Broca-Zentrum

Das Broca-Zentrum ist Teil des Frontalcortex, ist meist in der linken Hemisphäre des Gehirns angesiedelt und steuert die Muskelbewegungen, die an der Lautbildung beteiligt sind,  bestimmt somit die sprachlichen Ausdrucksfähigkeit eines Menschen. Die Sprachzentren bilden sich während der frühen Sprachentwicklung der Kindheit aus. Schon kurz nach der Geburt produzieren Kinder Sprache: Zunächst wird gegurrt (ab einem Monat), dann gebrabbelt und gelallt (ab drei bis fünf Monaten), es werden Silben verdoppelt (ab sieben bis acht Monaten) und Kauderwelsch geredet (Jargoning), bevor dann um den ersten Geburtstag herum, manchmal aber auch erst Monate später, das erste Wort fällt, meist „Mama“. Aber schon vorher, im Kauderwelschstadium mit zehn bis zwölf Monaten, besitzt das Baby einen passiven Wortschatz von ungefähr sechzig Wörtern, die es versteht und wiedererkennt. Übrigens unterstützt jede Form der Bewegung den Spracherwerb, da Bewegung Kindern sinnliche Erfahrungen verschafft, die sich als Worte besonders gut im Gehirn festsetzen. Manche Laute wie t, s, sch, k sind besonders schwer zu lernen, sodass noch  Vierjährige  Schwierigkeiten damit haben, doch auch andere Fehler gehören zur Sprachentwicklung und geben sich in den allermeisten Fällen von allein. Sehr frühes Sprechen deutet auf spätere gute Intelligenzleistungen hin.

Neben dem Wernicke-Areal, das für das Sprachverständnis verantwortlich ist, ist das Broca-Areal für die motorische Erzeugung der Sprache zuständig. Erstmals ­beschrieben wurde dieser Zusammenhang vom französischen Neurologen Paul Pierre Broca, da einer seiner Patienten mit einer Läsion im ­entsprechenden Hirnareal Störungen bei der Sprachproduktion zeigte. Es gilt inzwischen als gesichert, dass noch einige weitere Gehirnareale Anteil an der Sprachentstehung und Verarbeitung haben.

Das Broca-Areal ist also für die Produktion von Sprache, das Finden von Wörtern und das Bilden von Sätzen zuständig. Ist diese Region verletzt, kann der Mensch zwar meist noch alles verstehen, er hat aber Schwierigkeiten, Wörter und Sätze zu bilden. In leichteren Fällen können davon Betroffene noch in einem stakkatoartigen Telegrammstil kommunizieren.

Die Broca-Aphasie ist eine Form der Aphasie, die also hauptsächlich die Sprachproduktion beeinträchtigt, und sich durch Artikulationsprobleme, Anomie und Agrammatismus auszeichnet. Die Betroffenen sprechen Worte falsch aus, wobei ausgesprochene Worte zumeist ­bedeutungshaltig sind. Die Anomie zeigt sich bei Betroffenen in Wortfindungsschwierigkeiten, so dass der Sprachfluss langsam, unflüssig, angestrengt und mühevoll erscheint. Durch den Agrammatismus bestehen große Schwierigkeiten beim Benutzen grammatikalischer Konstruktionen, wie beispielsweise bei Passivsätzen oder beim Benutzen von Funk­tionswörtern (Präpositionen, Artikel). Auch das Nachsprechen von Sätzen bereitet den Betroffenen Probleme.

Quellen
http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/GEHIRN/GehirnSprache.shtml (09-12-12)
http://www.biologische-psychologie.de/entries/301 (10-12-12)




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