Manipulation

Als Manipulation bezeichnet man in der Psychologie ganz allgemein die soziale Einflussnahme, die für die Betroffenen sowohl positiv wie negativ sein kann, d. h., die wissenschaftliche Perspektive ist zunächst neutral. Im Speziellen bezeichnet Manipulation aber meist die gezielte und verdeckte Einflussnahme auf das Erleben und Verhalten von Einzelnen oder Gruppen, wobei den Betroffenen diese Einwirkung verborgen bleiben soll. Als Manipulation bezeichnet man konkret die Handhabung und Steuerung eines Menschen durch geschicktes Ausnutzen seiner Anlagen und Eigenschaften mit dem Ziel, ihn für ihn unmittelbar fremde Ziele zu benutzen. Manipulation bezeichnet in der Psychologie dabei meist die gezielte Beeinflussung von Menschen ohne deren Wissen und Zustimmung, wobei Manipulation zwischen Zwang und Überzeugung liegt, und in vielen Fällern die oder der Manipulierte zwar Möglichkeiten hat, sich gegen die Manipulation zu wehren, doch wird seine abwägende Entscheidung nicht gefördert sondern unterdrückt oder einfach übergangen.

Manipulative Menschen kann man an verschiedenen Verhaltensweisen erkennen, wobei in der Regel verschiedene Techniken eingesetzt werden, die etwa im Zusammenhang mit Werbung mehr oder minder leicht zu erkennen sind. Eine Methode ist z. B. die Verknappung, d. h., jemand erklärt, er brauche jetzt sofort eine Entscheidung, was eine künstliche Dringlichkeit schafft, die beinahe nie der Realität entspricht, doch letztlich dazu führt, dass man sich aus Zeitdruck zu Dingen verleiten lässt, die dem eigenen Interesse zuwiderlaufen. Eine weitere Methode ist das Behaupten oder Darstellen von falschen Fakten, die sich im Augenblick nicht direkt nachvollziehen lassen und die man erst einmal glauben muss. Eine typische Aussage ist etwa: „Das ist viel komplexer, als man sich vorstellen kann.“ Solche Sätze schaffen ein Kompetenzgefälle und Unsicherheiten, gleichgültig, ob sie der Wahrheit entsprechen oder nicht, sodass sich Menschen damit letztlich in einer Situation als Experten positionieren, denen man glauben muss. Eine weitere Methode ist dabei etwas als Gegebenheit darzustellen, die alle so sehen, die sich sozial bewährt hat. “Das ist nun einmal so“ oder „ Das war schon immer so“ oder „Das machen alle so“. Wer so etwas behauptet, stellt sich als Eingeweihter dar, der mehr Wissen hat als sein Gegenüber. Manipulative Menschen versuchen auch oft, Sympathie aufzubauen, etwa indem sie auffällig häufig Komplimente machen, den Kontakt ausgiebig pflegen, extrem freundlich sind oder versuchen, das Auftreten ihres Gegenüber zu spiegeln und damit Ähnlichkeiten zu schaffen. All das dient dazu, sich sympathischer zu machen, denn je mehr man jemanden mag, desto leichter lässt man sich von ihm beeinflussen, selbst dann, wenn sein Anliegen dem widerspricht, was man eigentlich will. Siehe dazu auch soziale Ansteckung.


Manipulation ist übrigens in der Lernzieltaxonomie der psychomotorischen Dimension die Entwicklung von Fertigkeiten beim Befolgen von Anweisungen, Ausführen selektiver Handlungen und Festigung des Handlungsablaufs mit fortschreitender Übung. Des Weiteren bildet in der Methode des Experiments die aktive Manipulation der Versuchsbedingungen (Treatmentbedingungen) durch den Experimentator die Möglichkeit, Ursache und Wirkung zu unterscheiden, was das Wesentliche am Experiment ausmacht. In der Pädagogik ist die Manipulation ein zentrales Merkmal der Schwarzen Pädagogik.

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