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Aromatherapie ist die Behandlung von Befindlichkeitsstörungen und Erkrankungen mit ätherischen Ölen. Sie ist eine Form der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) und gehört zu den komplementärmedizinischen Methoden. Schon zur Zeit der alten Hochkulturen in Mesopotamien und Ägypten wurden Duftstoffe bzw. Pflanzenteile meist in Form von Räucherwerk für therapeutische und rituelle Zwecke angewandt. Der römische Geschichtsschreiber Plinius der Ältere berichtet etwa von der Anwendung von Minzblättern zur Reinigung von Krankenräumen.

Die medizinische Aromatherapie bezweckt die Linderung und Vorbeugung von Krankheiten bis hin zu Befindlichkeitsstörungen, wobei hochwertige und in ihrer Zusammensetzung den Arzneibüchern und Monografien entsprechende, authentische, natürliche ätherische Öle zum Einsatz kommen, um Gesundheit und Wohlbefinden fördern.

Aromen wirken direkt auf den Geruchssinn, der entwicklungsgeschichtlich einer der ältesten Sinne ist, denn keine andere Wahrnehmung empfinden Menschen so unmittelbar wie das Riechen. Während Sehen, Hören, Fühlen und Schmecken kognitiv vorgefiltert werden, gelangen Geruchsinformationen unmittelbar ins Gehirn, da die Riechnerven direkt in die Nase reichen, wobei die Gerüche in annähernd der gleichen Gehirnregion wie Emotionen verarbeitet werden. Durch intensives Riechen werden in Sekundenbruchteilen über den Riechnerv Effekte auf Zentren im Mittel- und Zwischenhirn (z.B. Mandelkerne und limbisches System) ausgeübt und Schmerzverarbeitung, Emotionen und Gedächtnis günstig beeinflusst. Über das vegetative Nervensystem (Sympathikus, Parasympathikus) werden praktisch alle Organsysteme erreicht. Manche Gerüche können jedoch auch unerwünschte Wirkungen haben.

Zum Einsatz kommen meist ätherische Öle, also flüchtige Essenzen, die mittels Wasserdampfdestillation, Extraktion oder Auspressen von Pflanzen oder Pflanzenteilen gewonnen werden oder auch synthetisch hergestellt werden können. Sie verdunsten schnell und rückstandslos im Gegensatz zu fetten Ölen, wie zum Beispiel Olivenöl oder Mandelöl. Ätherische Öle wirken über ihren Duft unmittelbar auf das Gehirn und beeinflussen darüber eine Vielzahl von psychischen, emotionalen und physischen Steuerungsmechanismen. Sie sind äußerst vielseitig einsetzbar und eignen sich nicht nur für die Raumbeduftung, sondern auch hervorragend für duftende Kräuter- und Blütenbäder, für Inhalationen sowie zur Herstellung natürlicher Körper- und Massage-Öle.

In Kaufhäusern oder Supermärkten wird die olfaktorische Kommunikation bewusst eingesetzt, um den Umsatz zu steigern, denn wer von draußen in einen Supermarkt kommt, wird meist von einem anregender Duft nach frischem Brot empfangen, d. h., der Bäcker wird meist gleich an den Markteingang positioniert. Häufig werden natürliche Zusatzstoffe mitgebacken, die den Duft nach frischen Backwaren noch verstärken. Mit diesen Marketingstrategien sollen Emotionen geweckt und das Unbewusste angesprochen werden. Der Duft nach frischem Brot erinnert viele Menschen an ihre Kindheit, wodurch generell die Stimmung steigt. Manche Supermärkte versprühten Orangen- oder Schokoladenduft über die Klimaanlage, denn mit solchen Düften erhält der Betreiber des Marktes oder Kaufhauses einen direkten Zugang zum Gedächtnis und zu positiven Erinnerungen. Ein Duft, der positive Erinnerungen im Gehirn aktiviert, schaltet rationale Barrieren teilweise aus, sodass unter Umständen mehr gekauft wird als beabsichtigt. Zur Weihnachtszeit löst der Geruch von Zimt und Tannennadeln bei Menschen umgehend positive, weil an Weihnachten erinnernde Emotionen aus, während das Parfum eines unsympathischen Menschen sofort eine ärgerliche Stimmung aufkommen lässt. Düfte steuern somit bewusst oder unbewusst Empfindungen und Verhaltensweisen in erheblichem Maße, sodass ohne Gerüche die Welt viel von ihrer Emotionalität verlöre.


Zu einem Kurs „Leichter Lernen und entspannen mit Düften“ heißt es auf einer Schulseite:

Leichter Lernen und entspannen mit Düften. Mit Kindern in die Welt der Düfte mit allen Sinnen eintauchen.

In mehreren wissenschaftlichen Untersuchungen wurde die entspannende und damit stressreduzierende Wirkung von Düften nachgewiesen. Denn die Einatmung bestimmter Duftstoffe löst Emotionen und Reaktionen im Körper aus, die unser Wohlbefinden und das Lernen positiv beeinflussen können. In einer angenehmen Atmosphäre lernt es sich einfach besser. Die Aromatherapie kann Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, konzentrierter und motivierter zu arbeiten und zu lernen. Viele Anregungen und Übungen werden an diesem Tag ausprobiert und können im Alltag eingesetzt werden. Wir beschäftigen uns mit folgenden Fragen:
– Wie werden naturreine ätherische Öle gewonnen?
– An welchen Qualitätskriterien kann man naturreine ätherische Öle erkennen?
– Ätherische Öle sind hochwirksame Stoffe – was muss ich beachten?
– Gibt es Nebenwirkungen?
– Welche Düfte regen das Lernen an?
– Welche Düfte regen die Motivation und Konzentration an?
– Welche Düfte regen die Entspannung an?
– Gemeinsam stellen wir natürliche Bio-Duft-Produkte (Raumspray, Badesalz und Getränk) her

Bitte mitbringen: Decke, Matte, wärmende Socken, bequeme Kleidung, Schreibutensilien.


Literatur

Stangl, W. (2022, 12. Juni). olfaktorische Wahrnehmung. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
https:// lexikon.stangl.eu/6452/olfaktorische-wahrnehmung.
https://de.wikipedia.org/wiki/Aromatherapie (19-02-11)
https://taoasis.com/aromatherapie/ (19-02-11)



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