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Disfluenz – Dysfluenz


Disfluenz – auch Dysfluenz – bezeichnet ganz Allgemein das subjektives Erleben der Probleme, die mit einer geistigen Aufgabe wie dem Sehen oder Hören verbunden sind. Disfluenz führt häufig dazu, dass Menschen intensiver über die vermittelten Inhalte nachdenken und diese sich nachhaltiger einprägen.

Sprachdysfluenzspeech dysfluency oder speech disfluency – bezeichnet in der sprachlichen Kommunikation die verschiedenen Pausen, Unregelmäßigkeiten oder nicht-lexikalischen Vokabeln, die innerhalb des Flusses einer ansonsten fließenden Sprache auftreten. Man geht davon aus, dass solche Unterbrechungen das Verständnis beim Zuhörer erschweren können. Zur Sprachdysfluenz gehören dabei etwa Fehlanfänge, d.h. Wörter und Sätze, die in der Mitte der Äußerung beendet werden, Sätze, die neu begonnen oder wiederholt werden, sich wiederholende Silben, vor allem aber Füllwörter, Flickwörter und Verzögerungslaute wie “huh”, “uh”, “ähm”, “um”, “gut”, “so”, “wie” und “hmm”, und korrigierte Äußerungen, d.h. Fälle, in denen SprecherInnen ihre eigenen Versprecher oder Fehlaussprachen verbessern.

In der Übertragung dieses Phänomens auf das geschriebene Wort wird nun seit einiger Zeit vor allem im englischsprachigen Raum untersucht, inwiefern sich schriftliche Texte durch bewusst schwer lesbare Schrifttypen auf das Verständnis bzw. Erlernbarkeit der Inhalte auswirken. Untersuchungen zeigen, dass es einfach ausreicht, einen Text in einer mühsam zu lesenden Schriftart vorzulegen, um etwas höhere Lernerfolge zu erzielen. Offenbar bewirkt die Anstrengung beim Zuhören oder Lesen, dass man mehr denken muss, wobei solche Lesehürden oder Hörhürden wohl einfach die Aufmerksamkeit erhöhen. Das ist auch bei Konversationen mit undeutlich sprechenden Menschen, etwa Anfängern einer Sprache, der Fall.

Übrigens wurde aus diesem Grund die Schrift „Sans Forgetica“ entwickelt, die mit Absicht so gestaltet wurde, dass sie schwierig zu lesen ist – Lernmethode der wünschenswerten Erschwernisse. Bei diesem Prinzip wird ein kleines Hindernis in den Lernprozess eingefügt, um eine tiefere kognitive Verarbeitung zu bewirken, sodass man sich dadurch diese Inhalte besser merken kann. Die normalen Schriftarten sind den Menschen sehr vertraut, so dass man sie eher überfliegt und somit nur wenige Erinnerungsspuren erstellt werden. Eine Schrift hingegen, die einigermaßen fremd ist und einige Wahrnehmungsregeln bricht, erzeugt eher eine besonders dauerhafte Erinnerungsspur.

Die Schriftart steht übrigens kostenlos zum Download bereit: http://www.sansforgetica.rmit/


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