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Transsexualität

Transsexualität oder Transsexualismus beschreibt den Wunsch eines Menschen, als Angehöriger des anderen Geschlechtes zu leben und anerkannt zu werden. Dieser Wunsch geht meist mit Unbehagen oder dem Gefühl der Nichtzugehörigkeit zum eigenen anatomischen Geschlecht einher. In vielen Fällen besteht bei den Betroffenen der Wunsch nach chirurgischer und hormoneller Behandlung, um den eigenen Körper dem bevorzugten Geschlecht soweit wie möglich anzugleichen.

Transsexualismus zählt psychologisch betrachtet als Störung der Geschlechtsidentität zu den Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, was allerdings umstritten ist. Transsexualität ist nicht ein frei wählbarer Lebensstil, wie von Trans-Gegnern oft behauptet, sondern hat biologische Ursachen habe, vergleichbar mit Links- und Rechtshändern, wobei man einen Linkshänder dazu bringen kann, mit der rechten Hand zu schreiben, was er kann nach ein wenig Übung auch ganz gut kann, doch er bleibt ein Linkshänder.

Nach neueren Untersuchungen (Olson & Garofalo, 2014) ist Transexualität nicht hormonell bedingt, denn ein Ungleichgewicht der Sexualhormone ist nicht nicht nachweisbar. Der Hormonspiegel transsexueller Menschen ist in der Regel normal und passt zum ursprünglichen Geschlecht. Man geht eher davon aus, dass sich die Anlagen zur Transsexualität bereits im Mutterleib bilden und nicht umkehrbar sind, denn die geschlechtliche Prägung des Körpers bzw. damit auch die  Hormonwerte und die Prägung des Gehirn geschehen zeitlich versetzt während der Schwangerschaft. Wird etwa im ersten Drittel der Schwangerschaft viel Testosteron und gegen Ende weniger ausgeschüttet, kann das Produkt ein biologischer Mann mit weiblicher Prägung sein.

Neuere Studien liefern auch Beweise, Beweise, dass das Gehirn von jungen Menschen mit Geschlechtsidentitätsstörung die Gehirn-Charakteristika ihres bevorzugten Geschlechts aufweisen. Die Hirnaktivität und -struktur von Trans-Jugendlichen ist also dem Geschlecht ähnlich, das der geschlechtlichen Identität der Personen entspricht. Julie Bakker (Universität Lüttich) hat die Gehirne von transsexuellen Heranwachsenden mit Hilfe von Magnetresonanztomographien untersucht, wobei die Muster der Hirnaktivierung in Trans-Jugendlichen fast identisch mit denen von cissexuellen Jugendlichen war, die der jeweiligen geschlechtlichen Identität der Trans-Probanden entsprächen.

Die Weltgesundheitsorganisation will nach einem Bericht der Presse Transsexualität von der Liste psychischer Erkrankungen streichen und hofft, dass dadurch das Stigmatisierung sinkt und die soziale Akzeptanz dieser Menschen steigt. Im neu überarbeiteten Krankheitskatalog mit über fünfzigtausend Erkrankungen, Verletzungen und Todesursachen scheint die Transsexualität nicht mehr unter psychischen, Verhaltens- und Entwicklungsstörungen auf, sondern im neuen Kapitel zur sexuellen Gesundheit, in dem Geschlechtsinkongruenz als deutliche und anhaltende mangelnde Übereinstimmung zwischen dem erlebten und dem zugewiesenen Geschlecht definiert wird. Dem neuen Katalog müssen die UNO-Mitgliedsstaaten noch zustimmen, er soll im Mai 2019 vorgelegt werden und könnte 2022 in Kraft treten. Die Streichung von der Liste psychischer Erkrankungen soll vor allem den Betroffenen den Zugang zur Gesundheitsfürsorge erleichtern.

Literatur

Nota, Nienke, Kreukels, Baudewijntje, Den heijer, Martin, Veltman, Dirk, Cohen-Kettenis, Peggy, Burke, Sarah & Bakker, Julie (2017). Brain functional connectivity patterns in children and adolescents with gender dysphoria: Sex-atypical or not? Psychoneuroendocrinology, 86, dog: 10.1016/j.psyneuen.2017.09.014.
Olson, J. & Garofalo, R. (2014). The peripubertal gender-dysphoric child: puberty suppression and treatment paradigms. Pediatr Ann. Doi: 10.3928/00904481-20140522-08.
https://diepresse.com/home/leben/gesundheit/5449989/WHO-will-Transsexualitaet-von-Liste-psychischer-Erkrankungen-streichen (18-06-20)



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