In der Motivationspsychologie findet man eine Vielzahl von Erklärungsmöglichkeiten, warum Menschen so und nicht anders handeln. Viele Menschen haben in manchen Situationen den starken Drang, es anderen heimzuzahlen, etwa wenn sie von jemandem verletzt wurden. Formal wird Rache daher häufig als eine Handlung im Sinne einer Antwort auf eine vorige Handlung definiert, die zur Herstellung eines Ausgleichs zuvor erlittenen Unrechts ausgeübt wird, wobei es nicht im objektiven Sinne um Unrecht geht, entscheidend ist hier allein die subjektive Wahrnehmung einer vermeintlich geschädigten Person. Daher ist die Ursache einer Rachehandlung für Außenstehende nicht unbedingt ersichtlich, genauso wenig wie die Angemessenheit des Racheakts, der unter Umständen lediglich von der sich rächenden Person als angemessen betrachtet wird.

Vor den eigentlichen Rachehandlungen gibt es meist einen Anlass, der zu aktuellen Rachegelüsten führt. Ein initial verursachtes Unrecht löst bei den Menschen, die es erleiden, heftige Emotionen aus, etwa Wut, Zorn oder auch Eifersucht. Wenn ein Mensch Unrecht, das gegen ihn selber geschieht, wahrnimmt, möchte er sich häufig rächen, wobei dieses Unrecht durch eine physische oder psychische Gewalttat oder auch durch sexuellen Betrug und sonstigen Vertrauensmissbrauch entstehen kann. Auch wenn solche Handlungen oder Situationen von dem nun zu Bestrafenden durch Unachtsamkeit, auch fahrlässig oder unabsichtlich, herbeigeführt worden waren, resultieren aus dieser Erfahrung bzw. Wahrnehmung Rachegelüste. Zeitlich vor der eigentlichen Rachehandlung entwickeln sich meist auch bestimmte Ziele, die die sich rächende Person mit der Ausführung einer Rachehandlung verfolgt, also den Übeltäter zu bestrafen, es ihm mit gleicher Münze heimzuzahlen, ihm gleiches Unrecht zuzufügen. Auslöser für Rachegefühle sind also vielfältiger Natur, wobei es immer darum geht, dem Verursacher des Unrechts Schaden zuzufügen.

Die Ursachen und Hintergründe dieser Gefühlsdimension sind bisher wenig wissenschaftlich erforscht, wobei diese Rachehandlungen von einfacher Schadenfreude bis zum Rachekrieg reichen können, wobei aus einer alltäglichen Kränkung oder Zurückweisung ein gewaltsamer Racheakt entstehen kann. Regelrechte Rache-Mythen finden sich in der Literatur aber auch in den Polizeiprotokollen unglaublicher Verbrechen, d. h., Rache ist allgegenwärtig.

In die Tat umgesetzt, kann Rache aber auch weitreichende und zerstörerische Folgen haben, sowohl für den Rächenden und das Racheopfer gleichermaßen. Es gibt auch keine Untersuchungen darüber, ob sich Männer oder Frauen mehr rächen. Allerdings scheint es einen unterschied in den Formen der Rache zwischen Männern und Frauen zu geben, denn bei Männern spielt die offene Aggression eine größere Rolle als bei Frauen.

Literatur

Hellmann, J. & Thoben, D. F. (2011). “Heute schon gerächt?“ Ursachen und Folgen von Rache.
https://de.in-mind.org/article/heute-schon-geraecht-ursachen-und-folgen-von-rache (12-12-03)
Stangl, W. (2011). Warum wir tun, was wir tun … Motive und Motivationsfaktoren. [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/MOTIVATION/Motive.shtml (11-05-05).


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