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Als Binnenangst bezeichnet man jene Angstform, bei der eine Realangst, die nicht mehr durch ein aktives Handeln zu bewältigen ist, schließlich dem eigenen Versagen selbst zuschreibt, d. h., dass die ausgelöste Realangst in Binnenangst transformiert wird.

Die Realangst stellt sich in bedrohlichen Gefahrensituationen ein und entspricht der Furcht, die Gefahren signalisiert und angepasste Reaktionen als Antwort auslöst, wobei die natürlichen Reaktionen Flucht, Ausweichen vor der Situation, Panik Wut und Aggression sind. Binnenangst als Form der Neurose ist eine psychische, lang andauernde Verhaltensstörung, die sich in Zwangsstörungen, Phobien, Angststörungen, Hysterie schizoiden und paranoiden Störungen äußert.

Man bezeichnet die Binnenangst im Rahmen der Psychoanalyse auch als neurotische Angst, die sich einstellt, wenn das Ich von übermäßigen Triebansprüchen des Es überwältigt zu werden droht.

Rainer Mausfeld beschreibt in seinen arbeiten die Angsterzeugung als ein Herrschaftsinstrument, da Techniken zum Erzeugen von gesellschaftlicher Angst zum Handwerkszeug der Macht gehören, und zeigt, wie Herrschende und auch Religionen danach trachten, bei Menschen Realangst in Binnenangst zu verwandeln.



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