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Flaschenhals-Modell

Das Flaschenhals-Modell der Wahrnehmung bezeichnet die Annahme eines strukturellen Flaschenhalses des menschlichen kognitiven Systems, die allerdings heute äußerst umstritten ist bzw. als überholt gilt. Dieses Modell geht ursprünglich von der Annahme aus, dass die menschliche Wahrnehmung ein komplexes System darstellt und dass man die Welt nie genau so wahrnehmen kann, wobei das kognitives System wie ein Flaschenhals aufgebaut ist, und dass nur ein Teil der Informationen in das Gehirn gelangen bzw. dass Menschen nur eine begrenzte Kapazität der Informationsaufnahme und –verarbeitung besitzen.

An die Stelle des Flaschenhals-Modells sind Annahmen über exekutive Prozesse getreten, die den Verlauf der Informationsverarbeitung so steuern, dass selektiv Information bzw. Muster verarbeitet werden. Auf dem Weg zum menschlichen Bewusstsein durchlaufen diese Muster noch weitere Filter, denn sie werden nach individuellen und sozialen Maßstäben sortiert, die auf Werten, Glaubenssätzen und der jeweiligen Sozialisation basieren.

Die Filter, die die Wahrnehmung erheblich beeinflussen sind einerseits neurologische Filter, da Menschen rein physisch nicht in der Lage sind, ausnahmslos alles in ihrer Umwelt wahrzunehmen, etwa bestimmte Schallfrequenzen, Strahlungen oder Lichtwellen. Hinzu kommen kulturelle und soziale Filter, da Menschen ethnologisch unterschiedlich geprägt sind, sodass sich auch die Wahrnehmung erheblich voneinander unterscheidet, denn so kann ein Inuit zwischen zwanzig verschiedenen Arten von Schnee unterscheiden, während ein Mitteleuropäer wohl nur wenige Arten von Schnee kennt. Da die Wahrnehmung nicht nur durch die Kultur geprägt ist, sondern auch durch ganz persönliche Erfahrungen, gibt es auch individuelle Filter, denn Menschen interessieren sich bekanntlich für unterschiedliche Arten von Musik und nehmen diese dementsprechend auch deutlicher wahr.



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