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Pruritus oder Juckreiz ist eine Missempfindung im Bereich der Haut oder Schleimhaut, wobei die genauen Mechanismen, die zur Entstehung von Juckreiz führen, noch nicht vollständig geklärt sind. Eine Annahme ist, dass Juckreiz nicht über die Schmerzrezeptoren vermittelt wird, sondern durch die freien Nervenendigungen spezialisierter C-Fasern, wobei die Aktivierung dieser Fasern vermutlich durch Gewebshormone wie Histamin oder Serotonin erfolgt oder durch aktivierte Mastzellen in der Nähe der Nervenenden, die den Mediator Tryptase ausschütten. Die Empfindung eines Juckreizes kann durch andere Hautempfindungen offensichtlich moduliert bzw. überlagert werden, denn so kann Kälte oder Hitze den Juckreiz abschwächen oder in eine besser erträgliche Schmerzempfindung überführen.

Der Leidensdruck ist bei chronischem Juckreiz oft groß, denn Jucken ruft automatisch das Verlangen hervor, sich zu kratzen, was jedoch das Problem verstärkt, denn es kommt zu Hautverletzungen und oft entsteht ein Juck-Kratz-Teufelskreis, der Entzündungen aufrecht erhält und immer wieder zu Blutungen, Krusten und schließlich zu Narbenbildung führt. Darüber hinaus leiden manche Betroffene unter psychischen und psychosomatischen Belastungen wie Schlafstörungen, Depressionen, Ängsten und vermindertem Selbstwertgefühl, denn viele schämen sich wegen der Hautveränderungen oder fühlen sich stigmatisiert. Das kann zu sozialem Rückzug und in manchen Fällen auch zu Suizidalität führen.

Nach einer älteren Studie lässt sich chronischer Juckreiz mit einer angemessenen Behandlung in etwa vierzig Prozent der Fälle unter Kontrolle bringen, bei weiteren dreißig Prozent lassen sich zumindest positive Veränderungen erreichen.

Literatur

https://flexikon.doccheck.com/de/Juckreiz (21-11-11)



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