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apokalyptische Reiter

    *** Hier KLICKEN: Das BUCH dazu! *** Der amerikanische Psychologe John Gottman hat über Jahrzehnte Tausende von Paaren in seinem Labor beobachtet und analysiert, und versuchte eine Frage zu beantworten: Was genau bewirkt das Scheitern einer Beziehung? Gottman konnte nachweisen, dass die Erosion einer Paarbeziehung einsetzt, lange bevor den Partnern das Scheitern der Beziehung bewusst wird. Die destruktiven Kommunikationsformen auf dem Weg zur Trennung bzw. Scheidung bezeichnete er als apokalyptische Reiter:

    • Kritik: ständige Vorwürfe, Anklagen, Nörgeln.
    • Verachtung bzw. Herabwürdigung: Beleidigungen, abwertende zynische und sarkastische Bemerkungen.
    • Rechtfertigung: Abwehr, Gegenvorwürfe, Schuldabweisungen
    • Mauern bzw. Abblocken: Kommunikation verweigern, typischerweise Rückzugsverhalten bei Männern, bei gleichzeitiger physiologischer Erregung beider Partner.
    • Provokative Machtdemonstration

    Zwar kommen solche negativen Verhaltensweisen auch in intakten Beziehungen vor, doch entscheidend ist, wie typisch sie für die Paarkommunikation sind. Gottman vermutete, dass das Verhältnis von positiven zu negativen Äußerungen mindestens fünf zu eins betragen muss, damit die Beziehungsqualität nicht leidet – siehe dazu die Gottman-Konstante.

    Die Basis einer guten Beziehung ist übrigens nach Gottman Freundschaft, wobei er empfiehlt, Negativität in der Kommunikation erst gar nicht Oberhand gewinnen zu lassen. Eine geheime Methode von glücklichen Paaren ist jede Botschaft und Handlung, und sei sie noch so seltsam, die verhindert, dass die Negativität außer Kontrolle gerät. Gottman empfiehlt außerdem, sich selbst und den anderen durch gezielte Fragen besser kennenzulernen, Zuneigung und Bewunderung für den anderen auszudrücken und sich zunächst den lösbaren Konflikten zuzuwenden.


    Das Center for Nonviolent Communication empfiehlt im Streitfall Folgendes zu tun:

    • Statt zu sagen, was man nicht will, sollte man sagen, was man sich vom anderen wünscht, denn wenn man eine Bitte statt eine Forderung formuliert, fällt es dem anderen oft leichter, einem Wunsch nachzukommen. Man sollte auch darüber nachdenken, was einen selber daran hindert, auf eine Bitte mit „Ja“ statt mit „Nein“ zu reagieren.
    • Man sollte auch versuchen, im Streit nicht persönlich zu werden und zu pauschalisieren, wofür es sinnvoll ist, immer zwischen einer Person und deren Handlung zu unterscheiden.
    • Wenn man alte Konflikte im Streit wieder hervorholt und Vorwürfe macht, kann das den Konflikt verschärfen. Daher sollte man dies eher vermeiden, es sei denn, etwas Wichtiges muss noch einmal gesagt werden. Auch solltet man in einer Debatte immer beim Thema bleiben und nicht noch andere Streitpunkte aufgreifen.
    • Oft können auch Pausen helfen, einen Streit zu deeskalieren, denn das Vertagen eines Konflikt bedeutet ja nicht, sich aus dem Konflikt herrauszuziehen. Das sollte man jedoch deutlich kommunizieren und dem anderen eine Rückversicherung geben.
    • Um sicher zu sein, dass man jemanden richtig verstanden hat, kann man die wichtigen Punkte mit eigenen Worten zusammenfassen.
    • Vor allem sollte man sein Gegenüber nicht belehren, sondern versuchen, den eigenen Standpunkt mit Argumenten zu begründen. Dabei sollte man sich nicht auf die Schwächen in der Argumentation des anderen konzentrieren, sondern auf widersprüchliche Punkte sachlich hinweisen.
    • Wichtig ist es, in einem Streit, die eigenen Grenzen oder die eines anderen, auch für die Lösung eines Konfliktes, nicht zu übergehen.
    • Man kann übrigens die Ernsthaftigkeit eines Streites auch etwas entschärfen, indem man humorvolle Formulierungen einstreut oder auch anspricht, dass man gerade sehr aufgebracht ist.

    Literatur

    https://www.cnvc.org/ (20-12-12)
    https://www.ardalpha.de/wissen/psychologie/streit-richtig-konstruktiv-streiten-streitereien-zoff-konflikt-beziehungen-partnerschaft-100.html (23-06-19)


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