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Windchill-Effekt

    Windchill bzw. die Windkühle oder auch Windfrösteln beschreibt den Unterschied zwischen der gemessenen Lufttemperatur und der gefühlten Temperatur in Abhängigkeit von der Windgeschwindigkeit. Der Windchill-Effekt (wind chill factor) wird durch die konvektive Abführung hautnaher und damit relativ warmer Luft und die damit einhergehende Erhöhung der Verdunstungsrate hervorgerufen. Der Wind hat daher die Wirkung, die Angleichung der Oberflächentemperatur des Körpers mit der Umgebungstemperatur der Luft zu beschleunigen, was Menschen als kühlend empfinden.

    Ein Beispiel für den Windchill-Effekt ist Zugluft, denn in einer windstillen Umgebung bildet sich um den Körper eine Wärmeschicht, und kommt nun Wind auf, weht dieser die warme Luft um den Körper weg und Menschen beginnen zu frieren.

    Outdoorfans, Bergsteiger und Radfahrer kennen dieses Phänomen, denn weht der Wind, wird es ihnen schneller kalt als bei den selben Temperaturen und Windstille, wobei diese gefühlte Temperaturdifferenz auch als Windchill-Faktor oder als Windchill-Äquivalent bezeichnet wird, der in manchen Wetterprognosen auch angegeben wird. Der Effekt verstärkt sich dabei mit zunehmender Windgeschwindigkeit und lässt sich in der Theorie sogar berechnen. In dieser Formel wird die Lufttemperatur (in Grad Celsius) sowie die Windgeschwindigkeit (in km/h) berücksichtigt, wobei das Ergebnis dieser Berechnung als Temperaturangabe wiedergegeben wird, die dann als gefühlte Temperatur bezeichnet wird.

    Die Berechnung des Windchills erfolgt auf verschiedene Art und Weise, wobei im allgemeinen von der Siple-Passel-Formel Gebrauch gemacht wird, die mit einem Abkühlungsfaktor (in Watt pro Quadratmeter) operiert. Die 1945 entwickelte Formel geht allerdings von einer Hauttemperatur von 33°C sowie der Laufgeschwindigkeit eines normalen Fußgängers aus. Letztere ist aber nicht konstant, die vom Wetterdienst ermittelte Windgeschwindigkeit bezieht sich auf 10 Meter Höhe über dem Boden und 33°C Oberflächentemperatur der Haut, was insbesondere für kalte Außentemperaturen zu hoch angesetzt ist. Das Environment Canada´s Wind Chill Program berechnet einen Index auf der Basis genauerer Parameter. Zu diesen zählen eine auf Gesichtshöhe bezogene Windgeschwindigkeit, ein einheitlicher Standard für die Widerstandsfähigkeit der Haut gegen Hitzeverlust sowie neue Erkenntnisse der Thermodynamik. Es gibt im Internet einige Seiten, auf denen man den Windchill-Faktor berechnen kann, etwa hier: https://rechneronline.de/barometer/gefuehlte-temperatur.php oder hier: https://www.explorermagazin.de/chilrech.htm (hier sogarnach verschiedenen Methoden).

    Literatur

    http://vmrz0100.vm.ruhr-uni-bochum.de/spomedial/content/e866/e2442/e10003/e10287/e10296/e10317/e10319/index_ger.html (19-02-02)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Windchill (19.02-02)


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