Menschen befinden sich in der Regel täglich mehrmals im Autopilotenmodus, wobei man in diesem Modus automatisch oft wie ferngesteuert agiert, d. h., man verrichtet Tätigkeiten, ohne groß darüber nachdenken oder darauf achten zu müssen. Dieser Autopilot wird durch Verhaltens- und Gedankenmuster gesteuert, die man sich über einen langem Zeitraum angeeignet hat, etwa durch Erfahrungen, Lernen, Erziehung oder Erlebnisse. Es ist häufig schwierig, die Gedanken wieder in den gegenwärtigen Augenblick zurückzuholen und mit der aktuellen Tätigkeit in Einklang zu bringen, also etwa beim Essen den Vorgang des Essens tatsächlich wahrzunehmen anstatt gleichzeitig fernzusehen, zu lesen oder gedanklich bei den Erledigungen des nächsten Tages zu sein.

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass der Autopilotmodus Sicherheit geben, bequem ist und deshalb auch in zahlreichen Situationen von Vorteil sein kann, etwa beim Überqueren einer Straße, beim Zähneputzen, beim täglichen Weg zur Arbeit. Negativ kann dieser Modus aber sein, wenn dieser Autopilot auch eine Form von Unachtsamkeit bewirkt, denn je öfter man sich während des Tages in diesem Modus befindet, desto mehr funktioniert man nur noch, lebt nicht bewusst und kann das Hier und Jetzt kaum noch genießen. Dieser Automodus kann unterbrochen werden, wenn man kurz innehält und den Fokus auf seine Gedanken oder die aktuelle Situation richtet. Der Autopilotenmodus kann auch durch einen äußeren Impuls unterbrochen werden, etwa wenn man während einer Routinetätigkeit etwas Ungewöhnliches wahrnimmt, das die Aufmerksamkeit auf sich zieht und die Gedanken in das Hier und Jetzt zurückholt, d. h., man wechselt vom Autopilotmodus in den Achtsamkeitsmodus.

Der Autopilotenmodus stammt aufs dem Konzept der Achtsamkeit, das von Jon Kabat-Zinn in die Psychotherapie eingebracht worden ist.

Literatur

https://www.thieme.de/de/psychiatrie-psychotherapie-psychosomatik/achtsamkeitsbasierte-therapie-90910.htm (17-11-27)


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