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Absencen


Als Absencen bezeichnet man in der Psychopathologie nichtkonvulsive (nicht krampfartige) Zustände wie etwa bei einem epileptischen Anfall mit sekundenlang anhaltendem Bewusstseinsverlust. Bei einer Epilepsie unterscheidet man zwischen konvulsiven und nicht-konvulsiven Formen, wobei beim konvulsiven Status Krämpfe im Vordergrund stehen, beim nichtkonvulsiven hingegen andere Symptome.

Absencen werden von der Umwelt häufig als Unaufmerksamkeit (Träumen) interpretiert. Assoziiert können dabei leichtere motorische Phänomene wie Lid- oder Mundwinkelzuckungen auftreten.

Obwohl intensive Forschungen schon seit einiger Zeit versuchen, ein eindeutig erfassbares Signal auszumachen, das als Initialzündung eines epileptischen Anfalls gewertet werden kann, war man bisher eher erfolglos. Eine neuere Studie zeigte nun, dass es noch schwieriger sein dürfte, ein Anfallsgeschehen vorherzusagen, als man bisher gedacht hat, denn man war immer davon ausgegangen, dass es einen Kipppunkt im Gehirngeschehen gibt. Eine Untersuchung an Betroffenen, die mittels implantierter Elektroden überwacht wurden, zeigte allerdings, dass es keine Verlangsamung des Systems (critical slowing down-Effekt) gibt, der üblicherweise vor einem Kipppunkt eintritt. Hingegen sind permanent andere Veränderungen zu finden, die wenig bis gar nichts mit einem Anfall zu tun haben. Die Entstehung eines epileptischen Anfalls hängt demnach vermutlich von vielen Faktoren ab, die äußerst individuell sein können. Möglicherweise sind es gar nicht die Hirnströme sondern Veränderungen am Herzschlag oder an der Atmung (Wilkat et al., 2019).

Literatur

Wilkat, T., Rings, T. & Lehnertz, K. (2019).  No evidence for critical slowing down prior to human epileptic seizures. Chaos: An Interdisciplinary Journal of Nonlinear Science, doi:10.1063/1.5122759.

 


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