Parochialismus ist ein Geisteszustand, in dem sich ein Mensch auf kleine Abschnitte eines Themas konzentriert, anstatt seinen weiteren Kontext zu betrachten. In mancher Hinsicht ist er ein Synonym für Provinzialismus und kann pejorativ verwendet dem Universalismus gegenübergestellt werden. Zahlreiche Verschwörungstheorien oder Furcht vor dem Fremden bauen auf diesen Ängsten auf.

Diese Konzentration auf die oder den jeweils Nächsten, resultieren aus einem archaischen Angstsystem. In Neandertaler-Zeiten hatte es durchaus Vorteile, im Stamm zu leben, der eine Kombination aus Sippenliebe und Fremdenfeindlichkeit pflegte. Die Angst vor solchen realen Bedrohungen beschäftigt jeden Menschen und ist im entwicklungsgeschichtlich ältesten Teil des Gehirns angesiedelt, in einer Art Angstzentrum, wobei manche spezifische Phobie als Schutzmechanismus dient und angeboren ist. Daher sind auch die Symptome der Angst sinnvoll, denn Zittern, Herzrasen und das Gefühl einer nahenden Ohnmacht sollen Betroffene dazu treiben, die Ursache abzustellen, etwa durch Kampf oder durch Flucht. Dieses entwicklungsgeschichtlich uralte Angstzentrum im Gehirn ist aber wenig lernfähig, denn das Angstgehirn bewegt sich intellektuell auf dem Niveau eines Huhns, sodass rationale Argumente meist vergebens sind.



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