Shadowing ist eine Form der teilnehmenden Beobachtung. Unter Shadowing versteht man vor allem in der Personalentwicklung die meist mehrstündige, manchmal aber auch mehrtätige Begleitung eines Klienten durch einen Coach, wobei dieser Coach stets im Hintergrund bleibt bzw. unauffällig agiert. Ziel des Shadowing ist es, eine Klientin oder einen Klienten in ihrem bzw. seinem verhaltensrelevaten Umfeld zu erleben und ihr bzw. ihm anschließend Feedback zu geben.

Eine Sonderform ist das Job Shadowing, bei dem BerufsaspirantInnen die Gelegenheit haben, einen Tag lang einer berufstätigen Person über die Schulter zu schauen und damit Einblicke in deren Berufsfelder zu gewinnen. Es handelt sich um die Begleitung von Schlüsselpersonen mit der Aufgabe, einfach nur zu beobachten, Eindrücke zu sammeln, sich anregen zu lassen oder auch Wissen zu erwerben und anschließend zu reflektieren.

Im Arbeitskontext wird darunter manchml auch die Form einer Hospitation verstanden, also dabei die Fähigkeiten und Verhaltensweisen anderer Menschen in dessen Kontext wahrzunehmen und von diesen zu lernen. Es geht beim Shadowing im Sinn einer Hospitation also nicht darum, einer Person alles nachzumachen, sondern vielmehr soll man als Hospitierender lernen, die eigenen Denkweisen und -muster zu erweitern, indem man andere Menschen mit anderen Herangehensweisen beobachtet, wie sie ihre Probleme in ihren Kontexten lösen. Um dies zu üben, kann man sich selber jemanden in seinem Arbeitsumfeld aussuchen, dessen Erfahrungen man verstehen will. Dabei sollte man einige Tage damit verbringen, dieser Person zu folgen und das zu machen, was sie tut. Es empfiehlt sich, bei einer Person zu hospitieren, die nicht einer traditionellen Expertin oder einem Experten entspricht, denn so würdet man am meisten Inspiration erfahren, wenn man unkonventionell vorgeht. Man könnte etwa den Hausmeister des Bürogebäudes begleiten, der die versteckten Rhythmen und Bedürfnisse der dort arbeitenden Menschen kennt, oder man begleitet eine kürzlich eingestellte Person, bei der die unvoreingenommene Perspektive ebenfalls hilfreich sein könnte, bekannte Situationen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Am Ende einer solchen Hospitation sollte man sich fragen, welche Möglichkeiten für positive Veränderungen und Maßnahmen man für sich herausgefiltert hat. Auch sollte sich fragen, was das einprägsamste Erlebnis der Tage war und warum. Was hat überrascht und erfreut? Inwiefern haben sich diese Erfahrungen beim Shadowing von den alltäglichen Erwartungen unterschieden? Schließlich kann man auch die Frage stellen, was man tun könnte, um mehr über diese Erkenntnisse zu lernen.

Literatur
Mahlmann, R. (2002). Schattentage. ManagerSeminare,  53,  71–80.
https://www.businessinsider.de/leben/kreativitaet-diese-drei-uebungen-helfen-dabei-probleme-schneller-zu-loesen-2021-11-a/ (21-11-16)



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.