Umweltpsychologie

Die Umweltpsychologie untersucht den Einfluss komplexer Umgebungen auf die individuelle Befindlichkeit und den Einfluss menschlicher Tätigkeit auf die Umwelt. Das Arbeitsfeld der Umweltpsychologie greift auf den Fundus der in der psychologischen Forschung bewährten Methoden und Theorien zurück, wobei die ökologische Perspektive das Spektrum der angewandten Methoden vom Laborversuch hin zur Feldbeobachtung verschiebt, vom Experiment zu nicht-reaktiven Versuchsanordnungen, von der Analyse des Verhaltens zur Prognose (impact assessment) der Einflüsse und Wirkungen, die von geplanten Projekten ausgehen werden, wa auch anhand von Simulationen geschehen  kann.

Umweltpsychologische Untersuchungen zeigen etwa, dass das Erleben von Natur in der Bevölkerung äußerst unterschiedlich verbreitet ist, denn Angehörige bildungsferner und erwerbsloser Gruppen bleiben meist in ihren bebauten Umgebungen. Zwar zieht es Jugendliche meist in die Stadt, dennoch belegen Studien, dass auch die junge Generation natürliche Landschaften als wohltuend und entspannend wahrnimmt. Vor allem der Wald wird in allen Generationen als Stück Freiheit empfunden, und zwar Freiheit von Konfliktfeldern, Reizüberflutung, Technik, sozialen Anforderungen, Zeitregime. Wald wirkt außeralltäglich, als Gelegenheit, wieder „zu Sinnen zu kommen“ und unmittelbaren Zugang zu sich selbst zu finden. In Studien zum Erleben von Natur wird deutlich, welches enorme Potenzial Naturerfahrungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben, wenn etwa durch einen Waldbesuch der Blutdruck und die Pulsrate gesenkt, der Cortisolspiegel und die sympathische Aktivität reduziert sowie die parasympathische Aktivität gestärkt werden. Allein schon das Betrachten von Grün bewirkt physiologische Veränderungen. Studien belegen auch, dass Kinder durch das Draußen-in-der-Natur-Spiel einen aktiveren Lebensstil entwickeln. Durch das Spiel in natürlichen Umgebungen werden Selbstwirksamkeit, Kreativität und Verantwortungsbewusstsein gestärkt. Dabei ist die Kombination von grün und blau für den Menschen ideal, denn Wohlbefinden und Erholungswert sind in der Natur am höchsten, wenn man einen grünen Wald am Ufer eines blauen Wassers erlebt.

Literatur

Bauer, N., Roe, J. & Martens, D. (2016). Der Einfluss von physischer Umwelt auf den Menschen: Erholung, Wohlbefinden, Gesundheit und Lebensqualität. Einführung in das Schwerpunktthema. Umweltpsychologie, 20, 3-14.
Ensinger, K. (2016). Arbeit und Erholung – Der Sinn vom Draußen-Sein. Umweltpsychologie, 20, 95-111.




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