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Anthrozoologie

    Die Anthrozoologie vereint die Lehre vom Menschen und die Lehre vom Tier, ohne aber beide gleichzusetzen. Es handelt sich auch nicht um eine Fusion der beiden Fächer Anthropologie und Zoologie, die für den Begriff Anthrozoologie Pate stehen, vielmehr wird interdisziplinär die Beziehung von Mensch und Tier erforscht, einschließlich aller ihrer Paradoxien. Seit etwa einem halben Jahrhundert versuchen PsychologInnen herauszufinden, was etwa Haustiere so reizvoll macht, wobei Anthrozoologen, die sich mit der Beziehung zwischen Mensch und Tier beschäftigen, dadurch auch neue Einblicke in das menschliche Sozialverhalten gewinnen möchten.

    Die Anthrozoologie untersucht also insbesondere die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Tier, um so das menschliche Sozialverhalten zu ergründen. Die Beziehung der Menschen zu Tieren ist aber nicht nur kulturell ­beeinflusst, denn Menschen sind offensichtlich von Natur aus von Lebewesen fasziniert. Bekanntlich lässt sich der Mensche von seinen Haustieren trösten und deren Anwesenheit wirkt sich auch positiv auf Hormonhaushalt und Stresserleben aus. Einer der Auslöser für dieses Fach ist auch die zunehmende Erkenntnis, dass das Aufwachsen mit Tieren ganz offensichtliche Vorteile für die Entwicklung von Kindern hat. Auch die gesamtgesellschaftlich positiven Effekte des Zusammenlebens mit Tieren und die wiederkehrende Erkenntnis, dass die rasante Entwicklung der Menschheit ohne dieses Zusammenleben undenkbar ist, tragen das ihre dazu bei, dass das Gebiet auch an Universitäten als erstzunehmender Wissenschaftsbereich angesehen wird.

    Dass Menschen Hunde und Katzen lieben, hat auch biologische Gründe. So verfügen Menschen und etwa höher entwickelte Säugetiere über vergleichbare Hirnstrukturen und -funktionen. Laut jüngerer Forschungen ist bei sozial organisierten Tieren die Hauptursache für Stress meist ebenfalls sozial bedingt und lässt sich über eben diese Sozialbeziehungen positiv beeinflussen, wie bekanntlich auch beim Menschen. Zahlreiche Studien belegen inzwischen, dass vor allem beim Hautkontakt mit Tieren auf beiden Seiten das Hormon Oxytocin ausgeschüttet wird. Viele Anthrozoologen vergleichen die Beziehung Mensch-Tier gar mit der zwischen liebenden Menschen. Die für das Vorhandensein einer sogenannten Bindungs- bzw. Fürsorgebeziehung ausschlaggebenden Kriterien treffen auch bei vielen Haustierbesitzern zu: Die Bindungsfigur ist eine verlässliche Basis, auch für Trost und Rückversicherung, denn sie vermittelt Sicherheit und die körperliche Nähe geht mit positiven Gefühlen einher, während Trennungen Schmerz und Vermissen bei beiden auslösen können.

    Der Großteil der wissenschaftlichen Forschung auf dem Gebiet der Anthrozoologie findet derzeit in den USA statt, wo es bereits mehrere universitäre Master-Lehrgänge gibt. In Europa steht der Lehrgang am Messerli Forschungsinstitut an der Veterinärmedizinischen Universität Wien allerdings vorerst noch alleine da. An der Universität Wien wird derzeit ein Bachelorstudium „Mensch-Tier-Beziehung/Anthrozoologie“ angeboten, das gemeinsam von der Veterinärmedizinischen Universität Wien, der Medizinischen Universität Wien und der Universität Wien angeboten. Dieses Bachelorstudium dient dem Erwerb eines umfassenden multidisziplinären theoretischen und praktischen Wissens über die Interaktionen und Beziehungen zwischen Mensch und Tier in ihren vielfältigen Ausprägungen. Es soll den Studierenden fundierte Kenntnisse über die für die Mensch-Tier-Beziehung relevanten Fragestellungen aus den Bereichen der Naturwissenschaften, der Medizin, der Rechtswissenschaften sowie der Ethik vermitteln, und die Absolventinnen und Absolventen zur Tätigkeit in diversen damit zusammenhängenden Berufsfeldern sowie zur wissenschaftlichen Bearbeitung verschiedener Fragestellungen im Zusammenhang mit der Mensch-Tier-Beziehung befähigen. Das Studium soll einen Beitrag zur Verbesserung der Beziehung zwischen Menschen und Tieren leisten und den Nutzen, der durch ihr Zusammenleben in den verschiedensten Lebensbereichen angestrebt wird, erhöhen. Die Absolventinnen und Absolventen des Bachelorstudiums sollen insbesondere

