emerging adulthood

    Als emerging adulthood, also das sich entwickelnden Erwachsensein, bezeichnen die Entwicklungspsychologen die Phase zwischen Jugend und entwickeltem Erwachsensein (18 bis etwa 25 oder 26 Jahre), die zunehmend länger dauert. Vorgeschlagen wurde der Begriff von Jeffrey Arnett (2000) in einem Artikel im American Psychologist, wobei sich dieser Begriff nur auf junge Erwachsene in entwickelten Ländern beziehen lässt. Arnett versteht unter emerging adulthood aber keine verlängerte Adoleszenz, sondern eine eigenständige Phase, wobei sich darin vor allem der wirtschaftlichen Wandel widerspiegelt, denn höhere Ausbildungsanforderungen der Wirtschaft führen zu längeren Ausbildungszeiten. Ein Merkmal dieser emerging adulthood betrifft auch die Sexualität, denn regelmäßiges Sexualleben verlangt keine Heirat mehr, ungewollte Schwangerschaft lässt sich verhüten und führt nicht mehr zu Zwangsehen wie früher, wobei Heirat überdies nicht länger als Kriterium für Erwachsensein gilt. In den USA etwa, wo früher traditionell früh geheiratet wurde, hat sich seit den 60er Jahren das durchschnittliche Alter für eine Hochzeit von 20 auf 26 bei Frauen und von 22 auf 28 Jahren bei Männern nach verschoben.

    Literatur
    Arnett, Jeffrey J. (2000). Emerging adulthood: A theory of development from the late teens through the twenties. American Psychologist, 55, 469-480.
    Arnett, Jeffrey J. (2010). Adolescence and Emerging Adulthood. Pearson.


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