animal hoarding

Es gibt Menschen, die immer mehr Tiere aufnehmen, obwohl sie sich nicht ordentlich um sie kümmern können.

Es handelt sich dabei um eine spezielle Ausprägung des Messie-Syndroms, das Animal Hoarding – Tierhortung -, wobei Vögel, Hunde, Nagetiere und Katzen am häufigsten aus den überfüllten Wohnungen von Tierhortern gerettet werden müssen. Beim Animal Hoarding ersetzen Tiere die sonst üblicherweise angehäuften Gegenstände wie Zeitungen oder Geräte, haben aber meist ursprünglich die Motivation, Gutes für ihre Tiere zu tun, wobei irgendwann die Fülle der Verantwortung aber zu groß wird und sie die Kontrolle verlieren. 200 Hunde oder 500 Wellensittiche werden dann beispielsweise auf engstem Raum gehalten und verwahrlosen, da sie nicht richtig gefüttert werden und sie sich meist unkontrolliert vermehren. Neugeborene Tiere werden von erwachsenen Tieren oft totgetrampelt und blieben liegen. Menschen, die krankhaft Tiere sammeln und halten, haben durchschnittlich über einhundert Haustiere, wobei die Mehrzahl der Animal Hoarder weiblich und meist älter als 45 Jahre sind, und mehr als die Hälfte der HalterInnen gar nicht mehr genau wissen, wie viele Tiere sie eigentlich besitzen. Die krankhaften Tiersammler erkennen dabei auch nicht mehr, wie schlecht es den Tieren geht, denn die Wahrnehmung der eigenen Umgebung erfolgt nur noch durch einen engen Filter, durch den unliebsame Aspekte der Realität ausgeblendet werden. In fast einem Drittel der Fälle gibt es daher neben lebenden auch tote Tiere in der Wohnung, wobei die meisten Wohnungen mit Kot und Urin verschmutzt sind. Viele der Betroffenen sind auch ehemalige Züchter, die ihre Tiere nicht mehr verkaufen können.

Oft steht dahinter ein falsch verstandenes Helfersyndrom, das bei Überforderung dazu führt, dass Tiere verwahrlosen, erkranken und die Betroffenen dann mit toten Tieren auf engstem Raum leben, ohne zu erkennen, wie schlimm ihre Situation geworden ist. So wie ihre Tiere verwahrlosen dann diese Menschen, und ziehen sich völlig von der Umgebung zurück.

Vier Typen von Tier-Messies

Der Pflegertyp hat eine enge Beziehung zu seinen Tieren, sucht diese nicht aktiv, kann aber schlecht Nein sagen, wenn ihm ein Tier angeboten wird. Er hat zum Teil Einsicht für sein Problem, kann aber nichts dagegen unternehmen.

Der Rettertyp sammelt seine Tiere fast missionarisch, um sie vor Leid (Tötung, Kastration …) zu bewahren. Er sieht es als seine Aufgabe an, die Tiere aufzunehmen, kümmert sich dann aber nicht um sie.

Der Züchtertyp kann den Nachwuchs seiner Haustiere nicht wie erhofft verkaufen, sodass er mit der Zeit immer mehr Tiere besitzt, die sich dann unkontrolliert vermehren, wobei er den Überblick verliert.

Der Ausbeutertyp hält seine Tiere zur eigenen Aufwertung und Bedürfnisbefriedigung, empfindet wenig Empathie, fühlt sich als Experte und hat einen starken Kontrollzwang. Er hat keine Einsicht, dass seine Tiere leiden.

Literatur
Driessen, Barbara (2009). Krankhaftes Horten von Tieren nimmt deutlich zu.
WWW: http://www.welt.de/wissenschaft/psychologie/article4505162/Krankhaftes-Horten-von-Tieren-nimmt-deutlich-zu.html (09-09-10)
Stangl, W. (2004). Das „Messie“-Syndrom.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/SUCHT/Messie.shtml (04-11-17)
http://www.nachrichten.at/nachrichten/gesundheit/Wenn-Tierliebe-krankhaft-wird;art114,2685645 (17-10-10)





Falls Sie in diesem Beitrag nicht fündig geworden sind, können Sie mit der folgenden Suche weiter recherchieren:


Das Lexikon in Ihren Netzwerken empfehlen:

You must be logged in to post a comment.

Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu

© Werner Stangl Linz 2017