    • über fundierte Kenntnisse der evolutions- und verhaltensbiologischen Grundlagen der Mensch-Tier-Beziehung sowie der Biologie verfügen,
    • über fundierte Kenntnisse der psychologischen und ethologischen Grundlagen der Mensch-Tier-Beziehung, vor allem im Hinblick auf die speziesübergreifende Kommunikation, verfügen,
    • über fundierte Kenntnisse des Verhaltens, der Kognition und des Lernens von Mensch und Tier verfügen,
    • über fundierte Kenntnisse über die artspezifischen Bedürfnisse und die artgerechte Haltung sowie über die tierschutzkonforme Zucht und den tierschutzkonformen Umgang mit den wichtigsten Arten aus dem Kreis der Heim-, Nutz- und Wildtiere verfügen,
    • über fundierte Kenntnisse der rechtlichen Grundlagen der Mensch-Tier-Beziehung verfügen,
    • über fundierte Kenntnisse der ethischen Grundlagen der Mensch-Tier-Beziehung verfügen,
    • in der Lage sein, die Mensch-Tier-Beziehung in ihrer vielfältigen Ausprägung analytisch-kritisch zu reflektieren,
    • zur Professionalisierung tierbezogener Tätigkeiten und Dienstleistungen beitragen,
    • zum Risikomanagement sowie zur Qualitätssteigerung und -sicherung tierbezogener Tätigkeiten und Dienstleistungen beitragen.

    Literatur

    http://www.vetmeduni.ac.at/de/studium/studienangebot/mensch-tier-beziehung-master/ (22-01-15)

    Photo

    Stangl, W. (2017). Hundefoto – Photographie.
    WWW: https://foto.stangl.eu/1238/hundefoto (17-07-16).

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    Ein Gedanke zu „Anthrozoologie“

    1. Was bei der Auswahl von Haustieren zu beachten ist

      Tiere sind oft gute Vermittler, vor allem für Menschen, denen es schwer fällt, Kontakte zu knüpfen, denn beim Gassigehen kommt man leichter ins Gespräch mit wildfremden Menschen als wenn man alleine seine Runden dreht. Neben der täglichen Bewegung geben Tiere dem Tag eine Struktur, da sie regelmäßig gefüttert werden müssen. Auch gibt es Menschen, die nicht oder nur schwer über ihre Gefühlslagen reden können, doch oft äußern sie ihre Gefühle über ihre Tiere, denn Tiere helfen manchen Menschen dabei, über die eigenen Gefühle reden zu können, was sich positiv auf die Stimmung auswirken kann. Studien haben gezeigt, dass sich durch den Kontakt zu Tieren die soziale Interaktion und psychische Symptome bei Demenzkranken verbessern kann. Haustiere sind grundsätzlich positiv für Kinder, denn es gibt Studien, die besagen, dass Tiere Geborgenheit vermitteln, Kinder seltener krank werden, leichter lernen und so einen Gesprächspartner haben. Allerdings denken Kinder nicht planerisch und ziehen auch keine Schlussfolgerungen, daher sollten sie nicht die volle Verantwortung für ein Tier haben, d. h., Eltern sollten immer helfend dabei sein. Ein Tier ist ein Lebewesen, das Bedürfnisse hat und das artgerecht gehalten werden muss, d. h., die Mindeststandards, die das jeweilige Tier braucht wie etwa Käfiggrößen bei Kleintieren oder Vögeln müssen eingehalten werden. Man muss deshalb im Vorfeld unter anderem klären, wie alt das Tier werden kann, wo man es während der Urlaubszeit unterbringen könnte, ob man genug Zeit, Geld und Platz hat oder ob Allergien in der Familie bestehen. Kranken oder einsamen Menschen können Tiere gut tun, vorausgesetzt sie sind nicht überfordert damit. Außerdem sollte man sich überlegen, welche Beziehung man zu dem Tier haben will, denn Reptilien oder Fische sind nicht so kontaktfähig wie domestizierte Katzen oder Hunde und sind keine Kuscheltiere. Papageien sind nur auf eine Person fixiert und nicht auf mehrere Familienmitglieder. Grundsätzlich wählt man aber sein Haustier meistens nach den eigenen Interessen aus, wobei Experten raten, Katzen oder Hunde nicht nach optischen Gesichtspunkten auszusuchen, sondern jenes Tier zu wählen, das als erstes auf sie zuläuft.
      Quelle: https://www.nachrichten.at/meine-welt/gesundheit/forumgesundheit/tierische-beziehung;art12300,3740007 (22-11-14)

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