Als Cisgender werden Menschen bezeichnet, deren Geschlechtsidentität demjenigen Geschlecht entspricht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde., was auf die große Mehrheit der Menschen zutrifft. Die große Mehrheit der Frauen und Männer, mehr als 90 Prozent, ist heterosexuell, d. h., Männer interessieren sich für Frauen, Frauen interessieren sich für Männer, sind also cisgender. Cisgender ist demnach als Begriff das Pendant zu Transgender und bezeichnet Menschen, deren Geschlechtsidentität mit ihrem körperlichen Geschlecht übereinstimmt. Die Übereinstimmung von Geschlecht und Identität bezieht sich jedoch nicht auf die sexuelle Orientierung oder sexuelle Identität des Menschen.

Cisgender bedeutet also, wer sich mit dem in der Geburtsurkunde eingetragenen Geschlecht „männlich“ oder „weiblich“ identifizieren kann und von sich eindeutig sagt „Ich bin ein Mann“ bzw. „Ich bin eine Frau“, ist gemäß dieser Kategorie ein Cis-Mensch. Menschen hingegen, die sich im Verlauf ihres Lebens nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren, bezeichnen sich als trans- oder auch intersexuell, d. h., sie identifizieren sich mit einem anderen oder mit keinem der beiden biologischen Geschlechter, also weder eindeutig als Mann noch als Frau.

Der Begriff „Zissexualität“ wurde von dem Sexualwissenschaftler Volkmar Sigusch (1991, 1995) geprägt, der damit zum Ausdruck bringen wollte, dass es keineswegs selbstverständlich ist, dass das körperliche Geschlecht und die Geschlechtsidentität immer zusammenfallen. Nicht nur für die vermeintliche Abweichung in Form der Transsexualität sollte es einen Begriff geben, sondern auch für das angenommene „Normale“, dass also ein biologisch definierter Mann sich männlich identifiziert und eine biologisch definierte Frau entsprechend weiblich.

Die Diskriminierung von Menschen, die nicht cis sind, nennt sich Cissexismus, wobei dieser nicht nur Trans-Personen trifft, sondern kann auch Menschen treffen, die in irgendeiner Form nicht dem normativen Bild einer Frau oder eines Mannes entsprechen. Das kann etwa der Fall sein, wenn Männer als „Schwuchteln“ bezeichnet werden, weil sie irgendwie „unmännlich“ wirken, oder wenn Frauen als „Mannweib“ etikettiert werden, weil sie sich „maskulin“ kleiden usw.

Cis beschreibt demnach nur eine bestimmte Geschlechteridentität, sagt aber nichts über die sexuelle Orientierung eines Mannes oder einer Frau aus. Cis-Menschen können demnach heterosexuell, schwul, lesbisch, bisexuell, queer oder asexuell leben.

Cis und Trans sollen auch kein binäres System sein, denn Geschlechteridentitäten sind vielfältig oder auch fließend. So wenig wie das biologische Geschlecht in jedem Fall eindeutig bestimmbar ist, so wenig muss eine Geschlechteridentität im Laufe eines Lebens statisch bestehen bleiben.

Literatur

Sigusch, V. (1991). Die Transsexuellen und unser nosomorpher Blick.  Zeitschrift für Sexualforschung, 225–256; 309–343.
Sigusch, V. (1995). Transsexueller Wunsch und zissexuelle Abwehr. Psyche., 49, Heft, 811–837.
Sylvester, R. (2022). Im Gewühle der Gefühle.
WWW: https://www.spiegel.de/psychologie/identitaeten-der-mann-das-schlechte-geschlecht-ein-aufruf-zur-abruestung-essay-a-1e0d283f-350b-4a38-8bc0-16918e0abac1 (22-05-01)
https://de.wikipedia.org/wiki/Cisgender (19-09-14)



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