animal hoarding

Eine spezielle Ausprägung des Messie-Syndroms ist Animal Hoarding – Tierhortung -, wobei Vögel, Hunde, Nagetiere und Katzen am häufigsten aus den überfüllten Wohnungen von Tierhortern gerettet werden müssen. Beim Animal Hoarding ersetzen Tiere die sonst üblicherweise angehäuften Gegenstände wie Zeitungen oder Geräte, haben aber meist ursprünglich die Motivation, Gutes für ihre Tiere zu tun, wobei irgendwann die Fülle der Verantwortung aber zu groß wird und sie die Kontrolle verlieren. 200 Hunde oder 500 Wellensittiche werden dann beispielsweise auf engstem Raum gehalten und verwahrlosen, da sie nicht richtig gefüttert werden und sie sich meist unkontrolliert vermehren. Neugeborene Tiere werden von erwachsenen Tieren oft totgetrampelt und blieben liegen. Menschen, die krankhaft Tiere sammeln und halten, haben durchschnittlich über einhundert Haustiere, wobei die Mehrzahl der Animal Hoarder weiblich und meist älter als 45 Jahre sind, und mehr als die Hälfte der HalterInnen gar nicht mehr genau wissen, wie viele Tiere sie eigentlich besitzen. Die krankhaften Tiersammler erkennen dabei auch nicht mehr, wie schlecht es den Tieren geht, denn die Wahrnehmung der eigenen Umgebung erfolgt nur noch durch einen engen Filter, durch den unliebsame Aspekte der Realität ausgeblendet werden. In fast einem Drittel der Fälle gibt es daher neben lebenden auch tote Tiere in der Wohnung, wobei die meisten Wohnungen mit Kot und Urin verschmutzt sind. Viele der Betroffenen sind auch ehemalige Züchter, die ihre Tiere nicht mehr verkaufen können.

Literatur
Driessen, Barbara (2009). Krankhaftes Horten von Tieren nimmt deutlich zu.
WWW: http://www.welt.de/wissenschaft/psychologie/article4505162/Krankhaftes-Horten-von-Tieren-nimmt-deutlich-zu.html (09-09-10)
Stangl, W. (2004). Das „Messie“-Syndrom.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/SUCHT/Messie.shtml (04-11-17)




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