Glück

Glück ist, was passiert,
wenn Vorbereitung auf Gelegenheit trifft.
Seneca
Um den vollen Wert des Glücks zu erfahren,
brauchen wir jemand, um es mit ihm zu teilen.
Mark Twain
Die drei Voraussetzungen des Glücks sind Dummheit,
Selbstsucht und eine stabile Gesundheit,
wobei die anderen beiden unnütz sind,
sofern es an der Dummheit mangelt.
Gustave Flaubert

Obwohl es innerhalb der Psychologie kein klar abgrenzbares Konstrukt von Glück gibt, wird in manchen theoretischen Ansätzen direkt oder indirekt auf das Glück Bezug genommen. Vor allem im Rahmen der derzeit prominenten Positiven Psychologie spielt Glück eine wichtige Rolle.Psychologen betrachten Glück als eine extrem starke positive Emotion, als einen vollkommenen, dauerhaften Zustand intensivster Zufriedenheit. Glück ist dabei ein Zustand absoluter Harmonie, den Menschen erreichen, wenn sie in ihrem augenblicklichen Tun aufgehen, sodass alles rund um sie herum einschließlich der Zeit verblasst und keine Rolle mehr spielt.

Das Erleben von Glück im Gehirn wird auch durch spezifische, biochemische Botenstoffe bestimmt, wobei solche Glückserfahrungen Spuren im Gehirn hinterlassen, also gelernt werden.
  • Glück des Wollens: wenn Menschen nach etwas streben, stellt Dopamin eine Belohnung in Aussicht, während körpereigenes Endorphin sogar Euphorie auslösen kann.
  • Glück der Vermeidung: wenn Menschen Bedrohungen entgehen bzw. diese glücklich überstehen, führt ein sinkender Cortisol- und Adrenalinspiegel zu einem Erlebnis der Entspannung.
  • Glück des Daseins: wenn Menschen besitzen, was sie brauchen, sorgt das körpereigene Morphin für Zufriedenheit und Serotonin für das Gefühl der Beruhigung.
  • Glück der Bindung: wenn sich Menschen anderen nahe und verbunden fühlen, ist das auf Oxytocin zurückzuführen.

Experten der Amerikanischen Psychologischen Gesellschaft haben „Glücksfaktoren“ zusammengetragen, für die es gute wissenschaftliche Belege gibt:

  • Gute Beziehungen zu Angehörigen, Freunden und anderen pflegen
  • Sich realistische Ziele setzen und sie ansteuern
  • Problemen nicht aus dem Weg gehen
  • Schicksalsschläge als Chance dafür nutzen, das eigene Selbst zu stärken
  • Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärken
  • Auch bei extrem belastenden Ereignissen die langfristige Perspektive im Blick behalten
  • Gefühle und Bedürfnisse ernst nehmen

Es muss auch immer in Betracht gezogen werden, dass sich Glücksgefühle  im Laufe des Lebens verändern, wobei Glück einem natürlichen Reifungsprozess unerliegt, wobei etwa im Alter flüchtige Momente nicht mehr so wichtig sind. Ab etwa sechzig Jahren steigt die durchschnittliche Zufriedenheit, obwohl in dieser Zeit die Belastungen durch Schicksalsschläge, körperliche und geistige Einbußen und Krankheiten zunehmen.

Das Streben nach Glück ist bekanntlich bereits im Gründungsdokument der USA als individuelles Freiheitsrecht (Pursuit of Happiness) festgeschrieben. Das mittelhochdeutsche Wort „Gelücke“ bezeichnete die Art, wie etwas gut ausgeht, ohne dass der Glückliche etwas dazutun musste, es passierte einfach, eben „Glück gehabt!“.

Quelle

Schneider, Achim G. (2016). Was ist Glück? Apotheken Umschau vom  29.03.2016

http://arbeitsblaetter-news.stangl-taller.at/was-ist-glueck/ (11-12-12)




Falls Sie in diesem Beitrag nicht fündig geworden sind, können Sie mit der folgenden Suche weiter recherchieren:


Das Lexikon in Ihren Netzwerken empfehlen:

You must be logged in to post a comment.

Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu

© Werner Stangl Linz 2017