Der Prozess der Objektbeziehung bedeutet im psychoanalytischen Entwicklungsmodell, dass ein Kind in der Lage sein muss, sich als von der Mutter verschiedenes Objekt wahrzunehmen, denn erst danach besteht die Möglichkeit, eine Beziehung zu ihr aufzunehmen, die auch als Prototyp späterer Beziehungen verstanden werden kann. Ein Kind kann zu diesem Zeitpunkt Objekte mit Libido besetzen.

    In neueren psychoanalytischen Theorien geht es bei Objektbeziehungen um die kindlichen Beziehungen zu Bezugspersonen, insbesondere zur Mutter. Die Objektbeziehungen werden vor allem in ihrer Funktion gesehen, die Entwicklung des Ich und der psychischen Unabhängigkeit zu ermöglichen. Diese neueren Konzepte stellen dabei dem Instanzenmodell von Freud (Ich, Über-Ich und Es) das Selbst als intrapsychische Struktur zur Regulierung des Selbstwertgefühls gegenüber. Für dessen Aufbau ist eine konstante Objektbeziehung erforderlich. Fehlte sie in der frühkindlichen Entwicklung, ist der Mensch demnach nicht in der Lage, eine Übertragungsbeziehung aufzubauen, mit der in der Analyse gearbeitet werden kann. Bei frühen Störungen in der Objektbeziehung ist statt einer klassischen Analyse eher eine stützende und strukturgebende Haltung des Therapeuten erforderlich, um so eine Nachreifung des Selbst zu ermöglichen.

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