Posttraumatische Verbitterungsstörung

Die Posttraumatische Verbitterungsstörung – Posttraumatic Embitterment Disorder, PTE – ist eine psychisches Krankheitsbild der Gruppe der Anpassungsstörungen in Reaktion auf ein schwerwiegendes negatives Lebensereignis, wobei die Betroffenen neben Resignation und Hilflosigkeit oft auch Gefühle von Zorn entwickeln. Menschen mit einer Verbitterungsstörung haben oft Gefühle von Zorn, Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Resignation, wobei sie sich schämen und Vorwürfe machen, dass sie das Geschehene nicht verhindern konnten.

Die Leitemotion ist dabei aber die Verbitterung, begleitet von einer Fülle weiterer psychischer Beschwerden bis hin zur Selbst- oder Fremdaggression, wobei sie in manchen Fällen auch einen chronischen Verlauf nimmt.

Meist kann man diese Störung im Kontext beruflicher oder privater Konflikte beobachtet, aber sich auch als Reaktion auf andere schwerwiegende negative Lebensereignisse wie eine schwere Erkrankung oder einen Unfall entwickeln. Auslöser dafür sind in der Regel Verletzungen des Selbst, also Herabwürdigungen, Vertrauensbrüche und Ungerechtigkeiten, wobei im Zentrum das subjektive Empfinden steht, dass man um etwas betrogen oder beraubt wurde und dass man nicht die Möglichkeit hatte, etwas dagegen zu unternehmen oder das Unrecht anders zu bewältigen. Eine innere Verbitterung kann insbesondere dann entstehen, wenn schmerzliche Enttäuschungen in jenen Lebensbereichen passieren, die einem Menschen besonders viel bedeuten. Die Verbitterung dringt in der Folge meist auch in andere Lebensbereiche ein.

Spricht man Betroffene direkt auf das Ereignis an, werden sie in der Regel äußerst emotional, denn dadurch erinnern sie sich immer wieder an die Situation. Die manchmal lebenslange Dauer der Verbitterung kommt dadurch zustande, dass Betroffene oft in einer passiven Opferrolle verharren, d. h., es bildet sich eine Unversöhnlichkeit, die das Verstehen der anderen Seite unmöglich macht. Aus Trotz verbohren sich manche ins eigene Unglück, wobei das Umfeld oft sogar Mitleid bekundet, doch verstärkt dieses meist die passive Haltung und erschwert aktive Veränderungen.

Die Posttraumatischen Verbitterungsstörung ist von der Posttraumatischen Belastungsstörung abzugrenzen, auch wenn sie mit ihr einige Aspekte gemeinsam hat, doch bei der Verbitterungsstörung ist kein lebensbedrohliches Ereignis der Auslöser, sondern ein eher lebensübliches Kränkungs- oder Ungerechtigkeitserlebnis, bei dem Verbitterung und nicht Angst die vorherrschende Emotion ist. Die Störung kann auch körperliche Beschwerden auslösen, etwa Schlafstörungen oder Appetitverlust.

In der Psychiatrie und Klinischen Psychologie wurde diese Art der Störung lange auch unter dem Begriff des Querulantentum diskutiert.

Literatur

https://de.wikipedia.org/wiki/Posttraumatische_Verbitterungsst%C3%B6rung (19-11-14)
https://psychosomatik.charite.de/forschung/forschungsgruppe_psychosomatische_rehabilitation_fpr/verbitterung_und_posttraumatische_verbitterungsstoerung_pted/ (19-11-14)
https://www.handelsblatt.com/dpa/ gesundheit-verbitterungsstoerung-kann-lange-andauern/27387226.html (21-07-02)


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