Die Prostata oder Vorsteherdrüse ist bei allen männlichen Säugetieren zum einen eine akzessorische Geschlechtsdrüse zur Herstellung eines Teils der Spermaflüssigkeit und zum anderen ein Muskelkomplex zur Kanalumschaltung zwischen Blasenleerung und Ejakulation. Die Prostata gehört daher zu den männlichen Geschlechtsorganen und spielt bei der Fortpflanzung des Menschen eine bedeutende Rolle, indem sie ein leicht saures und dünnflüssiges Sekret produziert, das die verschiedenen Inhaltsstoffe wie Kalium, Natrium, Magnesium, Zink, Zitronensäure und verschiedene Eiweißstoffe beinhaltet und das Überleben und die Beweglichkeit der Samenzellen ermöglicht.

Die Prostata spielt aber auch für den Hormonstoffwechsel eine große Rolle, denn sie überführt das männliche Geschlechtshormon Testosteron in die biologisch aktive Form Dihydrotestosteron und macht es dadurch für den Körper besser nutzbar. Wachstum und Funktion der Prostata werden also vom männlichen Geschlechtshormon Testosteron gesteuert, das hauptsächlich in den Hoden und zu einem geringen Teil aber auch in den Nebennieren gebildet wird, wobei ohne die Stimulation durch das Hormon die Drüse unterentwickelt bleibt und kein Sekret bildet.

Psychische Faktoren wie anhaltender Stress oder Ängste stehen übrigens im Verdacht, Einfluss auf die Entwicklung einer Prostatitis zu nehmen, denn durch Stress werden vermehrt Hormone produziert, die das Immunsystem schwächen und die Entstehung von Entzündungen begünstigen. Auch führen psychische Belastungssituationen dazu, dass sich die Muskeln in der Beckenregion verspannen, wobei durch diese Verhärtungen die beteiligten Nervenzellen nicht richtig versorgt werden und mit Schmerzen reagieren. Unterstützt wird diese Annahme dadurch, dass eine Stresstherapie bei vielen Betroffenen mit einer Prostatitis zu einer deutlichen Reduzierung der Symptome führt.

Erkrankungen der Prostata bzw. Beschwerden des unteren Harntraktes (Lower urinary tract symptoms) scheinen nach Ansicht mancher Wissenschaftler auch deutlich mit Depressionen in Verbindung zu stehen, wobei depressive Stimmungen und die damit einhergehenden negativen Gedanken die Gehirnstrukturen negativ beeinflussen und so dazu führen, das starke und lang andauernde Schmerzen schließlich sogar als Anzeichen für eine unheilbare Krankheit angesehen werden, und die Schmerzen somit noch stärker werden (Rüegg, 2005).

Literatur

Rüegg, J. C. (2005). Neurobiology of psychosomatic pain. Psychotherapie Forum, 13, 136-142.
https://de.wikipedia.org/wiki/Prostata (12-12-12)



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.