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Unter Commitment Bias – auch escalation of commitment – versteht man die Tendenz von Menschen, sich an das zu halten, was sie in der Vergangenheit bereits getan oder angekündigt haben, insbesondere wenn dies öffentlich geschehen ist. Inkonsequenz ist bekanntlich keine wünschenswerte Eigenschaft, daher bemühen sich die Menschen, ihre Versprechen einzuhalten und Konsistenz zu zeigen.

Das Gefühl, dass das zukünftige Verhalten mit den Dingen übereinstimmen muss, die man in der Vergangenheit gesagt und getan hat, beeinträchtigen oft Fähigkeit, gute Entscheidungen zu treffen. Dies gilt insbesondere dann, wenn eine ursprüngliche Entscheidung zu ungünstigen Ergebnissen geführt hat. Darüber hinaus kann es problematisch sein, wenn frühere Verhaltensweisen nicht mit den aktuellen Werten übereinstimmen. Diese Weigerung, die eigene Haltung zu ändern, kann nicht nur zu unerwünschten Ergebnissen führen, sondern auch ein Hindernis für die persönliche Entwicklung darstellen. Die Fähigkeit, Fehler im früheren Verhalten einzugestehen, mit dem Ziel, uns sich verbessern, verschafft Menschen letztlich einen besseren Einblick in das Selbst und hilft, Entscheidungen auf kritischere und logischere Weise zu treffen.

Solche Vorabverpflichtungen können eingesetzt werden, um Aufschieberitis und Versuchungen abzuwehren und Ziele zu erreichen. Wenn sich jemand öffentlich zu seinen Absichten bekennt, etwa dreimal pro Woche ins Fitnessstudio zu gehen, ist es wahrscheinlicher, dass er seine Pläne auch einhält.

Bei Marktforschern ist dieses Phänomen übrigens durchaus bekannt, denn es kann bei Studien einer hohen Voreingenommenheit kommen, wenn sich Studienteilnehmer weigern, sich selbst zu widersprechen und an ihrer ursprünglichen Meinung festhalten, auch wenn sich diese schon geändert hat.

Literatur

Staw, Barry M. (1976). Knee-deep in the big muddy: a study of escalating commitment to a chosen course of action. Organizational Behavior and Human Performance, 16, 27–44.
Heath, Chip (1995). Escalation and De-escalation of Commitment in Response to Sunk Costs: The Role of Budgeting in Mental Accounting. Organizational Behavior and Human Decision Processes, 62, 38–54.



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