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Unter social loafing versteht man die meist unbewusste Neigung in Gruppen, in der Leistung nachzulassen, unabhängig davon, ob die Aufgabe als interessant und bedeutungsvoll erlebt wird. Die Social-Loafing-Theorie führt generell aus, dass Menschen für gemeinsame, kollektive Aufgaben weniger Aufwand betreiben als für individuelle Aufgaben (Karau & Wiliams, 2001).

Die negative Auswirkung besteht vor allem darin, dass weniger Verantwortung für die Gruppe übernommen wird, wodurch es vermehrt zu Konflikten kommen kann. Dieses Problem lässt sich dadurch reduzieren, dass dem Einzelnen die individuelle Leistung häufiger zurückgemeldet wird, woraus sich für ihn eine Orientierungshilfe ergibt. Verwandte Phänomene sind der „Trittbrettfahrer-Effekt“ und der „Sucker-Effekt“. Das social loafing ist das Gegenteil von Synergieeffekten, wonach in Gruppen angeblich ein besseres Arbeitsresultat erzielt wird, als wenn die Mitglieder alleine arbeiteten.

Social Loafing wurde zum ersten Mal vom französischen Agraringenieur Max Ringelmann entdeckt, und trägt daher auch die Bezeichnung Ringelmann-Effekt. In einem Experiment, bei dem Studierende einzeln oder in Gruppen an einem Tau ziehen sollten, entdeckte Ringelmann, dass die Kraft, mit der am Tau gezogen wurde, nicht proportional mit der Anzahl der Personen anstieg, was bei einem gleichbleibendem Kraftaufwand pro Studierenden aber der Fall hätte sein müssen. So zog eine Person etwa im Durchschnitt 63 Kilogramm, drei aber nur noch 160 Kilogramm und acht sogar nur noch 248 Kilogramm. Je mehr Personen also gleichzeitig am Tau gezogen haben, desto weniger hat sich das einzelne Individuum angestrengt.

Literatur

Karau, S. J. & Wiliams, K.D. (2001). Understanding individual motivation in groups: The Collective Effort Model. In: M.E. Turner (Hrsg.), Groups at work: Theory and Research (pp. 113-141). New York: Lawrence Erlbaum.



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