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Konstanzer Methode der Dilemma-Diskussion – KMDD

KMDD_marke_2Im Mittelpunkt der Konstanzer Methode der Dilemma-Diskussion steht die Förderung moralischer Kompetenz (Urteils- und Diskursfähigkeit) , wobei im Gegensatz zu anderen Programmen, die nur die Änderung moralischer Einstellungen, Werthaltungen und Haltungen zum Gegenstand haben, geht es bei der Konstanzer Methode der Dilemma-Diskussion um Fähigkeiten im Bereich des moralisch-demokratischen Verhaltens. Dabei wird die moralischer Urteilsfähigkeit als das Vermögen, Entscheidungen und Urteile zu treffen, die moralisch sind, definiert, d. h., dass das Urteil auf inneren Prinzipien beruht und in Übereinstimmung mit diesen Urteilen gehandelt wird. Lind hat die Definition der Moral durch Kohlberg auf der Grundlage von Habermas’ Theorie der kommunikativen Ethik um die soziale Dimension erweitert, und definiert nun Moralkompetenz als die Fähigkeit, Konflikte auf der Grundlage von universellen moralischen Prinzipien (Gerechtigkeit, Zusammenarbeit, Respekt, …) durch Denken und Diskussion zu lösen, statt durch Gewalt, Betrug und Macht.

Die Konstanzer Methode der Dilemma-Diskussion wurde von Georg Lind entwickelt. Sie hat einige Elemente der Blatt-Kohlberg-Methode aufgenommen, unterscheidet sich aber stark von ihr. Sie wird seit über zwanzig Jahren in unterschiedlichen Bildungsinstitutionen angewandt: In Schulen ab der dritten Klassenstufe, in Berufsschulen, in Hochschulen, in Gefängnissen und in Militärakademien. Sie wird neben Deutschland auch in mehreren anderen Ländern eingesetzt, unter anderem auch in China. Sie hat sich als sehr effektiv erwiesen. Bereits eine einzige Sitzung bewirkt einen größeren Zuwachs an Moralkompetenz als ein ganzes Schuljahr. Voraussetzung für den effektiven und verantwortungsvollen Einsatz der Methode ist jedoch eine gründliche Ausbildung der Lehrer, die sie anwenden. Ohne sie zeigt sich keine oder eine negative Wirkung (Lind 2015).

Link: http://www.uni-konstanz.de/ag-moral/moral/dildisk-d.htm (13-11-21)

Literatur

Lind, Georg (2015). Moral ist lehrbar. Wie man moralisch-demokratische Fähigkeiten fördern und damit Gewalt, Betrug und Macht mindern kann. Berlin.


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