Autonomieentwicklung beschreibt den Prozess des Selbstständigwerdens eines Individuums bzw. das Erlangen der Autonomie, wobei dieses Individuum Fähigkeiten erwerben muss, sein Leben unabhängig von anderen zu gestalten, etwa indem es sich selbstständig Ziele setzt, und das Erleben und Verhalten eigenverantwortlich unter Berücksichtigung eigener Werthaltungen reguliert. Die Autonomieentwicklung verläuft auf verschiedenen Ebenen, also beim Menschen auf der kognitiven, der affektiven und der Verhaltensebene. Die Autonomieentwicklung wird durch die Möglichkeit gefördert, auf der Basis sicherer emotionaler Bindungen und vor Gefahren geschützt zunehmend den eigenen Aktionskreis erweitern und durch eigenständiges Tun Erfahrungen machen und Verantwortung übernehmen zu können. Die Ausbildung von Werthaltungen, die das eigene Handeln regulieren, wird durch die Möglichkeit zur Partizipation an Entscheidungen gefördert (Moralentwicklung).

Partizipationsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen sind eine wesentliche Voraussetzung für deren Autonomieentwicklung und eine Grundhaltung jeder Pädagogik, wobei eine Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in den Köpfen der Erwachsenen beginnen sollte, denn diese müssen die entsprechenden Beteiligungsmöglichkeiten einräumen, sodass Kinder und Jugendliche gestalterische und politische Handlungsmöglichkeiten erfahren und soziale Kompetenzen erwerben können. Obwohl Kinder und Jugendliche komplexe technische, wirtschaftliche oder rechtliche Zusammenhänge oft noch nicht richtig einschätzen können, bringen sie aber Kompetenzen wie Phantasie, Kreativität, Spontaneität und Begeisterungsfähigkeit mit, die bei Erwachsenen oft reduziert sind.

Autonomie ist auch die 2. Stufe in Eriksons Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung und steht Scham und Zweifel gegenüber: Nach Erikson entwickelt sich die kindliche Autonomie im 2. bis 3. Lebensjahr, wobei er dieses Stadium als „entscheidend für das Verhältnis zwischen Liebe und Hass, Bereitwilligkeit und Trotz, freier Selbstäußerung und Gedrücktheit“ bezeichnet. Beschrieben wird von ihm die zunehmende Autonomieentwicklung des Kindes und ihre Bedeutung für die Manifestierung eines positiven Selbstkonzeptes bzw. einer Identität. Das Ausmaß der erlangten Autonomie kann in verschiedenen Bereichen unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Autonomie ist ein Thema während der gesamten Lebensspanne, erlangt aber im Jugendalter eine besondere Bedeutung im Prozess der Ablösung von den Eltern.


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2 Gedanken zu „Autonomieentwicklung“

  1. W. S.

    Partizipationsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen sind eine wesentliche Voraussetzung für deren Autonomieentwicklung und eine Grundhaltung jeder Pädagogik, wobei eine Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in den Köpfen der Erwachsenen beginnen sollte, denn diese müssen die entsprechenden Beteiligungsmöglichkeiten einräumen, sodass Kinder und Jugendliche gestalterische und politische Handlungsmöglichkeiten erfahren und soziale Kompetenzen erwerben können. Obwohl Kinder und Jugendliche komplexe technische, wirtschaftliche oder rechtliche Zusammenhänge oft noch nicht richtig einschätzen können, bringen sie aber Kompetenzen wie Phantasie, Kreativität, Spontaneität und Begeisterungsfähigkeit mit, die bei Erwachsenen oft reduziert sind.

  2. K. P.

    Gibt es bezüglich dieser Aussage Literatur?
    “Die Ausbildung von Werthaltungen, die das eigene Handeln regulieren, wird durch die Möglichkeit zur Partizipation an Entscheidungen gefördert (Moralentwicklung).”

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